Autor: Hermine

Schwarzer Knoblauch… eine tolle Knolle

In der der spanischen Küche geht nichts mehr ohne schwarzen Knoblauch, zu Fisch, auf Gemüse, im Sugo: „Ajo negro“ ist nun das I-Tüpfelchen auf der feinen Küche. Ich habe die schwarze Knolle schon einmal im deutschen Bio-Markt gesehen, mich gewundert und verweigert, 8€ für einen Feinschmecker-Firlefanz zu bezahlen, da ich ja ohnehin nicht scharf auf weißen Knoblauch bin, nicht wegen des Geschmacks oder einer Knoblauch-Intoleranz, die es nun ja auch gibt, sondern, weil ich nicht gerne nach Knoblauch „dufte“ und ihn auch nicht gerne aus dem Odem oder den Poren der Anderen erschnüffle. Soviel zum Thema Knofel, liebe Damen! ¡Ojo! Ajo negro! Augen auf, schwarzer Knoblauch ist nämlich doch was Feines. In spanischen Supermarkt gibt es den schwarzen Knoblauch in jedem Gemüseregal, zwei Knollen für ca. 3-4€, also erschwinglich genug, das vermeintlich dolle Ding mal zu testen, aber vorab hab ich erst einmal nachgelesen, was schwarzer Knoblauch nun ist: Schwarzer Knoblauch ist gleich weißer Knoblauch… …also keine spezielle Züchtung, sondern klassischer weißer Knoblauch, der in einem mehrwöchigen Fermentierungsprozess bei Temperaturen von 45-70°C verändert wird- je …

Wovon wir träumten

Ein hauchzartes Buch: „Wovon wir träumten“ von Julie Otsuka Ich lese ungern Bücher aus der Bestsellerliste, meine Damen, weil ich die aktuelle Lektüre für mich haben möchte und nicht mit anderen teilen. So eine Art Lese-Intimität. Deshalb empfehlen wir das fein gesponnene und erzählte Büchlein „Wovon wir träumten“ (2012) von Julie Otsuka erst heute. Vorab zur Autorin, weil uns das Buch gleich Seite für Seite weit weg führen wird: Julie Otsuka ist eine kalifornische Autorin mit japanischen Wurzen, Malerin, Künstlerin, die schon mit ihrem zweiten Buch- eben diesem – mit dem renommierten Faulkner-Preis ausgezeichnet worden ist. Die Handlung Ein Schiff voll junger Japanerinnen verlässt Anfang des 20. Jahrhunderts ihre Heimat, voller Hoffnungen und Träume, jede mit einem strahlenden Photo ihres Verlobten im Kimono und der vagen Vorstellung der neuen Welt, die sie erwartet und vielen Fragen über dieses Amerika: Sind die Männer dort wirklich so behaart? Was passiert in der Hochzeitsnacht? Wie komfortabel wird ihr Leben weit weg von den Reisfeldern der Familie sein? Und vor allem: Wartet jenseits des Ozeans die große Liebe? Es …

Primavera: Im Reich der Düfte

Ein Hauch aus den Blüten der Damaszener Rose und wir schwelgen im Reich der Düfte. Welch zarter Duft, der da dem kleinen Fläschchen entsteigt, so erfrischend und belebend wie ein Spaziergang. Wir haben ein paar Produkte der Allgäuer Duftölhersteller primaveralife ausprobiert und finden: Aromatherapie funktioniert! Nur einen Spritzer Rosenwasser bio hab ich um mich herumgesprüht und schon hole ich tief und entspannt Luft. Wenn wir die Augen schließen, meine Damen, an blühende Rosen unter blauem Himmel denken, mitten in einem verzauberten Garten, dann haben wir das Bild zu dem Duft. Jetzt aber bitte wieder die Augen aufmachen, denn einschlafen können wir am besten mit beruhigendem Lavendel, das wusste schon die Großmama! Ich hab mir ein paar Tröpfchen Lavendelöl auf die Matratze geträufelt: mmmmh, das duftete nach in der Sonne getrockneter Bettwäsche… und ich habe wohlig und wonnig geruht. Aromaöle, das sind Pflanzenkräfte für Körper, Geist und Seele. Und das ist die ganzheitliche Wirkung der Aromatherapie für unser Wohlbefinden: Die ätherischen Öle stimulieren die Abwehrkräfte, sind entspannend und harmonisierend, können aber auch kühlend, pflegend und regenerierend wirken. Pioniere und Marktführer …

Frecher mit Fächer

Ein kecker Blick über den Fächerrand, ein freches Fächeln und Lächeln. Eine Dame ohne Fächer im Sommer? Meine Damen, zu Großmamas Zeiten so undenkbar, wie ohne Hut, Handtasche oder Täschchen aus dem Haus zu gehen. Madame fächelte sich gerne noch etwas Luft zu, bevor sie nach dem Riechsalz ächzte, sie schaute schelmisch hinter ihrem Fächer hervor oder weg und es gab sogar eine Fächersprache, mit der sie das Unausgesprochene oder Unaussprechliche in einer Art Code zu verstehen gab. Und da ging es, wie könnte es anders sein, um das schönste aller Gesellschaftsspiele: Um Flirt und Liebeshändel. Die genaue Anleitung folgt noch, aber erst fächeln wir uns noch etwas Luft zu und plaudern über Fächer, denn die sind wieder en vogue. Fächer Revival Nicht nur, weil Karl Lagerfeld mit Zitronenlächeln einen edlen Fächer in der Hand und im Logo trägt, ist dieses Accessoire wieder „in“. Ich gehe im Sommer auch nicht ohne einen meiner vielen spanischen „abanicos“, also Fächer, aus dem Haus. Selbst junge Mädchen, wie Giannas Tochter, nehmen an heißen Tagen gerne Fächer mit in die …

Eine Frau mit Möglichkeiten…

…hoffen wir das nicht alle zu sein, eine Frau mit Möglichkeiten? Das Buch des US-Schriftstellers Louis Auchincloss, lässt die Leserin am Leben einer Frau teilhaben, die alle Möglichkeiten nutzt, um kühl und souverän Karriere zu machen. Und das weit vor den Zeiten von „Der Teufel trägt Prada“. Clary Hoyt lernen wir als junges Mädchen kennen, das sich, sehr entspannt, die Männer aussucht, die in ihren Karriereplan passen. Der reiche Ehemann wird fallen gelassen als sie nach kleinen Beiträgen für eine Zeitschrift die Karriere einer Chefredakteurin einschlägt. Clara gehört zur New Yorker Aristokratie. Sie ist klug, elegant, berechnend und souverän. Sie hat Stil und Verführungskraft. Und wird mit jeder Scheidung noch reicher und mächtiger. Die Geschichte des Aufstiegs einer New Yorkerin in der Eisenhower-Ära schreibt Louis Auchincloss mit feiner Ironie. Er selbst ist ein Wall-Street-Banker und Schriftsteller, Jahrgang 1927, der über 60 Werke veröffentlicht hat. Man liest das elegante Buch staunend, fast mit hochgezogenen Augenbrauen. Wenn sich Clara die Handschuhe überstreift, intrigiert oder einen Drink nimmt, durch Ausstellungen wandelt, in  ihrer kalkulierten Karriere immer weiter nach …

Im Hutsalon Alida

Nein nein, meine Damen, Alidas entzückendendes Atelier ist kein Hutgeschäft sondern ein Hutsalon! Darauf besteht Alida Buchböck zu Recht: ihr Laden ist wie ein Besuch in einer zarten, eleganten Welt, die Gianna und ich gar nicht mehr verlassen wollten. Weil wir so verzaubert waren: von der hinreißenden Alida und ihren Hut-Kreationen, die sie liebevoll „Kreaturen“ nennt. Jedes ihrer exquisiten Einzelstücke ist ein ganz besonderes Wesen. Breitkrempig oder putzigklein, schmal, hoch, niedlich, ausladend, hauchzart, mit Schleier oder ohne, verdreht, verspielt, frech, rosa, türkis, cremefarben, knallrot, samtgrün: Das sind Hüte Marke „Alida“. Träume aus Stoff oder Schilf und Stroh, aus Samt und Seide und vielen anderen Materialien, handgefertigt mit viel Liebe und einem feinen Gespür für Ausgefallenes und Schönes. Im Hutsalon von „Alida“ gibt es den perfekten Hut für Hochzeiten, Geschäftstermine, schöne Tage, gegen Liebeskummer oder um sich einfach selbst eine Freude zu machen. Denn allein das Aufsetzen und Ausprobieren ist ein schönes Erlebnis! Hüte verändern: Aus Frauen werden Damen und aus Allerweltsmädchen Stars. Wer in ihren Salon kommt, dem zeigt Alida wie man ihre „Kreaturen“ trägt: …

Damenfrühstück im „Gartensalon“

Die Damen waren frühstücken und…begeistert! Der Gartensalon ist eine goldige Wohlfühl-Oase in der Münchner Amalienpassage. Feine Speisen und Getränke gibt es dort: ohne kleinmädchenhaftes Brimborium (wie so oft in München), alles hausgemacht liebevoll und köstlich zubereitet. Wir waren dort – schätzungsweise zu zehnt – am vergangenen heißen Samstagsommermorgen, schön im Schatten an einem langen Tisch und all uns fröhlichen Frauen hat es so gut geschmeckt! Kuchen, Marmelade und Salonbrause Gianna war begeistert von der ungewöhnlich guten schwarzen Johannisbeermarmelade zum zarten Croissant und von der hübschen Küchenfee Christine, die strahlend ihre feinen Gebäck -und Kuchencreationen ins Café-eigene Backrohr schiebt. Einfach zu schön die Deko mit Rosenblättern und Blüten… (schon ein bisschen mädchenhaft, aber süß!). Die Marmelade hatte Gianna bei Franzi stibitzt, die mit „scones“ und clotted cream die englische Frühstücksversion getestet hat. Ich jedoch, als alte Frühstücksverweigerin, die schon zu Schulzeiten nur mit einer Tasse heißer Schokolade im Bauch zur Schule marschiert ist, habe alles probiert: Chia-Müsli mit Kokosmilch und Mangocreme und Bio- Bauernbrot mit köstlichen Aufstrichen. Ich habe bei Conny und Helene mitschnabuliert, die das „Stramme …

Frei und inspiriert – Sehnsuchtsorte der Dichter, Denker, Künstler und Aussteiger

Sehr vergnüglich ist es, meine Damen, sich durch die mondänen Grand-Hotels und exotischen Reiseziele des letzten Jahrhunderts zu blättern, so wie ich letztes Wochenende in dem wahrhaft eleganten Buch „Frei und inspiriert – Sehnsuchtsorte der Dichter, Denker, Künstler und Aussteiger“. Ascona, Attersee, Capri, Bali, St.Moritz und Hiddensee sind eben diese Sehnsuchtsorte, die dort vorgestellt werden. Allein der Klang der Namen ist verheißungsvoll: Sie wecken die Sehnsucht nach Süden und Sonne, nach Freizeit und Freiheit. Orte, an denen Literaten, Maler und Edel-Aussteiger den Freiraum fanden, den sie für ihre kreative Entfaltung, ihre erotischen Abenteuer und ihr privates Glück gesucht haben. Ihre Idealvorstellung von einem besseren, freieren Leben, um sich aus den Konventionen des gesellschaftlichen Korsetts des ausklingenden 19. und früheren 20. Jahrhunderts befreien zu können. Libertinage in der Schweiz So wandelt man also literarisch unter anderem auf den Spuren von Hermann Hesse, Isadora Duncan und Marianne von Werefkin durch Ascona: In Künstlerkreisen nannten man den beschaulichen Ort im Tessin das „Weltdorf“. Dort logierte der Nobelpreisträger Hesse auf dem „Monte Veritá“, in einem Freiluft-und Künstlersanatorium. Hat sich …

Peggy Guggenheim- eine Leben für die Kunst: Der Film im Kino

Was für ein beeindruckender Film, meine Damen! Ich bin hingerissen im Kino gesessen und hatte das Gefühl, Zeugin einer extravaganten Künstlerwelt zu sein, einem Stück Zeitgeschichte.“ Peggy Guggenheim – ein Leben für die Kunst“ ist ein liebenswürdiges Porträt der bedeutendsten Kunstsammlerin der Moderne. Denn im Leben von Peggy Guggenheim (1898-1979) hat sich alles um moderne Kunst gedreht und um die Künstler. Fand sie ihr Leben verrucht, wird sie im Film gefragt? Die Antwort: „Auf jeden Fall – es ging nur um Kunst und Liebe!“ Als Autodidaktin hat Peggy Guggenheim nicht nur ihre unglaubliche Sammlung aufgebaut, sondern auch viele Künstler unterstützt, gefördert und entdeckt. Wie Jackson Pollock, bei dem sie für 600 Dollar sein größtes Werk in Auftrag gegeben hat. Affären hatte sie mit all den Männern, deren Namen heute wie ein Lexikon der Avantgarde klingen: Samuel Beckett, Marcel Duchamp, Kandinsky, Man Ray und Miro. Mit allen? Mit vielen! Sie erzählt es im Film und auch über ihre Ehe mit Max Ernst. Ein Leben wie ein Kunstwerk! Der Film… …ist ein Dokumentarfilm und eine Montage aus …

Jeans mit Löchern am Knie

Jeans mit Löchern am Knie, Denims mit ausgefransten Säumen? Giannas Tochter hat schon gestöhnt: „Wenn das die Omi sehen würde, die käme sofort mit der Nähnadel…“. Also, meine Damen, Frau trägt seit der letzten Saison das Knie der Jeans offen. Sieht selbst bei zarten 20-jährigen Knien etwas bescheuert aus, denn Knie, die im Sitzen aus einem Jeans-Krater klaffen, sind nicht wie ein schönes Dekolleté. Was „in“ ist muss wohl im Moment „out“ getragen werden… Aber: Ich will mit 55 Jahren keine kaputte Jeans haben! Und finde fast nur Fetzenhosen. Das war doch in den Siebzigern der Fashion-SuperGAU: Löcher oder gar ein Riss in den teuren Levis-Bootcuts, Edwins-Karotten und Fiorucci-Röhren. Ein Desaster, als es Eugen und mich in der Kurve nach dem Sommertag im Freibad vom Moped gefetzt hatte: Ein Loch im Knie! Halb so schlimm, aber das Loch in der neuen Jeans mit Zopfmuster am Bund (Highwaist, aber das hat man damals gar nicht beachtet): Aus, vorbei, out! So was von out mit der kaputten Jeans! Denn: Flicken am Knie: Das hatten nur kleine Mädchen mit …