Jahr: 2015

Glücksmomente

Jetzt, wo dieser wunderbare Sommer vorübergegangen ist – dieses Gefühl von damals: Nach schier endlos langen Ferien… immer noch das warme Sonnengefühl im Bauch: Von einem Sommer, der barfuß ging und in dem wir juchzend vom Drei-Meter-Brett gehüpft sind, einem Sommer, der nach nassen Badeanzügen und Sonnenöl geduftet hat, nach Fürst-Pückler-Eis, Salami-Semmeln und Fanta geschmeckt und – vielleicht – nach dem ersten zaghaften Kuss. Ein Sommer, wie dieser war: Unbeschwert, heiß und endlos in seiner Wohligkeit. Glücksmoment… „Mitten im Winter erkannte ich, dass in mir ein unbesiegbarer Sommer wohnt.“ (Albert Camus)

Estate Italiana auf DVD

Carissime signore e signorine! So viel italienisches Lebensgefühl haben wir Damen in den sonnigen Sommerwochen gebloggt: San Remo und Bitterino, Bellini und Dolce vita und um dieses sommerwarme Italia-Gefühl etwas zu erhalten, empfehlen wir zwei herrlich nostalgische Filme: Film ab für DVD-Empfehlung nummero uno: „Es begann in Neapel“- heißt eine Filmromanze für alle die Capri, Sophia Loren und das Italia-Feeling der 60iger Jahre lieben… Umwerfend sexy und frech La Loren als alleinerziehende Tante von Nando, einem 10-jährigen Frechdachs, der Zigaretten qualmt, Schule schwänzt und der Zia Lucia zeigt, wie man Pasta kocht… Dann erscheint Clark Gable als Michael Hamilton (schon etwas angegraut und mit Bauch), der macht sich nach dem Tod seines Bruders auf den Weg von USA nach Capri um das Erbe seines verstorbenen Bruders zu klären: Das ist aber… eben… Nando, sein Neffe. Und jetzt entfaltet der Film seinen ganzen Bella-Italia-Charme: Certo, wird Onkel Mike erst einmal durch das Dolce far niente von Tante und Nando und ganz Capri aus der Fassung gebracht, noch dazu: Tante Lucia tanzt auch noch in einem Nachtclub…! …

Vom Winde verweht

Vom Winde verweht – wer weiß um das Drama, das sich vielleicht auch in Gewändern abgespielt hat, die uns hier auf einem italienischen Flohmarkt entgegenflattern. Wo ist die Braut, wo der Bräutigam. Wer lässt die Kleider seines „schönsten Tages im Leben“ hier im Baum hängen? In der Mittagshitze liegen die Händler dösend unter den Platanen. Zeit für Poesie Die Braut Ruf mich, Geliebter, ruf mich laut! Lass deine Braut nicht so lange am Fenster stehn. In den alten Platanenalleen wacht der Abend nicht mehr: sie sind leer.Und kommst du mich nicht in das nächtliche Haus mit deiner Stimme verschließen, so muss ich mich aus meinen Händen hinaus in die Gürten des Dunkelblaus ergießen… Rainer Maria Rilke

Schönheit aus der Natur

Schönheit, meine Damen, verspricht uns nicht nur die Kosmetikindustrie. Ich sammle und baue viele Kräuter an und hoffe auf die Kraft der Natur. Denn für und gegen alles ist ein Kraut gewachsen. Nehmen Sie den rauhstieligen Borretsch, mit seinen hübschen, blauen Blütchen, die mich immer wieder begeistern. Er ist auch als Gurkenkraut bekannt und die Gurke als Gesichtsmaske besitzt ja einen legendären Ruf. Ein Gesichtsdampfbad mit Borretschblättern befeuchtet trockene Haut und macht sie weich und zart. Seien Sie mutig und beißen Sie ruhig mal rein in eines der behaarten Blättchen. Sie werden Ihre Zunge nicht verletzten, aber ein erstaunlich erfrischendes Aroma darauf wahrnehmen. Aber schrauben Sie die Erwartungen nicht zu hoch. Der Geschmack des Borretsch, sowohl roh als auch gekocht, als Tee, ist gewöhnungsbedürftig – wenn Sie meine bescheidene Meinung wissen wollen. In Kräutersaucen, oder Mayonnaisen ist er durchaus eine Bereicherung. Aber zum Beispiel auch als Erfrischungsgetränk – aufgebrüht mit Zitrone und Honig – das ich ausprobiert habe und das in so manchen Kräuterbüchern gepriesen wird, Verzeihung, schmeckt er mir nicht! Medizinische Wirkung Schon die …

Kurz, kess und Kult – die Caprihose wird 70!

Capri und die 50iger Jahre-Italia-Seligkeit… und dann noch dieses kesse Kleidungsstück: Die Caprihose! Ich liebe sie, meine Damen, ein wunderbares Sommerteil mit Top, Blazer, einer schulterfreien Carmen-Bluse oder Tunika kombiniert: Mit einer Caprihose im Gepäck ist man auch 2015 immer noch perfekt gestylt! Prakitsch, feminin und kess- wie damals der Slogan für die Caprihose gelautet hat! Ja, jetzt darf ich wieder unsere Damen-hochverehrte Audrey Hepburn präsentieren: Unvergessen in Billy Wilders Film „Sabrina“ als sie mit Caprihosen und über zarter Taille geknoteter Bluse zum Segeln erschien: hinreißend! Ebenso bezaubernd Grace Kelly in der Caprihose, Sophia Loren und halb Hollywood… Die Caprihose wird 70 und zu diesem runden Geburtstag der chicsten Sommerhose der Modegeschichte – mit Schlitz!- lädt das „tim“ (das Staatliche Textil-und Industriemuseum Augsburg) seine Besucher auf eine spannende Zeitreise ein: Vom Atelier der jungen Münchner Modeschöpferin Sonja De Lennart in der Nachkriegszeit bis zu den ersten Touristenwellen über den Brenner an die italienischen Strände der 1950-er Jahre und weiter bis nach Hollywood. Denn, die Idee zur weltberühmten Caprihose stammt nicht aus Italia sondern aus München-Schwabing: …

Schnell mal nach Graz

Graz ist Kulturhauptstadt, Barockstadt, Tor zum Süden, kulinarischer Treffpunkt… „großartig, Hilfsausdruck“ (um mit Wolf Haas zu sprechen, dessen Krimi „Das ewige Leben“ übrigens in Graz spielt). Jedenfalls viele Gründe sich die Stadt an der Mur mal anzuschauen. Ich wollte aber auch Franzi besuchen (unsere Backfee) und so stieg ich kurzentschlossen ins Auto. Freitagnachmittag, Hitze, Verkehr, Stau  – egal! 16 Uhr Abreise München, 21 Uhr Ankunft Graz, 21:30 Uhr Backhendlsalat mit Kernöl dazu ein frischer steyrischer Sauvignon – mitten in der Altstadt auf einem wunderschönen Platz. Hier tobt das Leben in der lauen Sommernacht: ein belebter Platz reiht sich an den anderen, überall Lachen, Schwätzen, trinkende Menschen in Restaurants und Bars,  vor Fassaden wie Tortenspitzen… da ist die Anstrengung der Fahrt wie weggeblasen. Kernöl und Käferbohnen Samstag morgen aufs Radl und in die Stadt. Die Luft ist noch frisch und das Angebot auf dem Wochenmarkt überwältigend, viel ursprünglicher als auf unserem gestylten Münchner Viktualienmarkt. Darf’s ein Obstkistl sein oder frische Paradeiser (Tomaten), Käferbohnen, Kernöl oder ein Bauernstrauß…? Obst und Gemüse sind hier noch nicht auf EU-Norm …

Zeit für einen Bellini

Bellini, der legendäre Drink aus Harry’s Bar in Venedig ist das einfachste und köstlichste Getränk für einen lauen Sommerabend. Aga Khan, Orson Welles, Humphrey Bogart… die Schönen und Reichen dieser Welt schlürften ihn in der Bar von Giuseppe Arrigo Cipriani, gleich ums Eck bei San Marco und später dann in der Depandance in New York. Die Bar lebt noch immer von ihrem Mythos und inzwischen gibt es den „Bellini“ in Flaschen, in Dosen… als Fertigprodukt. Das, meine Damen, haben wir nicht nötig. Wir gönnen uns diesen kleinen Hauch von Luxus und machen unseren „Bellini“ selbst. Schließlich ist das kein Problem mehr, seitdem es köstliche, reife Weinbergpfirsiche in jedem Supermarkt und sogar beim Discounter gibt.  Giuseppe Cipriani musste sie noch aus Frankreich extra importieren. Wir kaufen sie ums Eck und lassen sie noch ein paar Tage nachreifen. Dann pürieren wir das Fruchtfleisch im Mixer und gießen mit Sekt, Prosecco oder Champagner auf. Die Regel lautet ein Drittel Fruchtpüree, zwei Drittel prickelnde Flüssigkeit – im Original natürlich Prosecco. In Harry’s Bar wurden die Pfirsiche anno dazumal noch …

Strandbad Schliersee

„Hach, wie ist es schön hier in Bayern“ – hört man fast Grethe Weiser ausrufen! Eine entzückende Strandbad-Idylle wie in den 50iger Jahren gibt es an einem der schönsten Orte in Bayern, hach – um mit Grethe W zu sprechen -, meine Damen, an einem der wunderbarsten Orte der Welt: Am Schliersee! So war es wohl in der Sommerfrische damals: Berge, See, die gute Luft und: mit einem Schwung (Parole: Pack die Badehose ein…) ab in die kühle Wohltat des eiskalten Wassers vom glasklaren Schliersee. Und in dieser Idylle anno Grethe, Heinz und Co: Eine chice Lounge mit edlen bayerischen Drinks (Gin-Chilla! Ein bayerischer Aperitif, der es in sich hat: Bavarian Gin, Minze, Gurke, Eis, Tonic und ein paar Heimlichkeiten…), hervorragender Küche (Saiblingstatar mit Wasabi und Ingwer oder Thai-Chicken oder Beef-Burger mit Salat und Salz und Pfeffer aus der Salzmanufaktur Siegsdorf) und einem fröhlich-freundlichen Team (Claudia verwöhnt die Gäste mit Drinks und Herzlichkeit und lässiger Musik, ganz dezent)… da hat man an einem Tag ein grandioses Urlaubsfeeling zwischen Grethe und Lady und ganz tief im …

Room to dream

“we ❤ Blogger“ Bei diesem einladenden Schild ist Lady Blogger selbstverständlich sofort in den Traumraum eingetreten: Das Schaufenster und der Blick in den „room to dream“ waren schon ansprechend genug: Edles Design, chic arrangiert mit liebevollen Kleinigkeiten dekoriert und dann noch die herzliche, strahlende Inhaberin: Als sei man zu Gast in der Privatwohnung von Sabine Stadtherr: Vor zwei Jahren hat sie sich nach vielen Jahren in der Modebranche mit skandinavischem „slow living“ selbständig gemacht. Viele schöne Ideen von Gläsern, Vasen, Kerzen, Pesto, Armkettchen und kleinen feinen Einrichtungsaccessoires findet man bei ihr und Lust darauf, liebe Damen, hübsche Geschenke für liebe Freundinnen zu kaufen.  „room to dream“ slow living Lenbachplatz 7 80333 München Tel.: +49 89 255 47 301 room-to-dream.de Mo-Fr: 11-19 Uhr, Sa: 11-16 Uhr

My blueberry dream – Heidelbeerkuchen nach Oma Lisbeth

Auch wenn sie auf dem Foto noch nicht so aussieht, sondern mit Hut und Sonnenschirm durch den Berliner Tiergarten wandelt –  sie war eine begnadete Bäckerin. Das hat sie später in Rheinhessen bewiesen, als sie zurück aus der großen Stadt, Ehemann und Kinder und später mich, die Enkelin, zu versorgen hatte. Jedes Jahr um diese Zeit kam ein Körbchen Heidelbeeren von den Verwandten in Hessen an: kleine tiefblaue Beeren, die irgendwelche Tanten oder Kusinen im Wald gepflückt hatten. Sie waren  prall und süß und so intensiv im Geschmack, wie ich sie nie mehr später gegessen habe. Lächeln durfte man danach nicht, denn die Zähne waren schwarz. Aber keine Angst, meine Damen, das passiert mit den kultivierten Kulturheidelbeeren heute nicht mehr. Doch selbst pflücken lohnt sich – im Wald oder in einer der Plantagen, die es ja inzwischen auch für diese Früchte gibt. Der Kuchen mit gekauften oder selbst gepflückten Heidelbeeren – wenn er auch den Geschmack der Kindheit nicht mehr erreicht – ist so etwas wie eine Erinnerung. Und wenn man das Original von Oma …