aufgetischt, Rezepte
Schreibe einen Kommentar

Die Frucht der Aphrodite: Der Granatapfel

Die rubinroten Kerne leuchten wie Edelsteine und veredeln jedes Gericht: Punica Granatum oder „Die samenreiche Frucht aus Phönizien“. Der Granatapfelbaum ist in Kleinasien und im Mittelmeerraum beheimatet und die griechische Liebesgöttin Aphrodite soll den ersten Baum auf der Insel Zypern gepflanzt haben. Auch die alten Ägypter, heißt es, verzehrten und schätzten bereits 2500 vor Christus die Früchte als Fruchtbarkeits-Symbol. In Mythologien und Märchen spielt der Granatapfel eine wichtige Rolle und entführt uns in eine sinnliche Welt. Die pralle Frucht des Granatapfels inspirierte die Märchenerzähler aus 1001 Nacht und auch das Hohe Lied Salomons besingt den goldene Apfel als Symbol für Sinnlichkeit und Erotik.

„Ich wollte Dich führen und in meiner Mutter Haus bringen, da du mich lehren solltest; da wollte ich dich tränken mit gewürztem Wein und mit dem Most meiner Granatäpfel“

so steht es im 8. Kapitel Vers 2. Auch an mehreren Stellen im Alten Testament kommt der Granatapfel vor. Und vermutlich war auch der Baum des Lebens im Garten Eden – wie sollte es anders sein – ein Granatapfelbaum. Also hat Eva Adam nicht mit einem Boskop oder Golden Delicious, sondern mit einem Granatapfel verführt! Im christlichen Mittelalter galten die orange-roten Blütenkelche des Granatapfelbaumes als Sinnbild feuriger Liebe und auch der Reichsapfel – das Symbol weltlicher Macht der Fürsten – war nicht anderes als eben auch ein Granatapfel.
Damit, meine Damen, genug der alten Märchen. War der Granatapfel früher hierzulande eine Rarität wird er inzwischen in jedem Supermarkt angeboten – gilt sogar als „Superfood“. Also, greifen wir zu und streuen ihn über Obst- und Feldsalat, kochen Sirup oder Marmelade daraus. Zugegeben, es ist ziemlich mühsam die Kerne unverletzt aus der Schale zu bergen, aber es gibt einen einfachen Trick: den Granatapfel halbieren und mit einem Löffel die Kerne einfach heraus klopfen. Aber aufpassen: Der rote Saft hat eine intensive Farbe und die Flecken lassen sich nur schwer entfernen. Saft und Schalen des Granatapfels waren früher beliebte Färbemittel für Teppiche und auch in der Volksmedizin spielte er ein Rolle. Mehl aus den getrockneten Kernen galt als Heilmittel für den Magen.

Keine Vitaminbombe

Vitamine enthält er nicht allzu viele. Die Vorteile des Granatapfels liegen eher in den reichen sekundären Pflanzenstoffen wie Flovonoiden und Tanninen. Seine anitoxidative Wirkung soll dreimal so hoch sein, wie die von Rotwein und grünem Tee. Allerdings stecken die meisten Wirkstoffe in der Schale, die zu den Pülverchen und Pillen verarbeitet wird, die wir in Reformhäusern und Apotheken bekommen. Außerdem hat man Phytoöstrogene entdeckt, weshalb der Grantapfel auch in der Antiaging- Medizin eine Rolle spielt.

Köstliche Gerichte

Die wahre Heimat unseres Edelapfels ist Persien, der Iran. In der arabischen, aber auch in der indischen Küche verleihen Granatäpfel den Speisen ein süßsaures Aroma. Anardana heißen die getrockneten Granatapfelkerne, die es ganz oder als Pulver im Handel gibt.

Sie geben Lammgerichten eine besondere Note, werden aber auch gerne zum Würzen von Hülsenfrüchten verwendet oder über Joghurt Raitas gestreut. In Frankreich schätzt man den Grenadinesirup in Cocktails und in Desserts.

Und Hermine verrät uns ihr Rezept für eine herrliche Würzsauce aus Granatapfelkernen: 

Wenn man mit Giannas Trick – also weniger mühsam – die leuchtenden Granatapfelkerne gewonnen hat, presse ich sie aus, das geht am besten mit der guten alten „flotten Lotte“. Diesen schimmernden Saft koche ich mit Sternanis und Palmzucker so lange ein, bis ein köstliches Konzentrat entsteht, das wunderbar als Sauce auf – zum Beispiel – gegrillten Schwertfisch oder auch auf Vanille-Eis passt. Dazu noch ein paar einzelne Kerne darüber streuen und …genießen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.