Kultur
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Lesestoff für Herbsttage

Endlich, endlich ist wieder ein Jane Gardam Roman in deutscher Übersetzung erschienen!
Wer wie ich, liebe lesende Damen, im vorletzten Jahr geradezu süchtig die „Old Filth“-Trilogie der englischen Schriftstellerin Jane Gardam verschlungen hat, ist froh, endlich wieder ein Buch dieser großartigen Autorin in Händen zu halten. Allen Ladies seien alle Bücher dieser einzigartigen Lady empfohlen!

Späte Entdeckung

Jane Gardam wurde anlässlich ihres 90. Geburstags in diesem Juli in den Feuilletons hymnisch gefeiert, bis 2016 war sie in Deutschland kaum bekannt, wurde aber mit dem Erscheinen der drei Bücher „Ein untadeliger Mann“, „Eine treue Frau“ und „Letzte Freunde“ als literarische Entdeckung gefeiert. Zu Recht finden wir Damen! Die Lebensgeschichten der drei Protagonisten, miteinander dicht verwoben, jedoch aus der jeweiligen Perspektive erzählt sind drei sprachliche Meisterwerke. Sie sind wundervoll erzählt, hinreißend geschrieben und brillant übersetzt (von Isabel Bogdan). Jedes für sich zu lesen, in willkürlicher Reihenfolge – jeder Band ein großer Lesegenuss.

Weit weg von Verona

Jane Gardam wurde 1928 in Yorkshire geboren und lebt heute in Kent. Nun hat sie gewissermaßen ihren Debütroman in der deutschen Übersetzung nachreichen können: „Weit weg von Verona“, die Geschichte eines rebellischen 13-jährigen Mädchens, Jessica Vye, das während des Zweiten Weltkriegs in dem kleinen englischen Badeort Cleveland Sands lebt und eines weiß: Sie wird Schriftstellerin werden. Gleich zu Beginn stellt die Ich-Erzählerin klar: Sie ist nicht verrückt, aber auch nicht ganz normal – vielleicht ein wenig exzentrisch. Jessica sagt bedingungslos und in den unmöglichsten Momenten die Wahrheit. Das und ihr Widerwille gegen Anpassung bringen sie in ihrer kleinen Welt ständig in verquere Situationen. Eine Freundin ist ihre Vertraute – der Rest ihrer Umgebung begegnet ihr mit einer Mischung aus Faszination und Verwunderung. Aber das ist ihr gleichgültig, denn eigentlich will sie nur eines: Schreiben. Freude und faszinierend ist es, in Jessicas Welt mitgenommen zu werden, mit skurrilen Begegnungen, traumatischen Kriegserlebnissen, schönen Shakespeare-Szenen (daher der Titel auf Romeo und Julia bezogen), zärtliche Schwärmereien für ihre erste Liebe, dem Erzählen als Lebenselexier.
Jane Gardam ist eine passionierte Geschichtenerzählern, und ihre Hauptfigur Jessica – vielleicht ihr Alter Ego – ist es auch. „Weit weg von Verona“ ist – laut Klappentext – ein „großartiger Roman über das Frühlingserwachen und den Abschied von der Kindheit. Mit Jessica, dieser widerspenstigen, radikal unabhängig denkenden jungen Frau hat Gardam eine der hinreissendsten Mädchenfiguren überhaupt geschaffen“.

Damenprädikat: Ein Buch zum Genießen!

Jane Gardam: Weit weg von Verona
Verlag: Hanser Berlin 2018
240 Seiten
ISBN-10: 3446260404
ISBN-13: 978-3446260405

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