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Roma, città bella

Roma, la bella – an diesen Hundstagen im August, meine Damen, wenn die Temperaturen auch nachts kaum unter 30 Grad fallen, möchte man Anita Ekberg sein und ein Bad in der Fontana di trevi nehmen. Doch das wahre „Dolce Vita“ habe ich wieder einmal auf dem Monte Mario gefunden, im „Rome Cavalieri“ Waldorf Astoria Hotel, der Luxuskette des Hilton-Konzerns. Hilton, nein wir denken nicht an Paris Hilton, it-Girl und Skandalnudel (in letzter Zeit ist es aber etwas ruhiger um sie geworden), nicht an amerikanische Einheitshotellerie. Denn das „Rome Cavalieri“ ist ein Ausnahmehotel, alleine schon wegen seiner Lage.

Rom zu Füßen

Der Monte Mario ist keiner der legendären sieben Hügel auf denen angeblich Rom erbaut wurde. Aber mit 139 Metern ist die höchste Erhebung Roms und, wenn wir uns schon einen Aufenthalt im „Rome Cavalieri“ leisten, dann nehmen wir natürlich nur ein Zimmer mit Aussicht auf die Stadt. Und die ist atemberaubend: die Kuppel des Petersdoms scheint zum Greifen nah, in der Ferne erkennt man als markanten Punkt die „Schreibmaschine“, wie die Römer das Denkmal Vittorio Emanuele II nennen und ganz im Hintergrund verschwimmen die Konturen der Albaner Berge. Morgens, wenn ich die Rollläden, noch in meinem mit Kissen beladenen Kingsizebett hochfahre, höre ich das Rauschen der im Morgendunst liegenden Stadt. Schaue über die hohen Pinien des Hotelparks auf den türkisfarben leuchtenden Swimmingpool, in dem frühmorgens der Säuberungsroboter schnurrt. Die Hotelboys richten die Liegen, schleppen Polster und Handtücher herbei und schon schwimmen die ersten Hotelgäste in der noch frischen Morgenluft ihre Runden.

Die goldenen Stunde

Doch der Höhepunkt des Tages ist die Stunde, in der die roten Palazzi der Stadt in der Abendsonne einen goldenen Schimmer annehmen und langsam die Lichter angehen. Wenn einem das Lichtermeer Roms zu Füßen liegt und der Pianist auf der Poolterrasse melancholischen Jazz anstimmt… wenn man mit einem Glas Champagner auf der Dachterrasse steht und… jetzt höre ich auf, denn sonst artet es in Kitsch aus!

Kasten mit Kultur

Rein äußerlich betrachtet ist das Hotel ein nicht sehr attraktiver 60iger Jahre Kasten, der trotz vieler Bemühungen ihn mit Bepflanzung „aufzuhübschen“, das bleibt was er ist: ein Klotz mit 300 Zimmern, davon die Hälfte mit Blick auf die weniger attraktive Seite der ewigen Stadt. Was das Luxusresort allerdings, außer der sensationellen Lage und des herrlichen Parks, noch auszeichnet, ist die großartige Kunstsammlung aus dem Besitz des Eigentümers. Wo findet man sonst einen echten Tiepolo in der Empfangshalle und original Tintorettos an der Rezeption?

Ach ja, und warum ich überhaupt dort war: natürlich wegen der Kochkunst! Denn der beste Koch Roms (gebürtig in Bayern), ist Heinz Beck, führt seit 15 Jahren das Ristorante „La Pergola“, das neben der sensationellen Aussicht eine mindestens ebenso sensationelle 3-Sterne-Küche bietet. Einem kleinen, exklusiven Kreis ist es einmal im Jahr vorbehalten, die Küchengeheimnisse des Maestros kennen lernen zu dürfen.
Wer auch einmal dazu gehören möchte: Informationen unter www.feinschmecker-seminare.de

Aber, carissime Signore – zu den echten „Vacanze Romane“ gehören auch die Ausflüge in die brodelnde Stadt (das Hotel bietet einen Shuttleservice). Am besten abends, denn tagsüber ist es viel zu heiß. Aber auch die Augustnächte in Rom sind heiß und lang. Das Leben spielt sich in den engen Gassen des Ausgehviertels Trastevere und am Ufer des Tiber ab. Um die Engelsburg, die bis spät in die Nacht geöffnet ist, tost der Verkehr und das ganze Flussufer wird im Sommer zur Partymeile.

Falls man den schattigen Platz am Pool doch zu einem Einkaufsbummel verlassen will, mein Tipp: nicht in die berühmte Via Condotti, wo sich Japanerinnen und Chinesinnen die Klinke der teuren Boutiquen in die Hand geben, sondern in die Einkaufsstraße der Römerinnen, in die Via Cola di Rienzo.

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