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Quittenbrot – nostalgisch süß

Ist sie nicht eine vornehme Frucht, die Quitte? Vornehm und zurückhaltend, ein bisschen aus der Mode gekommen und ein bisschen nostalgisch. Wobei – mit ihrem feinen Duft parfümiert sie leicht einen ganzen Raum. Ihr volles Aroma entfaltet sie allerdings erst in gekochtem Zustand.
Unsere Großmütter wussten noch viel mit ihr anzufangen. Dann ist die Frucht die mit Apfel und Birne verwandt ist etwas in Vergessenheit geraten. Inzwischen wird die Quitte gerade wieder entdeckt und erlebt eine Art Revival.
Mich erinnert sie immer an meine Großmutter. Ich denke an das Qittengelee, das in durchsichtigem Orange in den Gläsern im Vorratskeller von Oma Lisbeth glänzte. Meistens war es etwas zu flüssig geraten und man musste aufpassen, dass es nicht vom Butterbrot lief. Aber der Geschmack war nichtsdestotrotz süß und köstlich.

Jetzt im Spätherbst standen auf ihrem mächtigen Kleiderschrank immer Tabletts mit dicker Quittenpaste zum Trocknen – für das Quittenbrot, das dann an Weihnachten genauso auf den Plätzchenteller gehörte wie Buttegebackenes und ‚Kalter Hund‘.
Ihr Rezept ist zum Glück überliefert. Zugegeben meine Damen, es ist ein bisschen aufwändig, aber die Arbeit lohnt sich. Die Zutaten sind denkbar einfach: Quitten, Wasser, Zucker.

Für ca 2 kg Quittenbrot:

1,2 -1,5 kg Quitten
ca. 1kg Zucker
Saft von einer Zitrone

Die Quitten schälen, aufschneiden und das Kerngehäuse entfernen.
Gesunde Schalen und Kerngehäuse in einen Topf geben, mit Wasser bedecken und mindestens eine halbe Stunde kochen, absieben und den so entstandenen Quittensaft über das in kleine Stücke geschnittene Fruchtfleisch geben. Die Früchte in dem Saft weich kochen.
Anschließend in ein Tuch geben und über Nacht abtropfen lassen. Den Saft auffangen.
Das Fruchtmark abwiegen. Die moderne Variante ist, es mit dem Pürierstab zu zerkleinern. Oma Lisbeth hat dafür die ‚flotte Lotte‘ benutzt. Dann die gleiche Menge Zucker zugeben und das Mus unter Rühren eine Stunde einkochen. Am besten einen Handschuh anziehen, da das Rühren sonst eine schmerzhafte Angelegenheit werden kann.
Anschließend auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech streichen, ca. 1cm dick, mit Pergamentpapier locker abdecken und – je nach Luftfeuchtigkeit – ca. 10 Tage an einem luftigen, warmen Ort trocknen lassen.
Zum Schluss in kleine Würfel oder Rauten schneiden, in Zucker wälzen und in Dosen verpacken.

Quittenmus für Schnelle

Einfacher ist es natürlich nur ein Quittenmus zu kochen, evtl. mit ein wenig Weißwein und Zucker nach Geschmack. Unter das abgekühlte Mus geschlagene Sahne heben, mit Granatapfelkernen bestreuen – fertig ist ein köstliches Herbstdessert.

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