aufgetischt, unterwegs
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Meine Damen „gekocht, gebloggt, geliked“

Wenn wir mit der Bahn reisen, meine Damen, dann ist es doch wohl selbstverständlich, dass wir uns einen Cappuccino oder – je nach Tageszeit – ein Gläschen „Rotkäppchen“-Sekt im Speisewagen gönnen. Leider gibt es Speisewägen ja nur in der Premiumklasse der Bundesbahn, im ICE. In normalen Intercity-Zügen müssen wir zufrieden sein, wenn jemand ein Wagerl mit Kaffee und Getränken durchschiebt. Also steigen wir lieber ein, in einen ICE 1 von München nach Berlin.

Allerdings geht meine Reise nur bis Nürnberg. Zeit genug, denke ich mir, um gemütlich zu Abend zu essen, ein bisschen aus dem Fenster zu schauen und die Landschaft in der untergehenden Sonne vorüberziehen zu sehen. Der ICE hat übrigens, den schönsten Speisewagen in europäischen Zügen – noch ein klein wenig nostalgisch, mit roten Kunstlederpolster, erinnert er noch entfernt daran, was Speisewägen einmal waren – anno dazumal – zum Beispiel im legendären Orientexpress: Silberbesteck, Damast-Tischdecken, Kristallgläser… das gibt’s heute nur noch im Film oder als „Besonderes Reiseerlebnis“ für viel Geld. Seufz! Seufz auch, weil, kaum habe ich mich im rollenden Restaurant niedergelassen, die Durchsage kommt: “Unser Speisewagen bleibt heute leider wegen Personalmangel geschlossen“. Auweia, war ich doch unterwegs, um das „Blogger-Menü“ zu testen.

Blogger in Fahrt

Immer wieder lässt sich die Bahn Aktionen einfallen, um Abwechslung in ihr kulinarisches Angebot zu bringen. Diesmal, ganz modern, hat sie Food-Blogger/innen eingeladen, Gerichte zu entwickeln, die seit April in den Bordrestaurant serviert werden. Ein Jahr lang heißt es „gekocht, gebloggt, geliked“ – 6 Blogger/innen, sechs Gerichte und jedes bleibt 2 Monate auf der Karte und wird sogar groß auf den Tischsets angepriesen.

Mich lacht der mediterrane Nudelsalat von Sarah Kaufmann an und erst recht das Bild der Foccacia, aber wie komme ich dran? Zum Glück hält sich der Andrang im Bistro nebenan in Grenzen und so serviert mir die supernette Zugbegleiterin, mein veganes Abendessen sogar am Platz : Ein leichtes Sommergericht, das die Hamburger Bloggerin von „veganguerilla“ kreiert hat – gar nicht so guerillamäßig, sondern zahm mediterran und auch für „Nicht-Veganer“ wie mich geschmacklich überzeugend. Die Focaccia war fluffig und schön warm, allerdings hätte ich mir die Nudeln etwas mehr „al dente“ gewünscht. Geschmeckt hat es trotzdem, vor allem, wenn man bedenkt, dass ja alle Gerichte, die in den Bordrestaurants angeboten werden, in Großküchen vorgekocht und an Bord nur noch aufgewärmt und angerichtet werden.

Danach habe ich mich auf dem Rest der Fahrt nicht den ladyliken Mode- Kosmetik- oder Literaturmagazinen gewidmet, sondern mich lustvoll durch die Seiten der Bloggerkolleginnen- und Kollegen geklickt und mir viele Anregungen geholt für das, was ich demnächst koche, wenn ich nicht mit der Bahn unterwegs bin. Außerdem bin ich jetzt schon gespannt auf das nächste Gericht von meiner fränkischen Kollegin Petra www.holladiekochfee.de Ab ersten Oktober gibt’s von ihr was deftig- fränkisches – was, wird noch nicht verraten.

Danke, liebe Bahn, die Idee ist super!

Zur optimalen Art des Reisen,
gehört natürlich auch das Speisen.
Was man erträumt für seinen Magen
findet man im Speisewagen.

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