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Kiki Smith im Haus der Kunst in München

Die amerikanische Künstlerin Kiki Smith im Haus der Kunst – als ich das gelesen habe, dachte ich: schnell hin, nicht wieder lange aufschieben und dann doch verpassen. Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt. Kiki Smith, liebe Ladies, ist mein Ausstellungstipp für den Februar.

Weibliche Kunst in vielen Facetten

Ein glänzendes Objekt mit fließenden Formen, eine Glasfläche mit sich in die Luft schwingenden Raubvögeln, eine vornübergebeugte Frauenskulptur mit bis zum Boden hängender Haarmähne – das ist das Entree, das sind die ersten Eindrücke, beim Betreten der Ausstellung und sie zeigen bereits die große Bandbreite, die das Werk von Kiki Smith ausmacht.

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Eine Amerikanerin aus Nürnberg

Kiki Smith wurde 1954 in Nürnberg geboren und dies, da ihre Mutter, eine Opernsängerin, damals Engagements in Süddeutschland hatte. Die Familie blieb zwei Jahre. Davon ist Kiki die Liebe zur europäischen Kunst, besonders zur Bayerischen, geblieben. In München arbeitet sie regelmäßig in der legendären „Mayerschen Hofkunstanstalt“, dort malt sie großartige Werke auf Glas. Aufgewachsen ist Kiki Smith in New Jersey, in einem Künstlerhaushalt, umgeben von abstrakter Kunst, ihr Vater, Tony Smith (1912 bis 1980) war ein bedeutender Vertreter des Abstrakten Expressionismus in Amerika. Sie selbst liebt das Gegenständliche das sie von Anbeginn ihrer Künstlerkarriere bevorzugt.

Das Verhältnis zum Körper

Der Körper, vorwiegend der weibliche, ist eine Thema, das sich durch das gesamte Werk von Kiki Smith zieht. Und da kennt keine Scheu, keine Tabus. Er wird seziert, auseinandergenommen, in Einzelteile (Hände Füße, Rippen, Becken, Brüste…) zerlegt und das Innere nach Außen gekehrt. Ihre Figuren sind nackt und schutzlos – ihre „Virgin Maria“ durchscheinend, verletzlich – ohne Haut. Bei Kiki Smith gibt es weder idealisierte Heldinnen noch Objekte der Begierde – das herkömmliche Frauenbild wird einfach unterlaufen.

Mythen und Fabeln

Kiki Smith arbeitet mit verschiedenen Materialien – mit Bronze, Glas, Wachs, Gips, Porzellan, Papier, Aluminium, Latex, Perlen… und so vielfältig wie die Materialien, sind auch die Themen, denen sie sich schrittweise öffnete: Neben der „Conditio Humana“, Geburt, Leben, und Tod, den großen Themen, bekommt auch das Verhältnis von Mensch und Tier immer mehr Bedeutung. Mit der Liebe zur Natur, halten Tiere und Fabelwesen Einzug in das Werk. Die großen Wandteppiche sind gewebte Träume – inspiriert von der Welt des Mittelalters, einer der Lieblingsepochen der Künstlerin.
Mit den im Raum verstreuten Vogelskulpturen setzt sie den Krähen ein Denkmal, die durch den Einsatz von Pestiziden in New Jersey vergiftet wurden und tot vom Himmel fielen. Aber auch den vielen anderen Opfern von Umweltkatastrophen.

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Der Film Kiki Smith

Die Ausstellung zeigt 30 Jahre Kiki Smith. Ganz zum Schluss gibt es die Möglichkeit, sich einen Film über die Künstlerin anzuschauen – dafür, liebe Ladies, sollten Sie sich unbedingt noch Zeit nehmen, bevor Sie dann im Museumscafé Goldene Bar – immer empfehlenswert – einen Cappuccino oder ein Glas Prosecco trinken und die Eindrücke dabei nachwirken lassen.

Die Ausstellung dauert vom 2.Februar bis 3. Juni im Haus der Kunst in München. Täglich geöffnet von 10 bis 20 Uhr, donnerstags bis 22 Uhr.

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