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Starke Frauen – einzigartige Malerinnen

Gabriele Münter

Zur Zeit ist sie in aller Munde: Gabriele Münter, die Künstlerin, die man jahrzehntelang meist nur im Zusammenhang mit ihrem berühmten Malerkollegen und Partner Wassily Kandinsky erwähnte. Endlich, meine Damen, wird diese begabte Malerin nur um ihrer selbst Willen gewürdigt. Und dabei kommt Erstaunliches zutage: Schon als ganz junge Frau bereiste Gabriele Münter mit ihrer Schwester Amerika und machte hervorragende Fotos, die bereits ihr Talent für Komposition erkennen ließen. Frauen war Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts der Zugang zu Universitäten und Kunstakademien noch versperrt.

Die Münter nahm deshalb an Privatakademien Mal- und Zeichenunterricht, lebte in Paris und Berlin und war stark und unabhängig genug mit dem damals verheirateten Kandinsky eine Beziehung einzugehen, in der sie nicht nur Geldgeberin, sondern auch ebenbürtige Künstlerin war. Sie hat sich vor und nach Kandinsky ihrer Kunst gewidmet und klar entschieden, dass sie den Weg in die Abstraktion nicht mitgehen will.

Trotzdem hat sie ihren Stil und ihre Motive im Laufe eines langen Künstlerlebens immer wieder geändert, hat immer wieder experimentiert ohne sich selbst untreu zu werden.

Ihre farbenfrohen Gemälde, in der Frühzeit impressionistisch, später flächiger, mal mit naiven Anklängen, mal expressionistisch, sind auch heute noch herzerfrischend und überzeugend.

Zum ersten Mal hat die „Städtische Galerie im Lenbachhaus“ in München der Künstlerin eine so umfassende Ausstellung gewidmet. Noch nie gab es so viel Münter zu sehen und zu entdecken. Leider hat man die Mitinitiatorin der Neuen Münchner Künstlervereinigung und des Blauen Reiter in den langen Schlauch des „Kunstbau“ verbannt. Die Damen hätten diese Bilder lieber in den Räumen der Künstlervilla bewundert, deren Herzstück ja die Sammlung dieser Künstlergruppen ist. Trotzdem, Ladies, wir finden, dass diese Ausstellung unbedingt sehenswert ist.

Maud Lewis

Sehenswert, meine Damen, ist auf jeden Fall auch der berührende und besondere Kinofilm „Maudie“. Nur wenige wissen von der kanadischen Malerin Maud Lewis und ihrer naiven Kunst. Dabei geht es in dem oscar-verdächtigen Film nicht nur um die Künstlerin sondern auch um die Liebenswürdigkeit und Unbeirrbarkeit einer ganz besonderen Frau, die von ihrem Schicksal unbeeindruckt, für ihre Kunst lebt und damit und dadurch glücklich ist.

Dem Schicksal trotzen

Ja, es könnte ein furchtbarer Schmachtfetzen sein, der Film über das Leben von Maud Lewis. Aber es ist die sensibel erzählte Geschichte einer Malerin, die von zerstörerischer Arthritis geplagt, als Körperbehinderte durchs Leben humpelt und bei dem grobschlächtigen Fischer Everett landet, mit dem einzigen Ziel, unabhängig zu leben und zu malen. Als Haushälterin verdingt sie sich in der winzigen Kate, heiratet ihn, er erkennt ihr Talent und lässt sie ihre Kunst ausüben. Der Zauber der sich bei diesem Film entfaltet, ist das Lächeln und die Unbeirrbarkeit einer vom Leben nicht gerade verwöhnten Frau, die durch ihre Kunst Anerkennung und Selbstbestätigung gewinnt. Und vielen Menschen mit ihren naiven, farbenfrohen Bildern ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Mal ehrlich, wer hat vor diesem Film je von Maud Lewis gehört ? Wir nicht. Um so überraschender und bereichernder, diesen wunderbaren Menschen, diese Künstlerin durch das Kinowerk von Regisseurin Aisling Walsh kennen zu lernen.
Hinreißend als „Maudie“: Sally Hawkins und besonders sehenswert Hollywood-Beau Ethan Hawke als Fischer, der seine Frau zu lieben lernt.
Ein kleines, warmherziges Meisterwerk! Damenprädikat: sehr sehenswert!

1 Kommentare

  1. Karin sagt

    Meine Damen,
    mit Interesse habe ich den Artikel über die Ausstellung von Gabriele Münter im Lenbachhaus und den Film Maudie gelesen. Während ich einen Besuch im Lenbachhaus für die nächsten Wochen schon fest eingeplant habe, war mir der Film bisher unbekannt. Die Inhaltsangabe darüber hört sich interessant an und so nehme ich mir fest vor, demnächst wieder mal ins Kino zu gehen.

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