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Handschuhe für die Dame

…ohne Handschuhe? Für die Dame doch undenkbar! Die Lady sollte schließlich nicht nur mit Glacéhandschuhen angefasst werden, sondern diese auch tragen.

Vor kurzem erst wieder im Heimkino: „Ein Herz spielt falsch“ mit Ruth Leuwerik und O.W. Fischer: Während sich die Badegäste im Bikini tummeln, trägt die Dame von Welt (also Ruth L.) zum Sommerkleid Handschuhe im Strandcafé, was sonst? Erinnern Sie sich an die sogenannten Autofahrerhandschuhe, meine Damen? Weiche Lederhandschuhe, fein abgesteppt mit kleinen Luftlöchern, damit die zarte Damenhand das Lenkrad besser umfassen konnte, bei den hach, so langen Autofahrten mit dem chicen Cabriolet? Und: welcher Herr trug damals nicht begeistert den liegengelassenen Handschuh der Angebeteten hinterher?
Handschuhe, Hut und die passende Handtasche waren einfach die drei Top-H-Accessoires ohne die unsere Mütter und Tanten nicht aus dem Haus gingen.
Und wie ladylike es allein in alten Filmen aussieht, wenn sich die Dame langsam die Handschuhe abstreift, bevor sie ihre Krallen ausfährt… da ist der legendäre Fehdehandschuh nur der Fäustling der Geschichte.

In mehreren Benimm-Handbüchern habe ich allerdings heute geblättert, um zu erfahren, ob man beim Abend-Dinner nun die langen Handschuhe zum Speisen anbehält oder nicht, bin aber zu keinem Ergebnis gekommen. Jaqueline Kennedy hätte die Antwort sicher gewusst… und Sie, meine Damen?

Nostalgie hin oder her: Elegante Leder-Handschuhe sind – ebenso wie in diesem Winter die etwas kürzeren Ärmel bei den Wintermänteln – wieder schön en vogue. Gianna hat im Land der Mode, in Italien, ein paar Paar besonders elegante Handschuh-Modelle entdeckt… die würde ich allerhöchstens für einen Handkuss ausziehen, der ist allerdings nicht wieder in Mode gekommen – vielleicht noch nicht?

Aber, meine Damen, eine Handschuh-Benimmregel aus „Das goldene Buch der Sitte“ aus dem Jahr 1901 wollen wir Ihnen nicht vorenthalten: Sollten Sie demnächst zum Reiten gehen, bitte beachten Sie, was unter der Rubrik „noble Passionen“ verzeichnet ist: Kapitel 1025, hier lautet die Empfehlung: „Die Handschuhe seien aus gelbem oder weißem Hirschleder, aber niemals aus Hundeleder. Das ist gemein, unbequem und macht wahre Tatzen. Der Handschuh muss in den Fingern sehr lang, sehr geschmeidig und vornehmlich sehr weich sein, um der Hand ebenso viel Spielraum zu lassen, als ob sie unbekleidet wäre…“

Da lässt sich doch auch die Tür zur U-Bahn mit einem chicen Leder-Handstreich öffnen, nicht wahr, meine Damen?

Oder sind die feinen Lederhandschuhe nur noch Hingucker in den Auslagen – wer trägt sie noch wann und wo? Kommentare erwünscht.

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