Alle Artikel mit dem Schlagwort: aufgetischt

Liebesknoten – Tortellini aus Valeggio sul Mincio

Valeggio sul Mincio, meine Damen, ist ein zauberhafter Ort unweit des Gardasees, aber noch zauberhafter sind die Tortellini, die dort hergestellt werden. Eine Pasta, so hauchzart wie Seide, eine Köstlichkeit, ich komme sofort ins Schwärmen, wenn ich daran denke! Aber nicht nur die kleinen Nudeln sind himmlisch, sondern vor allem auch die Legende, die sich darum rankt und von der es viele Versionen gibt. Hier eine kurze: Der Liebesknoten In den Fluten des Mincio, dem Fluss, der sich aus dem Gardasee durch die Poebene in die Adria ergießt, lebte einst die wunderschöne Nymphe namens Silvia. Ein junger Offizier verliebte sich unsterblich in die schöne Nixe und aus Liebe zu ihr stieg er hinab in die Fluten. Am Ufer zurück blieb ein seidenes Tüchlein mit einem zarten Knoten. Voilà – in Erinnerung daran formen die Frauen von Valleggio bis heute die winzigen Nudeln – die „Liebesknoten“. Valleggio Entdeckt habe ich den Ort südlich des Gardasees schon vor Jahren, aber ich muss gestehen, in diesem Jahr war ich zum ersten Mal im „Ristorante la Borsa“ und habe …

Bayerische Weiberwirtschaften

Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte… Liebe Damen, wenn Sie an einem wunderbaren Frühlingswochenende einmal nicht wissen, wohin Sie fahren oder wo Sie einkehren sollen, dann empfehlen wir Ihnen ein sehr weibliches Buch: „Bayerische Weiberwirtschaften“, im Hädecke Verlag erschienen, unlängst in erweiterter Neuauflage. Darin werden 33 von Frauen geführte Gastwirtschaften im schönen Bayernland, von Oberfranken bis zu Alpenrand vorgestellt. Und übrigens: Ihren Mann dürfen Sie ruhig mitnehmen! Denn, wie heißt es schön im Untertitel: „Refugien für Leib und Seele“ und da dürfen natürlich auch die Herren mit von der Landpartie sein. Warum Weiberwirtschaften? Ganz einfach, weil sie immer noch – in der männlich dominierten Gastronomie – eine Ausnahme sind und weil oft großartige Biografien dahinter stehen: Die ehemalige Modedesignerin, die mit 70 immer noch französisches Flair in der Oberpfalz verbreitet, die 50jährige, die sich einen Traum verwirklicht und Hüttenwirtin wird oder die junge Mutter und Bankangestellte, die ein Traditionswirtshaus führt. Die Köchin, die in der Sternegastronomie gearbeitet hat kommt genauso vor, wie die Autodidaktin, die ihre denkmalgeschützte Stube nur am Wochenende …

Vitamine für Ladies

Der Frühling naht, manchmal kann man ihn schon riechen und das macht Lust auf Farbe, nicht nur in der Kleidung, sondern auch auf dem Teller. Noch gibt es ja kein richtiges Frühlingsgemüse, aber ich zaubere mir einfach mit winterlichem Fenchel und Orangen den Frühling auf den Teller. Ich liebe Fenchel. Die Italiener essen angeblich 5 kg pro Kopf im Jahr. Bei uns verziehen viele das Gesicht, weil sie der intensive Geschmack an Kindertee erinnert, an Bauchweh und Blähungen. Aber nicht umsonst flößt man Babys diesen Tee ein: er unterstützt die Verdauung und wirkt entzündungshemmend und stärkend für den Magen. Die Fenchelknolle hat noch viel mehr zu bieten: sie ist reich an Kalium, Kalzium, Eisen, Betacarotin und Vitamin B und hat natürlich auch Vitamin C und E – also sprich: Vitamin- und Nährstoffbombe. Am besten und wirkungsvollsten ist Fenchel roh zu genießen und so mag ich ihn am liebsten: Eine Fenchelknolle halbieren, den Strunk entfernen und auch oben die harten Teile abschneiden. Das Grün aufheben. Die Fenchelhälften in sehr dünne Scheiben schneiden, das geht bestens mit …

Das Eichelschwein: Die „Dame“ unter den Sauen

… deren Schweinsbraten eine Perlenkette, wenn nicht sogar eine Krone verdient hat. Zugegeben, meine Damen, das Thema ist nicht so prickelnd wie Champagner, aber durchaus eine Erwähnung wert. Denn ehrlich gesagt, bei dem ganzen „Gedöns“ um Vegetarier und Veganer muss ich einfach ab und zu mal auf die Fleischpauke hauen. Proteine, liebe Ladies, sind unabdingliche Bausteine unserer Ernährung (und Schönheit) und bitte – bevor wir Eiweißpulver schlucken, dann genehmigen wir uns doch lieber ab und zu einen kernigen Braten von einem glücklichen Schwein. Ja, ja ich weiß… Schweine sind fett, Schweine habe keinen guten Ruf, weil Massentierhaltung etc. Aber das bayerische Eichelschwein eine exquisite Variante. Es kann’s durchaus mit seinen spanischen Kollegen, der Pata-Negra-Rasse, aufnehmen. Deren Jamon Ibérico ist ja inzwischen auch hierzulande eine beliebte und teure Spezialität. Pata Negra ist eine Kreuzung zwischen Wildsau und Hausschwein und berühmt für kerniges, dunkles Fleisch und einen feinen Geschmack. Ganz so wild sind die bayerischen Eichelschweinchen nicht. Sie stammen von alten Haustierrassen ab und werden im Stall geboren. Aber sie dürfen sich dann den ganzen Herbst im …

Schwarzer Knoblauch… eine tolle Knolle

In der der spanischen Küche geht nichts mehr ohne schwarzen Knoblauch, zu Fisch, auf Gemüse, im Sugo: „Ajo negro“ ist nun das I-Tüpfelchen auf der feinen Küche. Ich habe die schwarze Knolle schon einmal im deutschen Bio-Markt gesehen, mich gewundert und verweigert, 8€ für einen Feinschmecker-Firlefanz zu bezahlen, da ich ja ohnehin nicht scharf auf weißen Knoblauch bin, nicht wegen des Geschmacks oder einer Knoblauch-Intoleranz, die es nun ja auch gibt, sondern, weil ich nicht gerne nach Knoblauch „dufte“ und ihn auch nicht gerne aus dem Odem oder den Poren der Anderen erschnüffle. Soviel zum Thema Knofel, liebe Damen! ¡Ojo! Ajo negro! Augen auf, schwarzer Knoblauch ist nämlich doch was Feines. In spanischen Supermarkt gibt es den schwarzen Knoblauch in jedem Gemüseregal, zwei Knollen für ca. 3-4€, also erschwinglich genug, das vermeintlich dolle Ding mal zu testen, aber vorab hab ich erst einmal nachgelesen, was schwarzer Knoblauch nun ist: Schwarzer Knoblauch ist gleich weißer Knoblauch… …also keine spezielle Züchtung, sondern klassischer weißer Knoblauch, der in einem mehrwöchigen Fermentierungsprozess bei Temperaturen von 45-70°C verändert wird- je …

In brodo veritas: die neue Suppenküche

Ja, Ladies, Smoothies, das war gestern: Brühen und Suppen sind der neue Gesundheits- und Küchentrend. Und eines sei mal gleich vorweg gesagt: Neu ist das Ganze nicht wirklich, denn unsere lieben Ahnen haben immer ihre Morgensuppe geschlürft und traditionell gibt es in der deutschen Küche erst mal eine Suppe, deren Basis bestenfalls eine kräftige Brühe ist. Und vielleicht erinnern wir uns auch noch daran, dass schon unsere Großmütter Kranke und Schwache mit einer kräftigen Brühe aufgepäppelt habe. Hühnerbrühe bei Grippe, das ist ein altes Hausrezept, das uns eigentlich kein amerikanischer Koch erzählen muss. Aber Marco Canora tut es und wir glauben ihm, genauso wie unseren Großmüttern. Der italienisch stämmige New Yorker Koch ist mitverantwortlich für den Hype um die Brühe, die er „to go“ in seinem Restaurant „Hearth“ in der First Avenue in Manhattan verkauft. Wer mehr über die Suppenküche von Marco Canora erfahren möchte – hier geht’s mitten hinein. Zum Glück müssen wir nicht bis nach New York reisen, um in den Genuss zu kommen, denn die „Brodo-Story“ gibt es in Buchform aus dem Südwest-Verlag mit …