Alle Artikel in: unterwegs

Zu Gast bei „August und Maria“

Aying, meine Damen, ist immer eine Landpartie wert und gar nicht weit von München weg. Wie schön, wenn von weitem schon der Zwiebelturm der Andreaskirche grüßt, der Maibaum weiß-blau und die Wiesen saftig grün leuchten. Ach ja, und dann bräuchte man ein knallrotes Automobil, um so stilecht vorzufahren bei „August und Maria“. Die beiden haben den Brauereigasthof vor fast 100 Jahren erbaut und mit dem neu gestalteten Restaurant haben ihnen die Nachfahren ein Denkmal gesetzt. Gehoben Bayerisch Alles neu im Traditionshaus? Nein, Qualität wurde hier schon immer groß geschrieben und ein Vorzeigebetrieb war der Brauereigasthof auch schon immer. Schließlich ist die heutige Hausherrin, Angela Inselkammer, auch Präsidentin des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes. Mit dem neuen Küchenchef, der auch in einer brandneuen Küche arbeiten darf, hat sie eine gut Wahl getroffen. Er kombiniert gekonnt Bodenständigkeit mit Raffinesse und zaubert die richtigen Gerichte zum gediegen-bayerischen Ambiente. 8 Jahre hat der Schweizer Mario Huggler bei Feinkost-Käfer gedient. Er könnte locker einen Stern erkochen, will er aber nicht, sagt er, sondern lieber mit frischen, regionalen Produkten überzeugen. Aber natürlich …

Liebesknoten – Tortellini aus Valeggio sul Mincio

Valeggio sul Mincio, meine Damen, ist ein zauberhafter Ort unweit des Gardasees, aber noch zauberhafter sind die Tortellini, die dort hergestellt werden. Eine Pasta, so hauchzart wie Seide, eine Köstlichkeit, ich komme sofort ins Schwärmen, wenn ich daran denke! Aber nicht nur die kleinen Nudeln sind himmlisch, sondern vor allem auch die Legende, die sich darum rankt und von der es viele Versionen gibt. Hier eine kurze: Der Liebesknoten In den Fluten des Mincio, dem Fluss, der sich aus dem Gardasee durch die Poebene in die Adria ergießt, lebte einst die wunderschöne Nymphe namens Silvia. Ein junger Offizier verliebte sich unsterblich in die schöne Nixe und aus Liebe zu ihr stieg er hinab in die Fluten. Am Ufer zurück blieb ein seidenes Tüchlein mit einem zarten Knoten. Voilà – in Erinnerung daran formen die Frauen von Valleggio bis heute die winzigen Nudeln – die „Liebesknoten“. Valleggio Entdeckt habe ich den Ort südlich des Gardasees schon vor Jahren, aber ich muss gestehen, in diesem Jahr war ich zum ersten Mal im „Ristorante la Borsa“ und habe …

Dieses Jahr in Marienbad –  Zeit für eine Frühlingskur

Das Wetter war grau, der Süden noch nicht lau und der Frühling, so wie jetzt, noch nicht in Sicht – also beschloss ich auf wetterunabhängige Wärme zu setzen – in Marienbad… nicht in schwarz-weiß wie der legendäre Film „Letztes Jahr in Marienbad“ von Alain Resnais sondern farbenfroher. Die strahlenden Prachtbauten mit ihren Stuckfassaden aus dem 19. Jahrhundert und die Grand-Hotels der Belle Epoque leuchteten sogar durch das graue Nieselwetter. Und: meine Damen, in Marienbad befinden wir uns in allerbester Gesellschaft: Goethe, Chopin, Bruckner, Kafka, Freud und Hendrik Ibsen kurten hier, Friedrich Nietzsche und Mark Twain, Adalbert Stifter und Arthur Schnitzler, Kaiser und Könige. Franz Josef I. und der spätere britische König Edward VII. gehörten zu den Stammgästen. Über die Damen, die sie begleiteten, ist allerdings weniger überliefert – schade – doch man kann gewiss davon ausgehen, dass sie es waren, die dem Bad den eigentlichen Glanz verliehen haben. Jedenfalls regen die Palais, die weitläufigen Parks die Phantasie an, sodass man sich elegante Damen und Herren vorstellen kann, wie sie hier flanierten und flirteten – besonders, wenn …

Zu Gast in den Palästen der Maharadschas

Was für eine märchenhafte Reise, meine Damen oder Maharanis… Wir waren über zehn Tage lang auf einer ungewöhnlichen Tour in Rajasthan unterwegs, im Norden Indiens und unsere Reise sollte von einem Maharadscha-Palast zum anderen führen. Allerdings nicht nur, um Paläste, Monumente und Forts in ihrer goldenen Pracht und Schönheit zu besichtigen und zu bewundern, sondern auch, um dort zu nächtigen, wo früher die Herrscher mit ihren Familien, ihren Dienern und Untertanen gelebt haben. Eine Fahrt, über 2000 km lang in einem kleinen Bus, durch ein beeindruckendes Land, aber auch durch eine versunkene Welt. Seit 1947, also seit genau 70 Jahren, ist Indien unabhängig und damit das größte demokratische Land der Welt. Einige der ehemaligen Herrscher haben seitdem ihre prunkvollen Paläste in exklusive Hotels verwandelt, jedes anders, jedes einzigartig, jedes mehr oder weniger luxuriös, aber ganz besonders. Namasté – auf den Spuren der Maharadschas und Maharanis Wir verlassen die smogverhangene Stadt Delhi. Unser Weg führt vorbei an den allgegenwärtigen Plastiktüten-Müllbergen, den heiligen Kühen, den Inderinnen in ihren leuchtenden Saris, durch den Lärm ratternder Tuk-Tuks und hupender …

Roma, città bella

Roma, la bella – an diesen Hundstagen im August, meine Damen, wenn die Temperaturen auch nachts kaum unter 30 Grad fallen, möchte man Anita Ekberg sein und ein Bad in der Fontana di trevi nehmen. Doch das wahre „Dolce Vita“ habe ich wieder einmal auf dem Monte Mario gefunden, im „Rome Cavalieri“ Waldorf Astoria Hotel, der Luxuskette des Hilton-Konzerns. Hilton, nein wir denken nicht an Paris Hilton, it-Girl und Skandalnudel (in letzter Zeit ist es aber etwas ruhiger um sie geworden), nicht an amerikanische Einheitshotellerie. Denn das „Rome Cavalieri“ ist ein Ausnahmehotel, alleine schon wegen seiner Lage. Rom zu Füßen Der Monte Mario ist keiner der legendären sieben Hügel auf denen angeblich Rom erbaut wurde. Aber mit 139 Metern ist die höchste Erhebung Roms und, wenn wir uns schon einen Aufenthalt im „Rome Cavalieri“ leisten, dann nehmen wir natürlich nur ein Zimmer mit Aussicht auf die Stadt. Und die ist atemberaubend: die Kuppel des Petersdoms scheint zum Greifen nah, in der Ferne erkennt man als markanten Punkt die „Schreibmaschine“, wie die Römer das Denkmal Vittorio Emanuele …

Picknick im steirischen Thermenland

Ach,  meine Damen, hätten wir an Pfingsten nicht gerne eine Decke ausgebreitet und mit unseren Liebsten ein Picknick auf einer blühenden Wiese eingenommen? Picknick, da stelle ich mir immer das berühmte Bild von Manet vor „Déjeuner sur l’herbe“, das Frühstück im Grünen. Na ja, ganz so frivol muss es dann doch nicht sein – die Damen nicht nackt, sondern doch lieber etwas bekleidet. Nun kann man natürlich seinen Picknick-Koffer selbst packen, alles in Gläschen und Tiegel füllen, Butter, Brot, Kuchen, Pudding, Teller, Gläser, Besteck, eine gute Flasche Wein oder Prosecco – und das alles an den gewünschten Ort transportieren. Aber Ladies, mal ehrlich, bequemer und keineswegs schlechter ist es doch, sich den wohl gefüllten Picknick-Korb abzuholen, ein lauschiges Plätzchen zu suchen und anschließend den Korb mitsamt den Resten und dem schmutzigen Geschirr wieder abzugeben. Sauvignon und Backhendl So habe ich es gerade im steirischen Thermenland erlebt. An einem Sonntag wie aus dem Bilderbuch: blauer Himmel, weiße Wolken, ein Schloss auf einer Anhöhe umgeben von Weinbergen und ein traumhafter Blick über die sanften Hügel der Südoststeiermark, die …

Die Ladies der Meere: Sea Cloud und Sea Cloud II feiern 100. Geburtstag

Dieses Schiff erregt in jedem Hafen Aufmerksamkeit! Wo auch immer die Sea Cloud II ankert, wird sie bestaunt und photographiert: Sie ist einfach ein schwimmender Star, denn die Sea Cloud II und ihre ältere Schwester – die Sea Cloud – gehören zu den legendärsten Passagier-Segelschiffen der Welt. Über Kreuzfahrten kann man zwar geteilter Meinung sein, meine Damen, aber eine Reise auf diesem Schiff ist wahrlich die entspannteste, entspannendste und eleganteste Art einer Seereise. Auch für Nicht-Seglerinnen Es ist ein Erlebnis! Eine Dreimastbark, die ihren Gästen sehr dezent allen Luxus bietet, den man sich nur wünschen kann: 47 komfortable und luxuriöse Kabinen, eine sterneverdächtige Küche mit erlesenen Weinen und eine großartige Crew. Ich durfte Anfang des Jahres „anheuern“ und bin auf dem traumschönen Schiff zehn unvergessliche Tage unter schneeweißen Segeln mitgefahren und -gesegelt auf einer ganz besonderen Route: Entlang der pazifischen Küste von Costa Rica und durch den Panama-Kanal. Ein einzigartiges Erlebnis! Wir haben vor kleinen, einsamen Inseln angelegt, um zu schnorcheln und sind bei tropischen Temperaturen durch tintenblaues Wasser gesegelt mit Blick auf palmengesäumte Küsten …

Wein und Wellness im Schlosshotel Korb in Eppan

Weithin sichtbar thront es über dem Tal, das Schlosshotel Korb in der Südtiroler Weinbaugemeinde Eppan. Meine Damen, Sie werden es lieben, denn es ist genau das richtige Hotel, um ein paar stilvolle Herbsttage zu verbringen, sich einmal als Schlossherrin ganz ohne Verantwortung zu fühlen. Im milden Klima an der südtiroler Weinstraße ist die Herbstsonne warm, hier lässt sich der Sommer noch ein wenig verlängern, wenn es bei uns schon grau und trist ist. Alles in der ehemaligen Ritterburg atmet Geschichte. Allerdings lebten die ehemaligen Herrscher, die Grafen von Eppan, dort  nicht halb so komfortabel wie wir heute.  Schon alleine der Blick über die Weinberge und das weite Bozener Tal hat mich begeistert. Ganz zu schweigen von der liebevollen Einrichtung, der feinen Küche und dem phantastischen Wellnessbereich. Das türkisblau des Himmels findet sich dort bei jedem Wetter im Pool. Selten bin ich in einem Hotel so herzlich empfangen worden wie hier von der Familie Dellago. Die Grafen von Eppan, denen diese Burg einst gehörte hatten gewiss nicht die Raffinesse der heutigen Besitzer, die mit viel Liebe …

Vom Winde verweht

Vom Winde verweht – wer weiß um das Drama, das sich vielleicht auch in Gewändern abgespielt hat, die uns hier auf einem italienischen Flohmarkt entgegenflattern. Wo ist die Braut, wo der Bräutigam. Wer lässt die Kleider seines „schönsten Tages im Leben“ hier im Baum hängen? In der Mittagshitze liegen die Händler dösend unter den Platanen. Zeit für Poesie Die Braut Ruf mich, Geliebter, ruf mich laut! Lass deine Braut nicht so lange am Fenster stehn. In den alten Platanenalleen wacht der Abend nicht mehr: sie sind leer.Und kommst du mich nicht in das nächtliche Haus mit deiner Stimme verschließen, so muss ich mich aus meinen Händen hinaus in die Gürten des Dunkelblaus ergießen… Rainer Maria Rilke

Schnell mal nach Graz

Graz ist Kulturhauptstadt, Barockstadt, Tor zum Süden, kulinarischer Treffpunkt… „großartig, Hilfsausdruck“ (um mit Wolf Haas zu sprechen, dessen Krimi „Das ewige Leben“ übrigens in Graz spielt). Jedenfalls viele Gründe sich die Stadt an der Mur mal anzuschauen. Ich wollte aber auch Franzi besuchen (unsere Backfee) und so stieg ich kurzentschlossen ins Auto. Freitagnachmittag, Hitze, Verkehr, Stau  – egal! 16 Uhr Abreise München, 21 Uhr Ankunft Graz, 21:30 Uhr Backhendlsalat mit Kernöl dazu ein frischer steyrischer Sauvignon – mitten in der Altstadt auf einem wunderschönen Platz. Hier tobt das Leben in der lauen Sommernacht: ein belebter Platz reiht sich an den anderen, überall Lachen, Schwätzen, trinkende Menschen in Restaurants und Bars,  vor Fassaden wie Tortenspitzen… da ist die Anstrengung der Fahrt wie weggeblasen. Kernöl und Käferbohnen Samstag morgen aufs Radl und in die Stadt. Die Luft ist noch frisch und das Angebot auf dem Wochenmarkt überwältigend, viel ursprünglicher als auf unserem gestylten Münchner Viktualienmarkt. Darf’s ein Obstkistl sein oder frische Paradeiser (Tomaten), Käferbohnen, Kernöl oder ein Bauernstrauß…? Obst und Gemüse sind hier noch nicht auf EU-Norm …