Autor: Lore

Der Trend zum Kleid

Meine Damen, er hält an! Gerade fanden in München wieder die Ordertage statt, zu denen Einkäuferinnen und Einkäufer aus ganz Süddeutschland, Österreich und der Schweiz anreisen, um für ihre Boutiquen die Kollektionen für die nächste Saison zu ordern. Zum Glück ging es bei den heißen Temperaturen wenigstens um die nächste Sommermode. Ich habe mich auf der In-Fashion – auf der Praterinsel – umgesehen, da hier individuelle, kleine Modefirmen ausstellen, die zum Teil auch nachhaltig produzieren, Mode für starke Frauen und fast ohne Verfallsdatum. (die Mode!) Aber natürlich lassen wir uns jede Saison gerne wieder von Neuem verführen. Meine Lieblingsstücke hatte ich schnell gefunden: Das fließende Wickelkleid mit buntem Print-Muster des holländischen Labels La Salle und die luftige Hose in gleichem Design – darin würde ich gerne Hermine sehen, aber sie war nicht dabei. Und das luftige Leinenkleid der italienischen Firma BlueBerry, so leicht und fröhlich wie ein Sommertag in der Toskana. Dort werden die zum Teil romantischen, zum Teil schlichten, klassischen Kleider auch tatsächlich aus natürlichen Materialien gefertigt. Nichts ist angenehmer an einem heißen Sommertag …

„Saldi, saldi“ – Shopping à la Romana

Saldi, Saldi – steht jetzt in großen Lettern an den Schaufenstern der römischen Boutiquen. So wie bei uns Sale – wobei: mit diesem Wort, Ladies, konnten unsere Großütter bei Gott nichts anfangen und früher gab es dafür ja auch das wunderbare deutsche Wort „Ausverkauf“. Aber stellen Sie sich mal vor – diesen Worteumel an den Schaufenstern von Zara, H&M und Co – Ausverkauf! Naja, in Italien verstehen jedenfalls die Damen jeden Alters „Saldi“ und dass damit die Schnäppchen-Hochsaison begonnen hat. Shoppen mit den Römerinnen Wir, verehrte Damen, gehen in Rom nicht in die von Touristen überlaufenen Nobelstraßen wie die Via Condotti oder Via del Corso, wo auch Prada, Gucci und Co mit Rabatten werben. Vor manchen dieser Designer-Boutiquen bilden sich um diese Zeit regelrechte Warteschlangen – hauptsächlich von asiatischen und arabischen Touristinnen. Wer diese Statussymbole sucht, der muss sich natürlich einreihen. Aber wir folgen lieber den Römerinnen und Römern in eines der schönsten Viertel der Stadt: „Prati“. Gediegene, große Palazzi in den römischen Farben rot und ocker, baumbestandene, schattige Straßen mit Cafés, Eisdielen, kleinen Restaurants, …

Franciacorta – Italiens Antwort auf Champagner

Franciacorta, meine Damen e Signore! Die Italienerinnen pfeifen inzwischen auf Champagner, denn es gibt ja den feinperligen Franciacorta, der quasi das italienische Synonym für französischen Champagner ist und für den auch ich gern ein Glas Schampus stehen lasse. Alles was perlt, wird in Italien gerne als „Bollicine“ bezeichnet. Die schönsten und besten “Perlen“ des Landes sind die Schaumweine aus dem Franciacorta, die genau nach dem gleichen Verfahren und aus den gleichen Rebsorten wie Champagner hergestellt werden. Franciacorta: Gebiet und Wein Das Franciacorta nennt sich die Region in der Lombardei, zwischen Brescia und Mailand, östlich des Iseo-Sees, in der dieser Wein angebaut wird. Der Franciacorta ist ein edler Schaumwein, der nach genau den gleichen strengen Richtlinien wie der französische Champagner hergestellt wird. Allerdings ist die Methode in dieser Region noch nicht so alt wie in der Champagne. Zwar haben in Franciacorta und Umgebung schon Mönche in grauer Vorzeit den Weinbau eingeführt, allerdings waren die Rot- und Weißweine eher für den lokalen Markt. Erst in den 1960er Jahren hat man im Weingut Berlucchi begonnen, mit Schaumweinen zu …

Sushi meets Kartoffelsalat

Begegnung im Sushi-Shop Tja, liebe Ladies, jetzt fragen Sie sich sicher, wie das zusammengeht: die international renommierte Kette Sushi-Shop, die gerade ihre erste Niederlassung in München, Hohenzollernstraße 11 eröffnet hat und der urdeutsche Kartoffelsalat. Die Geschichte ist ganz einfach, bei der Eröffnung des Münchner Sushi-Shop traf ich meine Freundin Cornelia Adam, Foodjournalistin und Tochter des Fernsehkochs Hans Karl Adam, der in den 1950-er Jahren deutschen Hausfrauen nicht nur Braten und Eintopf vorkochte, sondern der auch den legendären Toast Hawaii erfand. Eine Fachfrau also, mit der es immer wieder Spaß macht, sich über Essen und Trinken zu unterhalten Sushi to go and to stay Zunächst konzentrierten wir uns auf die ausgesprochen dekorativen und leckeren Sushi im neu eröffneten Sushi-Shop in der Münchner Hohenzollernstraße: Klassische Nigiri mit Lachs und Thunfisch und fantasievolle California Rolls, wie zum Beispiel die Signature Rolls Rainbow oder Dragon Roll (Außen: Avocado, Lachsrogen, Teriyaki, Sesam, Innen: Garnelen-Tempura, Spargel, Goma Ponzu Mayonnaise) oder auch die Fire Roll mit Thunfisch und scharfer Sauce. Wir waren uns einig: bestes Sushi California Style und fantastisch frisch! Seit …

Verwöhntag beim Star-Friseur

Er war der erste in der Liga der Promifriseure: Gerhard Meir. Ja, Gloria von T&T in den achziger Jahren… Mit seinem Scherenkoffer jettete er zwischen München – Hamburg – Berlin und Sylt hin und her und stylte die Ladies aus Show-Biz und Adel. Höhen und Tiefen – geschäftlich sowie gesundheitlich – hat Monsieur „Le Coup“ überstanden und führt heute – mit über sechzig Jahren – einen kleinen, feinen Salon in der Münchner Ludwigstraße. Etwas versteckt im Innenhof, aber immer noch mit rotem Teppich, der für die Stammkunden ausgerollt ist, die dem inzwischen eher familiär anmutenden Salon treu geblieben sind. Als Glamourfaktor liegt lasziv der nackte Faun – wie dereinst am Promenadenplatz – auch im Ludwigspalais im Eingangsbereich. Paradies im Hinterzimmer Schere und Farbe sind wichtig, aber nicht alles, was Frauen schön macht. Deshalb habe ich mich, frisürlich frisch aufgehellt, in das Kabinett von Nina Stock begeben, die mich zu einer Gesichtsbehandlung eingeladen hat. Ihr Kosmetikstudio im Salon von Gerhard Meir, ist wie ein verborgenes Schatzkästlein. Hier verwöhnt Nina ihre Kundinnen mit Masken, Massagen, Seren und Cremes, damit sie – nicht nur mit neuer Frisur und frischer Farbe – sondern auch mit glatten, entspannten Gesichtszügen hinaus schweben. Make-Up-Styling gehört auch zu Nina Stocks Repertoire… für besondere Anlässe …

Kribbelndes Dinner – Spitzenküche mit Insekten

Nein, Ladies, jetzt nicht gleich aufschreien und „igitt“sagen – bitte erst mal zuhören, beziehungsweise behutsam weiterlesen: Zugegeben, „Essbare Erde mit Mehlwurmmehl, gepökeltem Wachtelei und Mehlwurmsuppe“ oder „Grillierte Heuschrecken in Apfel-Marinade, Baked Potatoes mit Grillen“ und „Schokoladen Canache mit Mehlwürmer Orangenöl und Mehlwurm-Krokant-Glacées „ – das hört sich zwar ziemlich exotisch an, aber so extrem exotisch hat es gar nicht geschmeckt. Ob ich der Krabbe, der Schnecke oder der Grille ins Auge sehe – mal ehrlich, was macht das für einen Unterschied? Es ist allein die Vorstellung, die das Kribbeln im Bauch verursacht und nicht das Tier. Es hat mich aber auch eine kurze Überwindung gekostet zuzugreifen und Mehlwürmer, auch wenn sie geröstet angenehm nussig schmecken, werden sicher nicht meine Leibspeise. Aber, es war eine spannende Erfahrung und eine Erweiterung meines kulinarischen Horizonts. Letztendlich kommt es auch bei diesen Tierchen auf die Würze und die Zubereitung an, denn selbst haben sie, wenn überhaupt, nur einen zarten Eigengeschmack.   Neue Nahrung für die Welt In Europa haben wir keine Tradition was den Verzehr von Insekten anbetrifft. Obwohl …

„Cook & Serve“ – der Eschenbach Porzellankochtopf

„Cook & Serve“ – unsere Mütter hätten diesen Begriff nicht verwendet, aber von dem Eschenbach Porzellankochtopf wären auch sie begeistert gewesen. Denn auf formschönes Kochgeschirr haben auch sie schon Wert gelegt. Und natürlich praktisch gedacht: deshalb gab es doch wohl in fast jedem Haushalt der 50er, 60er und bis in die 70er Jahre hinein Jenaer Glastöpfe. Kein Umfüllen vom Topf in die Schüssel war nötig – die moderne Hausfrau sparte so Zeit und hatte weniger Arbeit. Ich erinnere mich, dass es diese Töpfe, die übrigens nie ohne Drahtuntersatz auf den Herd gestellt werden durften und mit Vorsicht zu behandeln waren, nicht nur in transparentem Material sondern auch in weiß mit Blümchenmuster gab. Glänzender Edelstahl Diese tütteligen Töpfe wollte unsere Generation nicht mehr in der Küche sehen und so begann die Edelstahlwelle. Es blitzte und glänzte in den Küchen und der stylische Edelstahltopf durfte durchaus auch auf den Tisch. Allerdings beobachte ich schon seit einiger Zeit, dass wieder mehr Farbe und Vielfalt in die Welt der Töpfe kommt. Plötzlich ist der alte Emaille Topf wieder da. …

Starke Frauen – Evas Töchter

„Evas Töchter“ – was für tolle, interessante Vorfahrinnen waren das von denen wir bisher nichts wussten. „Evas Töchter“ ist der Titel der neuen Ausstellung in der Monacensia, dem Literaturarchiv der Stadt München und die ist unbedingt sehenswert! Denn „Evas Töchter“, das sind Frauen, die schon mehr als 100 Jahre vor „me too“ für ihre Rechte gekämpft und sich für die Unabhängigkeit und Bildung von Frauen eingesetzt haben. 1894 gründeten sie die Gesellschaft zur Förderung geistiger Interessen der Frau, die ein Jahr später in Verein für Fraueninteressen umbenannt wurde. Frauenpower zur Jahrhundertwende Mal ehrlich, wann haben wir zum ersten Mal von einem „Internationalen Frauentag“ gehört, geschweige denn diesen Tag gefeiert? Nicht mal während der frauenbewegten 70er-Jahre war er ein Thema. Um so erstaunlicher zu erfahren, dass bereits 1899 der erste Allgemeine Bayerische Frauentag statt gefunden hat, an dem 50 Frauen aus 14 Bayerischen Städten teil genommen haben. Es war also keine elitäre Hauptstadtveranstaltung, sondern es kamen tatsächlich auch Frauen aus kleinen Städten und vom Land, die für ein modernes, unabhängiges Leben kämpften, vor allem um das …

Happy Aging

Happy Aging – glücklich alt werden – ist das nicht ein Widerspruch per se? Wer spricht beim älter werden schon von Glück. Aber, liebe Ladies, zum Glück trifft es uns alle, Männer und Frauen gleichermaßen. Und wenn es schon sein muss, dann wollen wir doch so happy und schön wie möglich altern. Bewegung und Ernährung – ach ja, wir wissen es längst – sind die beiden entscheidenden Faktoren mit denen wir uns ein bisschen Jugend erhalten können. Mit bewusster und gesunder Ernährung darf man übrigens auch schon vor dem Rentenalter anfangen! Happy cooking Ein Wegweiser dazu ist gerade druckfrisch erschienen: „Happy Aging“ von Dagmar von Cramm. Sie ist vielfach ausgezeichnete Fachfrau in Sachen Ernährung und – wer Kinder hat kennt ihre Bücher vielleicht: zahlreiche Ratgeber über Kinderernährung und Familienkochbücher, die sogar in viele Sprachen übersetzt wurden. Sie ist Herausgeberin der Zeitschrift „eathealthy“ und unterhält eine eigene Versuchsküche. Jetzt, sagte sich die Ökotrophologin und Mutter dreier Söhne, ist auch sie mal an der Reihe – nicht immer nur Kinder und Familie. Und so hat sie in ihrem …

Kiki Smith im Haus der Kunst in München

Die amerikanische Künstlerin Kiki Smith im Haus der Kunst – als ich das gelesen habe, dachte ich: schnell hin, nicht wieder lange aufschieben und dann doch verpassen. Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt. Kiki Smith, liebe Ladies, ist mein Ausstellungstipp für den Februar. Weibliche Kunst in vielen Facetten Ein glänzendes Objekt mit fließenden Formen, eine Glasfläche mit sich in die Luft schwingenden Raubvögeln, eine vornübergebeugte Frauenskulptur mit bis zum Boden hängender Haarmähne – das ist das Entree, das sind die ersten Eindrücke, beim Betreten der Ausstellung und sie zeigen bereits die große Bandbreite, die das Werk von Kiki Smith ausmacht. Eine Amerikanerin aus Nürnberg Kiki Smith wurde 1954 in Nürnberg geboren und dies, da ihre Mutter, eine Opernsängerin, damals Engagements in Süddeutschland hatte. Die Familie blieb zwei Jahre. Davon ist Kiki die Liebe zur europäischen Kunst, besonders zur Bayerischen, geblieben. In München arbeitet sie regelmäßig in der legendären „Mayerschen Hofkunstanstalt“, dort malt sie großartige Werke auf Glas. Aufgewachsen ist Kiki Smith in New Jersey, in einem Künstlerhaushalt, umgeben von abstrakter Kunst, ihr Vater, …