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Art dé­co und „Longlife“ in Castrocaro Terme

Art dé­co lässige Eleganz, gute Küche, sprudelnde Termen und eine Jahrhunderte alte Geschichte – das alles, meine Damen, erwartet Sie im Grand Hotel Terme in Castrocaro. Zugegeben, auch für mich war Castrocaro bis dato ein unbekannter Fleck auf der Italienkarte (und ich kenne mich da eigentlich recht gut aus), aber das Phantastische an diesem Land ist letztendlich doch, dass es immer wieder noch ein weiteres Kleinod zu entdecken gibt. Und was für ein Glück, dass ich ohnehin gerade nach Bologna musste, als mich die Einladung ins Grand Hotel Terme nach Castrocaro erreichte. Von Bologna ist das alte Römerbad nämlich nur eine gute Stunde entfernt.

Das Grand Hotel

Von Außen ein eher schlichter Bau im typischen Stil der 30er Jahre mit der sparsamen Ornamentik dieser Zeit, offenbart sich der Luxus des Grand Hotels vor allem in seinem Inneren. Beim Betreten der Halle fühlt man sich, wie im Kino der 30er Jahre und erwartet eine elegante Diva die die geschwungene Treppe hinunter schreiten, um in einem der Fauteuils Platz zu nehmen. Aber – auch unsereiner fühlt sich durchaus aufgehoben in dieser Umgebung: schlicht und doch elegant, zum Beispiel der große Speisesaal, ein Halbrund mit 18 meterhohen Fenstern, Originaldecke, -fußboden und -lampen. Hier zu frühstücken, oder auf der angrenzenden Veranda mit Blick auf den Park, ist schon frühmorgens ein Genuss, der natürlich von dem hervorragenden Büffet vervollständigt wird. Auf der Veranda speist man auch an warmen Abenden und genießt die vorzügliche Küche mit vielen regionalen Spezialitäten. In den angrenzenden kleinen Salons könnte man – so sich die Gelegenheit böte – mit Freunden, mit der Familie oder auch nur tête à tête dinieren… Ladies, ich muss aufhören, sonst geht meine Phantasie mit mir durch! Aber eines muss noch erwähnt werden: der Salon in dem alte schwarz-weiß Fotografien und alte Zeitungsausschnitte an die berühmten Gäste des Hauses erinnern. Einer der sehr häufig hier kurte und dessen Suite auch heute noch bewohnt werden kann, ist Benito Mussolini. Geradezu rührend ist der Safe des Duce, der ebenfalls noch erhalten ist.

Die Architektur und viele Wandgemälde stammen von dem in Castrocaro gebürtigen Künstler und Architekten Tito Chini. Nach ihm ist auch die Bar benannt, die sowohl zum Aperitif als auch zum gepflegten Digestif einlädt. Dass es weder in den Gasträumen, noch in den sehr geräumigen Zimmern an modernem Komfort mangelt, versteht sich von selbst.

Die Kur und der Park

Als Thermalkurort wurde Castrocaro Terme bereits im 19. Jahrhundert wieder entdeckt. Um den mittelalterlichen Ortskern, überragt von einer imposanten Fortezza und mit netten Bars und Osterien, die auch einen Besuch wert sind, entstand ein Kurbereich. Fango und die salz-, brom-, jod- und schwefelhaltigen Quellen sind bis heute die Basis für die Heil- und Wellness-Behandlungen, auch im Termal-Center des Grand-Hotels. Der sehr feine, heiße Fango und die darauffolgende Massage, meine Damen, glauben Sie mir, lässt jeden Rücken jubeln, den meinen ganz besonders. Und dann noch 20 Minuten leicht massierende Berieselung unter der Thermalwasser-Dusche – mehr Entspannung geht nicht. Der hochmoderne Spa-Bereich bietet von Thermalwasser- über Kneipp-Becken, Sauna, Dampfbad und bequeme Ruheräume alles was das Herz begehrt und in der angeschlossenen Klinik kann man sich quasi rundum erneuern lassen: von Botox- über Hyaluron-Behandlungen bis zur großen Schönheits-OP ist alles möglich. Aber auch klassische Physiotherapie und Rehabilitation (sogar auf Rezept) werden angeboten. Zu den Highlights gehört es sicherlich, auf der Dachterrasse in einem der sprudelnden Jacuzzis zu liegen, mit Blick auf die grünen Hügel der Emilia. Umgeben ist das Hotel von einem wunderbaren, acht Hektar großen Park mit herrlichen alten Bäumen, einem Freibad und sogar Wanderwegen. Und wenn dann an einem heißen Sommerabend im „Padiglione delle feste“, ebenfalls im Art dé­co-Stil von Tito Chini, erbaut, und mitten im Park gelegen, auch die ältere Generation einen flotten Boogie aufs Parkett legt, dann glaubt man sich in einen echten Fellini-Film versetzt.

Longlife

Wer möchte nicht lang, vor allem aber auch gesund und schön leben? Wenn Sie auch diese Ambitionen haben, meine Damen, lohnt es sich, die Longlife-Formel von Lucia Magnani genauer anzuschauen. Dazu betreten wir den hohen, lichten Art dé­co-Raum der alten Therme, in dem sich die „Clinica del Ben Essere“ befindet und lassen uns in einem bequemen Sessel zunächst mit einem Vitamin-Shot verwöhnen. Freundliche Damen in weiß erklären mir dann, was es mit der „Longlife-Formel“ auf sich hat.

„Gesundheit ist ein Zustand vollständigen, körperlichen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Beschwerden und Krankheiten“

Dieses Motto der WHO, der Weltgesundheitsorganisation liegt auch dem Longlife-Programm zugrunde, das mit einem medizinischen Check-up beginnt und ganz auf individuelle Bedürfnisse abgestimmt ist. Je nachdem, ob wir abnehmen, den Körper reinigen, energetisieren, sportlich stählen oder vielleicht nach einer Krankheitsphase einen Neustart wollen. Berücksichtigt werden sämtliche Faktoren, die unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit ausmachen: Ernährung, Bewegung, Pflege und Entspannung. Von der edlen Kosmetiklinie bis zu gesunden, natürlichen Lebensmitteln bis hin zu Nahrungsergänzungsmitteln umfasst das Longlife-Programm alles, was uns gesund und schön macht. Jetzt müssen wir nur noch die Zeit und das Geld dafür aufbringen.
Zeit wäre vielleicht nicht das Problem, aber um uns das Programm, für das extra besonders ruhige und komfortable Zimmer zur Verfügung stehen, leisten zu können, müssen wir vielleicht noch ein bisschen sparen. Aber ich glaube, es wird sich lohnen.

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