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Peggy Guggenheim- eine Leben für die Kunst: Der Film im Kino

Was für ein beeindruckender Film, meine Damen! Ich bin hingerissen im Kino gesessen und hatte das Gefühl, Zeugin einer extravaganten Künstlerwelt zu sein, einem Stück Zeitgeschichte.“ Peggy Guggenheim – ein Leben für die Kunst“ ist ein liebenswürdiges Porträt der bedeutendsten Kunstsammlerin der Moderne. Denn im Leben von Peggy Guggenheim (1898-1979) hat sich alles um moderne Kunst gedreht und um die Künstler. Fand sie ihr Leben verrucht, wird sie im Film gefragt? Die Antwort: „Auf jeden Fall – es ging nur um Kunst und Liebe!“
Als Autodidaktin hat Peggy Guggenheim nicht nur ihre unglaubliche Sammlung aufgebaut, sondern auch viele Künstler unterstützt, gefördert und entdeckt. Wie Jackson Pollock, bei dem sie für 600 Dollar sein größtes Werk in Auftrag gegeben hat. Affären hatte sie mit all den Männern, deren Namen heute wie ein Lexikon der Avantgarde klingen: Samuel Beckett, Marcel Duchamp, Kandinsky, Man Ray und Miro. Mit allen? Mit vielen! Sie erzählt es im Film und auch über ihre Ehe mit Max Ernst. Ein Leben wie ein Kunstwerk!

Der Film…

…ist ein Dokumentarfilm und eine Montage aus verschollen geglaubten Tonbändern mit Interviews der Peggy Guggenheim, in denen sie von ihrer Begeisterung für die Kunst und über die erotischen Verbandelungen mit den Künstlern erzählt. Mit Filmausschnitten der Zeit und Photos der Bohéme, in der sie zwischen Paris und New York verkehrte. So entsteht ein dichtes Gespinst aus Erzählungen, Erinnerungen und ein ganz besonderer Blickwinkel auf die Leidenschaft, die Künstler und Sammlerin verbunden hat, aber auch ein Portrait einer traurigen, exzentrischen Frau. Peggy Guggenheim wurde selbst Teil der Kunst durch ihr Gespür für Stilrichtungen und ihre Sammelleidenschaft. Der Film von Lisa Immordino Vreeland über die berühmte Mäzenin ist wie ein erfrischender Spaziergang durch ein Jahrhundert der Kunst: temporeich, charmant und zeigt hinter der selbstbewussten Fassade und der originellen Sonnenbrille der Peggy G auch ihre Unsicherheit und Einsamkeit.

Armes reiches Mädchen

Peggy Guggenheim, eine von drei Töchtern des steinreichen Geschäftsmanns Benjamin Guggenheim und Nichte des Kunstsammlers Solomon Guggenheim, war das schwarze Schaf der New Yorker Millionärsfamilie. Sie war geschieden, hatte eines ihrer zwei Kinder beim Vater gelassen und führte seitdem ein ausschweifendes Leben in der Pariser Künstlerszene. So erzählt der Film auch, wie tragisch Peggy Guggenheims Familienleben war: Sie war zwölf, da starb ihr Vater beim Untergang der „Titanic“. Die Männer, die sie am meisten liebte, verließen sie. Sie hatte sieben Abtreibungen, ihre Künstler-Tochter beging im Alter von 42 Jahren Selbstmord. Die ältere Schwester Benita starb bei der Geburt eines Kindes. Die jüngere Schwester Hazel tötete ihre eigenen zwei kleinen Kinder.

Ein Leben für die Kunst, ein Leben durch die Kunst

Bilder der Avantgarde, die die Nazis als „entartete Kunst“ ausgestellt hatten, hat Peggy Guggenheim gekauft, gesammelt und geschützt. Und auch ihre Künstlerfreunde: Sie war Fluchthelferin und nahm während der dunkelsten Jahre in Europa viele Künstler im sicheren Exil ihres Hauses auf.
Schier unglaublich, dass Peggy Guggenheim eine der bedeutendsten Kunstsammlungen der Moderne zusammengekauft hat, mit einem Grundstock von überschaubaren 40.000 Dollar. Kein einziges der Werke wäre heute dafür zu bekommen.
Der Guggenheim-Palazzo in Venedig, ihrer Traumstadt, in dem sie einst gelebt hat, inmitten ihrer Kunst, ist heute ein Publikumsmagnet.
Einer der ersten Besucher vor vielen Jahren war der Sohn eines Künstlerpaares, das Ms. Guggenheim lange als Mäzenin unterstützt hatte: Der Schauspieler Robert de Niro, der berührend von der einzigartigen Kunstliebhaberin erzählt, die seine malenden Eltern immer unterstützte: Von Peggy Guggenheim.
Eine Leben für die Kunst und für die Liebe. Ihre Bilanz im Film: Alt werden sei schrecklich und sie vermisse den Sex.
Ein Meisterwerk, dieser Film! Ich bin lächelnd aus dem Kino gegangen mit einem weit geöffneten Herzen für die Kunst…

1 Kommentare

  1. Karin sagt

    Vielen Dank für den informativen Artikel, meine Dame. Vor ein paar Tagen habe ich gelesen, dass es einen Film über Peggy Guggenheim gibt und mir überlegt, ob ich ihn anschauen soll oder nicht. Bisher war ich mir unsicher, aber jetzt ist die Entscheidung gefallen. In den nächsten Tagen gehe ich ins Kino und werde den Film genießen.

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