Monate: November 2018

Weltempfänger – Eine Entdeckung im Münchner Lenbachhaus

Es sind dieses Mal keine 200, aber immerhin drei interessante Frauen, die wir in der Ausstellung „Weltempfänger“ im Münchner Lenbachhaus entdeckt haben. Drei Künstlerinnen, die lange vor Kandinsky & Co abstrakte Bilder gemalt haben: Die Engländerin Georgiana Houghton, die Schwedin Hilma af Klingt und die Schweizerin Emma Kunz. Ergänzend zu den drei Künstlerinnen stellt die Ausstellung auch noch drei Fotografen vor, die ab den 1940er Jahren abstrakte Experimentalfilme produzierten – auch interessant, aber wir konzentrieren uns hier auf die Malerei, ein unentdecktes Kapitel der Moderne. Völlig unabhängig von einander haben die drei Künstlerinnen ihre eigene, abstrakte Bildsprache entwickelt. Gemeinsam ist ihnen allerdings, dass ihre Werke auf spirituellen Erfahrungen basieren. Georgina Houghton zum Beispiel studierte an der königlichen Kunstakademie und war im viktorianischen London ein bekanntes Trancemedium. Sie begann ganz traditionell als Porträt- und Landschaftsmalerin, gab sie aber für die „Spirit Art“ auf. Die Bilder, die in Séancen und spiritistischen Sitzungen entstanden, waren völlig aus der Zeit gefallen und mit dem damaligen Kunstverständnis nicht zu erklären. Ihre Farbigkeit, das dichte Gewebe von Wellen und Spiralen, wie …

Der Mond und die Feuer – „La luna e i faló“

Ein Roman und ein Wein! Ladies, wenn die Abende länger und die Nächte kühler werden, was gibt es da Schöneres, als sich in eine warme Decke zu kuscheln, ein gutes Buch und ein gutes Glas Rotwein zur Hand zur nehmen und einfach die Zeit zu vergessen? Der Wein funkelt dunkelrot im Glas und zieht uns hinein in die Geschichte, in den Roman, nach dem er benannt ist: „La luna e i faló“. „Reife ist alles“ dieses Motto hat der piemontesische Romancier Cesare Pavese seinem Roman „La luna e i faló“ voran gestellt – einem Klassiker der italienischen Literatur, der genau da spielt, wo auch der Wein her kommt: nämlich in den Hügeln des Piemont, in einem Tal der Langhe, südlich von Turin. Zwölf Monate reift dieser Barbera im Holzfass bevor er in Flaschen abgefüllt und noch einmal ein paar Monate gelagert wird. Dann, meine Damen, ist er genau richtig, um uns in Lese-Stimmung zu versetzen. Wie die Landschaft und die Geschichte, die Cesare Pavese beschreibt, ist auch der Wein kein lieblicher Schmeichler. „La luna e …

200 Frauen

Halbzeit bei der Ausstellung „200 Frauen“ in der Alten Staatsbank in München. Eine Ausstellung, meine Damen, die berührt, bewegt, unter die Haut geht und uns Frauen, das Gefühl gibt, weltweit mit starken, klugen, liebevollen, warmherzigen, traurigen, stolzen, mutigen, fröhlichen, wunderbaren Frauen verbunden (und vereint) zu sein. Was bewegt Frauen auf der ganzen Welt und: was hat sie beeinflusst? Frauen bewegen – be moved „200 Frauen“ ist eine einzigartige Präsentation überlebensgroßer Portraits von Frauen, die auch in dem ebenso bewegenden Buch „200 Frauen“ (Elisabeth Sandmann Verlag) abgebildet sind. Es sind Frauen aus der ganzen Welt und aus allen Kulturkreisen. Frauen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Bitterarme, wohlhabende, unbekannte, prominente, ungebildete und gebildete. Frauen aller Altersstufen, aller Hautfarben, aller Religionen – porträtiert von dem Fotografen-Team des international renommierten Fotografen Kieran E. Scott, weltweit. Und all diesen Frauen wurden die fünf immer gleiche Fragen gestellt: was ist ihnen wichtig? Was macht Sie glücklich? Worin besteht Ihr tiefstes Leid? Wie würden Sie die Welt verändern, wenn sie könnten? Welches Wort beschreibt Sie am besten? Die Antworten sind berührend …