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Franciacorta – Italiens Antwort auf Champagner

Franciacorta, meine Damen e Signore! Die Italienerinnen pfeifen inzwischen auf Champagner, denn es gibt ja den feinperligen Franciacorta, der quasi das italienische Synonym für französischen Champagner ist und für den auch ich gern ein Glas Schampus stehen lasse.
Alles was perlt, wird in Italien gerne als „Bollicine“ bezeichnet. Die schönsten und besten “Perlen“ des Landes sind die Schaumweine aus dem Franciacorta, die genau nach dem gleichen Verfahren und aus den gleichen Rebsorten wie Champagner hergestellt werden.

Franciacorta: Gebiet und Wein

Das Franciacorta nennt sich die Region in der Lombardei, zwischen Brescia und Mailand, östlich des Iseo-Sees, in der dieser Wein angebaut wird. Der Franciacorta ist ein edler Schaumwein, der nach genau den gleichen strengen Richtlinien wie der französische Champagner hergestellt wird. Allerdings ist die Methode in dieser Region noch nicht so alt wie in der Champagne. Zwar haben in Franciacorta und Umgebung schon Mönche in grauer Vorzeit den Weinbau eingeführt, allerdings waren die Rot- und Weißweine eher für den lokalen Markt.

Erst in den 1960er Jahren hat man im Weingut Berlucchi begonnen, mit Schaumweinen zu experimentieren. Denn schließlich gedeihen Chardonnay und Pinot noir, in Italien „Pinot nero“ genannt – die klassischen Hauptrebsorten des Champagner – hier hervorragend. Aus dem Experiment wurde eine Erfolgsstory.

Franciacorta – Italiens feinste Perlen

Feinperlig, prickelnd, cremig – strohgelb bis goldgelb steht er im Glas und die großen Hersteller lassen sich ihr feines Getränk inzwischen auch entsprechend bezahlen. Schließlich werden die Trauben ausschließlich per Hand geerntet und der Wein bleibt nach der ersten Gärung mindestens 18 Monate auf der Flasche, wo die zweite Gärung stattfindet. Die Klassifizierung reicht von Franciacorta (immer synonym für Flaschengärung) über Rosè, Satèn, Millesimato bis Riserva. Da müssen sich die Damen einfach durchprobieren, um ihr Lieblingsgetränk heraus zu finden. Inzwischen gibt es 108 Weingüter, die Franciacorta abfüllen und die Anbaufläche hat sich seit den 1960er Jahren vervielfacht. Von 34 auf 2800 Hektar ist sie gewachsen, aber damit immer noch klein, im Vergleich zur Champagne mit 34 000 Hektar. Immer mehr Winzer bieten ihre „Bollicine“ in Bioqualität an – 65% des Franciacorta sind inzwischen Bioweine.

Die Favoriten

Berlucchi, Bellavista, Ca del Bosco – das sind die großen und teuren Namen des Franciacorta. Nicht nur die Qualität, auch die Preise können durchaus Champagner-Niveau erreichen. Aber es gibt auch kleine Produzenten mit nicht weniger feinen Perlen in den Flaschen, die durchaus erschwinglich sind. Zum Beispiel Ferghettina, Franciacorta brut, in einer sehr stylisch eckigen Flasche in der sich die Aromen noch besser als in den üblichen entfalten können.

Oder: Barone Pizzini, Franciacorta Edizione Rosé, ein Bio-Franciacorta, der einen Sommerabend wert ist. Die Signore und Ladies und Damen erheben das Glas und sagen: Gin Gin

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