chic & schön, Leben
Schreibe einen Kommentar

Green fashion – Es grünt so grün…

„Es grünt so grün, wenn die grüne Mode beginnt zu blüh’n…“ frei nach „My Fair Lady“. Ja, liebe Ladies, ich habe mich ja im green showroom und auf der ethical fashion show in Berlin umgeschaut: Zwei Messen, die im Rahmen der Berliner fashion week statt fanden. (Eigentlich wollte ich schon früher darüber berichten, aber leider hat uns der Computer einen Strich durch die Rechnung gemacht – indem er sich einfach mal verabschiedet hat).

Grüne Mode im Kraftwerk

Im coolen Ambiente eines ehemaligen Kraftwerks haben rund 170 Labels nachhaltige Mode und Accessoires präsentiert. Und ich muss sagen, der „Öko-Touch“, der dieser Mode ja immer noch etwas anhaftet, nimmt rasant ab. Klar, stehen hier nicht die ausgeflippten Designerklamotten im Vordergrund, sondern eher zeitlose Schnitte und hochwertige Materialien, denn nachhaltig heißt in erster Linie auch, dass man – so wie wir es ja auch noch von unseren Müttern noch kennen – ein Kleidungsstück mehrere Jahre trägt. Green fashion, grüne Mode ist das Gegenteil von fast fashion – aber, liebe Ladies, das muss ich Ihnen wahrscheinlich nicht erzählen. Um H&M machen wir doch schon längst einen Bogen und von Primark wissen wir nur, dass die jungen Youtuberinnen über wöchentliche Beutezüge berichten, bei denen sie für einen Spottpreis Berge von Klamotten erstehen. Aber das ist definitiv nicht für unsere Frauengeneration gedacht. Und Kik-Billigstramsch kommt uns schon gleich gar nicht in Shopping-Tüte!

Weniger ist mehr…

…das ist eigentlich die Grundidee nachhaltiger, grüner Mode. Also lieber ein Teil weniger, dafür aber dann aus feinem Cashmere oder Bio-Baumwolle und nicht in den Massenfabriken in Bangladesch oder Kambodscha von miserabel bezahlten Näherinnen hergestellt. Sondern, wenn schon made in Schwellen- oder Billiglohnländern, dann wenigstens in Kollektiven, in denen faire Löhne bezahlt werden. Dafür gab es auch in Berlin einige Beispiele, die ich Ihnen gleich vorstellen werde.

Bio ist nicht grün genug

Denn, liebe Ladies, es reicht nicht, wenn auf dem Etikett „Biobaumwolle“ steht, die inzwischen sogar Tchibo schon anbietet, viel wichtiger sind die Produktionsbedingungen.

Anzüglich

organic & fair. Das österreichische Label der Designerin Bawi Koszednar lässt seine Kollektionen seit 2009 in der alten Inkahauptstadt Cusco in Peru nähen. Dort werden größtenteils gehörlose Frauen zu Schneiderinnen ausgebildet. Klare, Schnitte und Farben, viele Teile zum Wenden und Wickeln bieten viele Kombinationsmöglichkeiten. Die Baumwolle stammt aus kontrolliert biologischem Anbau, das bedeutet im Gegensatz zum konventionellen Anbau, dass weniger Wasser und keine umweltschädlichen Pestizide und Insektizide gebraucht werden.

Aus Alt mach Neu

Die gebürtige Brasilianerin Márcia De Carvalho lässt aus recycelten Strümpfen Strickmode und Accessoires fertigen. In Paris gründete sie schon vor vielen Jahren ein Projekt und sammelt in Supermärkten alte Socken, aus denen neue Fasern gesponnen und zu zauberhaften Oberteilen oder Taschen verarbeitet werden – alles 100% made in France. Die Designerin hat unendlich viel in Recherche und Basisarbeit investiert, bis es ihr gelungen ist, ihre Idee zu verwirklichen: den Müllberg zu reduzieren, Arbeitsplätze und nachhaltige Mode zu schaffen.

Schmetterlings-Seide

Den Seidenfaden spinnt ja bekanntlich eine Raupe, aus deren Kokon dann ein Schmetterling schlüpft. In der herkömmlichen Produktion flattert allerdings kein bunter Schmetterling aus dem Seidengeflecht, sondern er muss für unsere Blusen und Kleider sein Leben lassen. Nicht so bei Cocccon. „Friedliche Seidenherstellung“ nennt sich das, was bei dem in Indien beheimateten Seidenhersteller praktiziert wird. Aber nicht nur die Produktionsweise überzeugt. Nein, Ladies, bei Cocccon gibt es auch die schönsten Muster und Farben. Traumhafte Seidenschals – einer schöner als der andere.

Das sind nur ein paar Eindrücke und es ist spannend zu beobachten, was sich auf dem Gebiet der green fashion alles tut: Bademode aus recyceltem Plastikmüll aus dem Meer, Schuhe und Handtaschen aus veganem Kunstleder oder aus Pflanzenfasern wie zum Beispiel aus Apfelschalen.

Luxus mit Stil

Apfelschalen (inkl. Stielen), die bei der Apfelsaftproduktion in Südtirol tonnenweise anfallen, werden getrocknet und pulverisiert und unter Beigabe von Farbe und einem Bindemittel Schicht für Schicht auf Leinwand aufgetragen. Das Material wird dann anschließend geprägt, damit eine Lederstruktur entsteht und schließlich zu schicken Taschen verarbeitet. Das alles geschieht in Italien, sodass auch keine großen Transportwege entstehen. Das ist doch eine grandiose Idee.

Es gibt noch viel mehr Beispiele. Was ich damit sagen will: Ladies, Augen und Ohren offen halten – denn diese Innovationen tun nicht nur der Umwelt gut, sondern sie sind auch immer etwas Besonderes, Exklusives – so wie wir es lieben.
Infos über die Kennzeichnung von nachhaltiger und fairer Kleidung gibt es hier:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.