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Hidden Figures – Unerkannte Heldinnen

Unbekannte Heldinnen würde mir als Filmtitel ja besser gefallen – aber sei’s drum. Es gibt sie immer wieder, die unbekannten Frauen, die Großes geleistet haben und von der Nachwelt nahezu vergessen wurden. Drei davon werden jetzt in einem unterhaltsamen Hollywood-Streifen gewürdigt: Die drei schwarzen Mathematikerinnen Catherine Johnson, Dorothy Vaughan und Mary Jackson, die im Dienst der NASA dazu beigetragen haben, dass John Glenn als erster Amerikaner in einem Raumschiff die Erde umkreisen konnte.

Kalter Krieg und Rassentrennung

Es ist das Jahr 1960: John F. Kennedy ist Präsident der Vereinigten Staaten und der Machtkampf zwischen den Supermächten wird auch als Wettlauf im All geführt. Die erste Runde geht an Russland, Juri Gagarin fliegt 1961 als erster Mensch in den Weltraum. Der Druck auf die Task Force der NASA unter Al Harrison (Kevin Costner) ist immens. Um den Rückstand aufzuholen, ist jedes Mittel recht.

Schwarze Power

Im Rechenzentrum der NASA arbeitet auch eine Gruppe schwarzer Mathematikerinnen, die lediglich als Hilfskräfte Berechnungen durchführen dürfen. Sie sind, wie es der Zeit entspricht, doppelt diskriminiert: als Frauen und als Schwarze. Als das Rechengenie Katherine Goble (Taraji P.Henson) in den Inner Circle berufen wird, weht ihr eisige Kälte entgegen. So weitgehend, dass die Herren Wissenschaftler sich weigern, ihren Tee aus der gleichen Kanne wie Katherine zu trinken. Die Rassentrennung reicht sogar bis zur Toilette. Die für Schwarze Frauen ist über einen Kilometer von Katherines Arbeitsplatz entfernt! Mit Akten unterm Arm und in Stöckelschuhen rennt sie dorthin, um ja nicht zu viel von der wertvollen Zeit zu verlieren. Letztendlich setzt sich ihr Genie aber gegen alle Widrigkeiten durch. Ihr Chef – zum Teil aus Überzeugung, zum Teil aus Pragmatismus – zieht Catherine zu Besprechungen hinzu, an denen noch nie eine Frau, geschweige denn eine Schwarze teilgenommen hat. Er ist es auch, der das Schild, das die Schwarzen-Toilette kennzeichnet, zertrümmert. Auch die Freundinnen von Katherine setzen sich durch: Dorothy Vaughan (Octavia Spencer) wird der erste weibliche Supervisor der NASA und Mary Jackson (Janelle Monae), die Aufmüpfigste der drei, schafft es, als erste schwarze Frau an einer weißen Universität das Ingenieurstudium zu absolvieren.

Weltraumliebe

So weit so gut – der Film wäre kein Hollywoodstreifen, wenn nicht auch ein bisschen Liebe und Atmosphäre der Sixties vorkämen: Große Schlitten, die Damen mit wippenden Röcken und hohen Absätzen. Dazwischen immer wieder Original-Filmaufnahmen aus der Zeit mit John F. Kennedy und den Menschen, die damals die Weltraummission mit Spannung verfolgt haben. Auch von John Glenn (Glen Powel), der sich bei seiner Weltraummission – zumindest im Film – erst dann sicher fühlt, als Katherine ihr Okay gibt.

Sehr rührend am Schluss die Originalbilder der drei Wissenschaftlerinnen, denn die „Unerkannten Heldinnen“, so der Filmtitel, hat es wirklich gegeben. Der Film von Theodore Melfi beruht auf einem Sachbuch.

Ich sage: gute Unterhaltung und schön, dass wir die Geschichte dieser drei Ladies erfahren haben.

1 Kommentare

  1. Karin sagt

    Danke für den Filmtipp. Die Beschreibung des Filmes hört sich sehr interessant an. Mein nächster Kinobesuch wird mich in diesen Film führen.

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