Kultur, unterwegs
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Schnell mal nach Graz

Graz ist Kulturhauptstadt, Barockstadt, Tor zum Süden, kulinarischer Treffpunkt… „großartig, Hilfsausdruck“ (um mit Wolf Haas zu sprechen, dessen Krimi „Das ewige Leben“ übrigens in Graz spielt).
Jedenfalls viele Gründe sich die Stadt an der Mur mal anzuschauen. Ich wollte aber auch Franzi besuchen (unsere Backfee) und so stieg ich kurzentschlossen ins Auto. Freitagnachmittag, Hitze, Verkehr, Stau  – egal! 16 Uhr Abreise München, 21 Uhr Ankunft Graz, 21:30 Uhr Backhendlsalat mit Kernöl dazu ein frischer steyrischer Sauvignon – mitten in der Altstadt auf einem wunderschönen Platz. Hier tobt das Leben in der lauen Sommernacht: ein belebter Platz reiht sich an den anderen, überall Lachen, Schwätzen, trinkende Menschen in Restaurants und Bars,  vor Fassaden wie Tortenspitzen… da ist die Anstrengung der Fahrt wie weggeblasen.

Kernöl und Käferbohnen

Samstag morgen aufs Radl und in die Stadt. Die Luft ist noch frisch und das Angebot auf dem Wochenmarkt überwältigend, viel ursprünglicher als auf unserem gestylten Münchner Viktualienmarkt. Darf’s ein Obstkistl sein oder frische Paradeiser (Tomaten), Käferbohnen, Kernöl oder ein Bauernstrauß…? Obst und Gemüse sind hier noch nicht auf EU-Norm getrimmt. Wir probieren Biopfirsiche, winzige Birnen und Sommeräpfel, Kernöl und Bauernbrot.  Ein Blumenstrauß muss sein, da kann man einfach nicht widerstehen.

Für große Besichtigungen ist es viel zu heiß – also Pause am kühlen Eingang zum Schlossberg bei einem Kardamint-Soda – köstlicher Durstlöscher aus Kardamom und Minze – noch nie vorher getrunken. (Im Internet unter kardamint.com)

Musik in allen Gassen

Am Abend brodelt die Stadt wieder: La Strada, ein Festival für Weltmusik, Tanz und Theater bietet Musik auf allen Plätzen bei freiem Eintritt. Wir entscheiden uns für ein Konzert der Polnischen Power-Band Bubliczki – wilder Klezmer Balkan Brassband-Sound der selbst ältere Grazer Damen zum Tanzen bringt.
Am Sonntag nach einem ausgiebigen Frühstück mit herrlichen Buchteln vom Bauernmarkt Kontrastprogramm: Schloss Eggenberg, das Welterbe-Schloss in einem  großartigen Park mit ruhigen, schattigen Bänken, eine Barockresidenz die ihresgleichen sucht.

Dann ist leider schon wieder Zeit zum Abschied nehmen. Der Stau vor einem der vielen Tunnels ist zum Glück nicht sehr lang und um 22 Uhr bin ich wieder zurück in München – voller Eindrücke. Der spontane Ausflug hat sich gelohnt.
Meine Damen – vielleicht gönnen Sie sich auch mal so einen Kurztrip – das erfrischt ungemein.

1 Kommentare

  1. Grethe sagt

    Käferbohnen mit Kerndl-Öl…fein…ich hab sie in Deutschland nie gefunden und jetzt weiß ich warum: Bei uns heißen sie Feuerbohnen!
    Goldiger Trip-Tipp!
    Graz…, warum nicht?
    Es grüßt: Grethe!

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