Film, Kultur
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Dalida – der Film

Schnell noch ins Kino, meine Damen, so lange dieser ganz besondere, berührende Film noch läuft: „Dalida-der Film“ ist ein Kinoerlebnis! Meine Freundin Isabel war eben noch in einer Matinée in München und hat sofort geschrieben: „Danke, Hermine für den Filmtipp, wir waren begeistert und hätten sonst beinahe „Dalida“ verpasst!“

Was macht diesen Film so einzigartig? Das tragische Leben der Sängerin und ihr Freitod? Die Musik? Die Stimme? Oder ihre Suche nach der Liebe? Die hinreißende Hauptdarstellerin? Oder Dalidas Lieder, die uns durch die fünziger und sechziger bis in siebziger und achtziger Jahre begleitet haben – wie „Ciao, ciao Bambina“, „Paroles, Paroles“, „der Tag als der Regen kam“, „Je suis malade“?

Dalida – ihr Leben

Die Sängerin mit der Löwenmähne und der unglaublichen Stimme habe ich schon in den Seventies in den großen Samstagabend-TV-Shows erlebt. Erst nach ihrem Selbstmord 1987, vor 30 Jahren, und bei Besuchen in Paris am „Place Dalida“ habe ich mehr über ihr Leben erfahren, so wie wir es jetzt alle im Film sehen: Die Italienerin Jolanda Gigliotti – so ihr bürgerlicher Name – wird im Januar 1933 in Kairo geboren. Papa Pietro ist dort erster Geiger an der Oper. Als frisch gekürte „Miss Ägypten“ geht sie nach Paris, um Schauspielerin zu werden: Bei einem Nachwuchswettbewerb 1956 im Pariser „Olympia“ fällt sie dem Musikproduzenten Eddie Barclay und dem Moderator Lucien Morisse auf. Das ist der Beginn einer Weltkarriere: Dalida wird zum Musikstar.

So erfolgreich ihre Karriere, so tragisch dagegen ist ihr Privatleben: Die Ehe mit ihrem Entdecker Morisse scheitert, er nimmt sich später das Leben. Es folgen Lieben, Leidenschaften und es regnet goldene Schallplatten und Erfolge, die erste Platinschallplatte. Dann folgt die größte Tragödie: Auf dem legendärem Musikfestival in San Remo singt sie nach ihrem Freund, dem Sänger Luigi Tenco, das Lied „Ciao amore, ciao“. Als die Jury entscheidet, dass beide Künstler nicht am Finale teilnehmen dürfen, erschießt sich Tenco im Hotel.
Danach folgen bei Dalida Depressionen, ein Selbstmordversuch und Sinnsuche in Indien.

In den 70iger Jahren knüpft sie an ihre einzigartige Karriere an. „Paroles, Paroles“ mit Alain Delon: wieder eine Welthit, „Gigi l´amoroso“ – mit einer weiteren Platinschallplatte veredelt. Nach der Trennung nimmt sich Lebensgefährte Richard das Leben. Eine zerstörerischer roter Faden, der sich durch Dalidas Leben zieht. „J´attendrai“: Damit hat sich Dalida noch einmal für die Disco-Zeit neu erfunden. Und heute noch ein Klassiker: „Er war gerade 18 Jahr“ über die Liebe zu einem jüngeren Mann, wie in ihrer eigenen Biographie: Noch eine Liebe zerbricht. Und daran auch Dalida. Am 18.Mai 1987 wird sie in ihrem Haus am Montmatre tot aufgefunden, sie stirbt an einer Überdosis Schlaftabletten. Dalida – ihre Lieder, ihr Leben, ihre Lieben – dieses Schicksal erzählt der Film, ohne zu dick aufzutragen.

Dalida – der Film

Sveva Aliviti, die tausendschöne Dalida-Darstellerin, ist nicht nur ein ehemaliges Model mit beginnender Schauspielkarriere, sondern: Sie ist die Idealbesetzung für Dalida: Schön, geheimnisvoll, charismatisch, verwundbar und verwundet.
Regisseurin Lisa Azuelos hat einen beeindruckenden und faszinierenden Film gemacht, der alle berührt: Die, die die Sängerin Dalida kennen und die, die erst durch „Dalida – der Film“ erfahren, wer diese großartige Künstlerin war und welche Tragödien diesen Erfolg begleitet haben. Eine Hommage, eine Verbeugung, ein Kino-Erlebnis. Faszinierend erzählt, mit wunderbaren Bildern, einer beeindruckenden Schauspielerin, großartiger Musik und einzigartiger Mode dieser Zeit. Und – meine Damen – keine Sorge, wenn sie diesen Film nun wirklich nicht mehr im Kino sehen können: Im Dezember erscheint er auf DVD. Ich schaue ihn gleich noch einmal an!

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