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Baden-Baden – „Alles geht“

„Rien ne va plus“ – „nichts geht mehr“ das sagen nur die Croupiers im Spielcasino von Baden-Baden – Abend für Abend, in stoischer Ruhe: „rien ne va plus“. In Wahrheit, meine Damen, geht alles in dieser Stadt in der schon römische Kaiser badeten und in der wahrscheinlich mehr Jaguars unterwegs sind, als in jedem anderen deutschen Kurort.

Das schönste Casino der Welt

…so soll Marlene Dietrich die Spielbank in Baden-Baden bezeichnet haben. Ladies, selbst wenn man nicht spielsüchtig ist – in diesem Räumen sollte man sein Glück einmal versucht haben –
schon aus literarischen Gründen. Natürlich sind die Zeiten nicht mehr so mondän, wie damals, als Fjodor Dostojewski hier (selbst betroffen) den Stoff für seine Novelle fand und der russische und europäische Adel seine Ländereien verspielte. „Der Spieler“ erzählt davon und ist immer wieder lesenswert. Die prachtvollen Räume strahlen wie damals in sattem Rot und Gold, üppige Deckengemälde, Stuck und schimmernde Kristall-Lüster verleihen ihnen Glanz. In ganz großer Abendrobe erscheint die Damenwelt nicht mehr, aber im „ kleinen Schwarzen“ und die Herren in Anzug. Die Spieltische sind dicht umlagert: wer gewinnt, wer verliert? Einfach nur Beobachtungen anstellen bereitet schon großes Vergnügen. Besonders am Wochenende drängen sich Spieler und Schaulustige in den Sälen und ich staune, welche Summen über die Tische gehen.“ Rien ne va plus“ oder doch? Wer sein Glück (oder Pech) genug heraus gefordert hat, flaniert in der Bar oder dem Nachtclub – schauen, staunen, genießen erlaubt. Kennt man den älteren Herren mit Toupet nicht von irgendwo her? Aus dem Fernsehen, dem Film? Ist der rundliche Tänzer mit der dicken Zigarre im Mund vielleicht ein Nachfahre Dostojewskys, Russe – die schlanke Schöne an seiner Seite Geliebte oder Zufallsbegegnung?

Spazieren und Flanieren

Jedenfalls tut ein Spaziergang am nächsten Tag durch die weitläufigen Parkanlagen gut – Kopf auslüften! Der gebändigten Oos entlang führen Spazierwege vorbei an der alten Trinkhalle, weiter zum Rosengarten oder zur „Gönneranlage“ – dort gönnen wir uns zumindest eine Pause auf einer sonnigen Bank und bewundern den alten Baumbestand. Nirgendwo habe ich bisher so beeindruckende Platanen gesehen wie an der Lichtenthaler Allee – um diese Jahreszeit herbstlich leuchtend, dazu die Kulisse alter Villen und Grand Hotels vor den dunklen Hügeln des Schwarzwaldes… ein grandioses Bild.

Kultur und Lebensart

Theater, Kunsthalle, Festspielhaus – das zweitgrößte Europas – Ausstellungen, Bälle, Konzerte… das Angebot an Kulturveranstaltungen rund ums Jahr ist riesig und auch kulinarisch fehlt es an nichts. Und außerdem, meine Damen, abgesehen davon, dass in der kleinen, aber feinen Fußgängerzone alle Luxusmarken vertreten sind, gibt es noch überraschend viele Boutiquen mit exclusiver, individueller Mode und Accessoires und das zum Teil in prächtigen Bauten des 19. Jahrhunderts mit Pariser Flair – man muss nur den passende Geldbeutel dabei haben. Ach ja, wenn nicht – ein kleiner süßer Trost ist immer drin im „Café König“ – mit Patisserie so schön wie Spitze.

Baden-Baden – übrigens namensgebend für das Land Baden – war bereits in der Antike ein Gesundheits Hotspot und hat natürlich auch heute noch Bäder, Thermen und Kureinrichtungen.
Wir finden: Kur in Baden-Baden ist absolut ladylike.

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