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Mildred Scheel – Erinnerungen an meine Mutter

Mildred Scheel, eine Dame, eine Lady und eine engagierte Medizinerin: Mit dieser „First Lady“ sind viele von uns aufgewachsen und Mildred Scheel hat die Rolle der Frau an der Seite des Bundespräsidenten verändert und neu definiert. Unkonventionell, groß, selbstbewusst, klug und charmant, ungewöhnlich gekleidet und engagiert in ihrer Rolle als Gründerin der Deutschen Krebshilfe. Sie war nicht nur die Gattin an der Seite von Walter Scheel und das hat mich schon als Teenager beeindruckt. Hat man zuvor schon eine lachende und souveräne First Lady bei Rudi Carrell und Thomas Gottschalk gesehen, strahlend bei der Bambi-Verleihung und unermüdlich als Spendensammlerin für ihr Projekt? Gegen den Strich – das war Mildred Scheel. Ihr Krebstod vor 30 Jahren hat ganz Deutschland berührt.

Erinnerungen an meine Mutter…

Ihre Tochter Cornelia hat ihrer berühmten Mutter nun mit einer berührenden Biographie ein Denkmal gesetzt. Herzlich und voller Wärme geschrieben, ganz persönliche Erinnerungen an eine liebevolle Mutter und großartige Persönlichkeit. An eine Kindheit bevor Mildred Scheel die Frau des Politikers Walter Scheel wurde, an eine Jugend in der Präsidentenvilla Hammerschmidt, in der die junge Cornelia den Personenschützern ausbüchsen wollte und hinter einem Helmut Schmidt im Smoking das Treppengeländer heruntergesaust ist, bis der seriöse Politiker im kaviarservierenden Kellner gelandet ist.

Jenseits des Protokolls

„Meine Mutter war der Schrecken eines jeden Protokollchefs“ schreibt sie: „Sie sah es überhaupt nicht ein, den ganzen Abend neben einem hochdekorierten Ziegenbocksbeinoberunduntergeneralskriegkommandeurserganten zu verbringen, wenn gleichzeitig eine viel mehr Spaß versprechende Künstlerin eingeladen war. Sie vertauschte die Tischkarten, und mein Vater raufte sich die silbernen Locken. Ich habe sie dafür geliebt und gleichzeitig bewundert.“
Amüsant zu lesen, wie souverän sich Mildred Scheel über Kleidervorschriften und Benimmregeln hinweggesetzt hat. Bewundernswert ihr unermüdliches Engagment und ihre Herzlichkeit, mit der sie viel Sympathie und Anerkennung geerntet hat.

Liebevoller Abschied

Berührend innig auch die letzten Monate der Familie Scheel, in der Tochter Cornelia und Mutter Mildred viel kostbare Zeit miteinander verbracht haben.
Erinnerungen an Mildred Scheel, Erinnerungen an eine Persönlichkeit, Erinnerungen an eine Jahrhundert-Frau.

Cornelia Scheel: Mildred Scheel - Erinnerungen an meine Mutter 
Rowohlt-Verlag

Ein Weihnachtsgeschenk für Damen (aber nicht nur!)

2 Kommentare

  1. Karin sagt

    Auch ich habe diese Frau immer bewundert und finde es wunderbar, dass es über sie ein Buch gibt. Das werde ich mit Sicherheit lesen.

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