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Hermès: einmal waschen und färben, trocken – bitteschön, meine Damen!

 Up-Cycling der Luxusklasse

Ein echtes Hermès-Seidentuch einfach färben? Mon dieu, das ist doch ein Sakrileg, mesdames, n’est-ce pas? Nein, das ist es nicht, ganz im Gegenteil, aber nur wenn man es von Hermès selbst machen lässt! Das weiß ich seit diesem Wochenende: DIP DYE von Hermés Wash macht es möglich. Klingt nach Waschmittelwerbung aus den Fifties? Ist aber genial! Hermès färbt die alten Tücher einfach um. Und sie bleiben dadurch ein Original und zwar ein besonders originelles! „Hermès Wash“ ist zurzeit der chiceste und charmanteste Pop-up-Store in München: Der knallbunte Waschsalon „HermèsMatic“ ist schön wie Modern Art! Ich dachte zuerst, es handelt sich eine Kunst-Installation im Hermès-Style, und auch als diese wirklich sehenswert – seit Freitag in der Türkenstraße 67.

Ein Hauch von Hermès

Eine Kelly-Bag oder Birkin-Bag aus dem Hause Hermès sind leider noch unerfüllte Träume von mir , stattdessen bedufte ich mich mit einem Hauch von „sur le toit“ oder „le jardin de monsieur Li“ . Aber es geht ja jetzt um Hermès-Tücher, die „Carrés“ (mit ihren in die Jahre gekommenen Mustern und Farben) – eines davon habe ich vor 20 Jahren geschenkt bekommen und mich an dem Klassiker und seinen typischen rot-gold-Farben, ein bissl abgesehen – zu konservativ, jetzt wo ich in dem entsprechenden Alter bin, finde ich es zu tantenhaft. So ist mein Hermès-Tuch die letzten Jahre selten aus seinem edlen orangen Schächtelchen herausgekommen.

Tuch-Relaunch

Genau die Idee steckt dahinter, erzählt Martin Köhler, Verkaufsleiter von Hermès München, der mit strahlendem Lächeln Hermès Wash und das Prinzip erklärt: Die Klassiker kann man umfärben und dadurch verändern und aufpeppen und dann aus der kostbaren Schrankleiche etwas völlig anderes designen lassen: Ein Unikat! Und, hofft Martin Köhler, vielleicht kommen dadurch auch junge Kunden auf den Geschmack, kreativ mit einem Klassiker, wie Hermès-Tüchern umzugehen. Aber wer hat schon jung ein Hermès-Tuch und wenn dann von Omi oder Tante im Schrank neben Pelz und Perlenkette? Deshalb ist HermésMatic auch für die quirlige Maxvorstadt und nicht die Luxusmeile Maximilianstraße konzipiert.
Farbbeispiele sind im HermésMatic Pop-up-Store überall zu sehen, sogar auf dem stillen Örtchen, das eher ein Stil-Örtchen ist, gedip-dyed mit lauter Carrés. Trés chic!

Tuch-Fühlung

Der wunderbare Waschsalon ist erstaunlicherweise proppenvoll! Die meisten schauen sich um, weil die orange Reinigung so stylish und witzig ist und finden es großartig, wie man das Luxusimage so spielerisch und frech umwandeln kann. Einige Damen sind auch mit ihren Originaltüchern da (nur die werden umgefärbt) und wollen den Gratis-Service ausprobieren. Also habe ich am Samstag auch gleich mein Rot-Gold-Carré bei Hermès-Matic abgegeben, wurde von Mitarbeiterin Anna fachkundig beraten, welche Farben nach dem Färben in welcher Nuance herauskommen könnten, damit aus dem knallrot nicht moosig-grün wird und wir haben uns auf hellere Töne geeinigt, ehrlich gesagt, hab ich auch Lust mich von Hermès überraschen zu lassen. Da wird doch nichts schiefgehen?


Das Ergebnis zeigt Hermés-Hermine dann nächste Woche, wenn ich das edle Tuch wieder abhole…
In Barcelona war der orange Waschsalon ein Renner, nächste Station wird Amsterdam sein, bis 22. Oktober ist HermèsMatic noch in München.
Aber abgesehen von der originellen Idee und der ungewöhnlichen Atmosphäre dort, hätte ich noch eines gerne: Eine dieser knallorangen Hermès-Waschmaschinen!

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