Alle Artikel mit dem Schlagwort: Kunst

Museen – nicht nur für eine Nacht

Zum 20. Mal, meine Damen, findet am kommenden Wochenende (dem 20. Oktober) die Lange Nacht der Münchner Museen statt. 90 Museen, Sammlungen und Ausstellungshäuser nehmen daran teil, die Lange Nacht der Museen ist immer ein Inspirationsquelle und ich habe auf meinen Touren schon viel entdeckt. Noch verwöhnt uns ja die Oktobersonne, aber die nebligen, kühlen Novembertage kommen – und dann, liebe Ladies, ist ein Nachmittag mit einer guten Freundin, in einer interessanten Ausstellung oder einem Museum und anschließend eine heißen Schokolade in einem kuscheligen Café – doch etwas, auf das wir uns freuen können. Deshalb sind diese Tipps für mehr als nur für eine Lange Nacht gedacht Smoke & Mirrors Ist der Titel einer kleinen, aber feinen Ausstellung im Münchner Stadtmuseum (bis 20. Januar 2019) mit Arbeiten der russischstämmigen, in München lebenden, Modefotografin Elizaveta Porodina. Sie ist erst 27 Jahre alt und schon ein Star in der internationalen Modebranche. Für namhafte Modelabels inszenierte sie Werbekampagnen und ihre Fotografien erschienen in der Vogue, in Harper’s Bazaar und anderen Hochglanz-Magazinen. Was mich begeistert, ist die unglaubliche Vielfalt …

Starke Frauen – Evas Töchter

„Evas Töchter“ – was für tolle, interessante Vorfahrinnen waren das von denen wir bisher nichts wussten. „Evas Töchter“ ist der Titel der neuen Ausstellung in der Monacensia, dem Literaturarchiv der Stadt München und die ist unbedingt sehenswert! Denn „Evas Töchter“, das sind Frauen, die schon mehr als 100 Jahre vor „me too“ für ihre Rechte gekämpft und sich für die Unabhängigkeit und Bildung von Frauen eingesetzt haben. 1894 gründeten sie die Gesellschaft zur Förderung geistiger Interessen der Frau, die ein Jahr später in Verein für Fraueninteressen umbenannt wurde. Frauenpower zur Jahrhundertwende Mal ehrlich, wann haben wir zum ersten Mal von einem „Internationalen Frauentag“ gehört, geschweige denn diesen Tag gefeiert? Nicht mal während der frauenbewegten 70er-Jahre war er ein Thema. Um so erstaunlicher zu erfahren, dass bereits 1899 der erste Allgemeine Bayerische Frauentag statt gefunden hat, an dem 50 Frauen aus 14 Bayerischen Städten teil genommen haben. Es war also keine elitäre Hauptstadtveranstaltung, sondern es kamen tatsächlich auch Frauen aus kleinen Städten und vom Land, die für ein modernes, unabhängiges Leben kämpften, vor allem um das …

Kiki Smith im Haus der Kunst in München

Die amerikanische Künstlerin Kiki Smith im Haus der Kunst – als ich das gelesen habe, dachte ich: schnell hin, nicht wieder lange aufschieben und dann doch verpassen. Und ich muss sagen, es hat sich gelohnt. Kiki Smith, liebe Ladies, ist mein Ausstellungstipp für den Februar. Weibliche Kunst in vielen Facetten Ein glänzendes Objekt mit fließenden Formen, eine Glasfläche mit sich in die Luft schwingenden Raubvögeln, eine vornübergebeugte Frauenskulptur mit bis zum Boden hängender Haarmähne – das ist das Entree, das sind die ersten Eindrücke, beim Betreten der Ausstellung und sie zeigen bereits die große Bandbreite, die das Werk von Kiki Smith ausmacht. Eine Amerikanerin aus Nürnberg Kiki Smith wurde 1954 in Nürnberg geboren und dies, da ihre Mutter, eine Opernsängerin, damals Engagements in Süddeutschland hatte. Die Familie blieb zwei Jahre. Davon ist Kiki die Liebe zur europäischen Kunst, besonders zur Bayerischen, geblieben. In München arbeitet sie regelmäßig in der legendären „Mayerschen Hofkunstanstalt“, dort malt sie großartige Werke auf Glas. Aufgewachsen ist Kiki Smith in New Jersey, in einem Künstlerhaushalt, umgeben von abstrakter Kunst, ihr Vater, …

Starke Frauen – einzigartige Malerinnen

Gabriele Münter Zur Zeit ist sie in aller Munde: Gabriele Münter, die Künstlerin, die man jahrzehntelang meist nur im Zusammenhang mit ihrem berühmten Malerkollegen und Partner Wassily Kandinsky erwähnte. Endlich, meine Damen, wird diese begabte Malerin nur um ihrer selbst Willen gewürdigt. Und dabei kommt Erstaunliches zutage: Schon als ganz junge Frau bereiste Gabriele Münter mit ihrer Schwester Amerika und machte hervorragende Fotos, die bereits ihr Talent für Komposition erkennen ließen. Frauen war Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts der Zugang zu Universitäten und Kunstakademien noch versperrt. Die Münter nahm deshalb an Privatakademien Mal- und Zeichenunterricht, lebte in Paris und Berlin und war stark und unabhängig genug mit dem damals verheirateten Kandinsky eine Beziehung einzugehen, in der sie nicht nur Geldgeberin, sondern auch ebenbürtige Künstlerin war. Sie hat sich vor und nach Kandinsky ihrer Kunst gewidmet und klar entschieden, dass sie den Weg in die Abstraktion nicht mitgehen will. Trotzdem hat sie ihren Stil und ihre Motive im Laufe eines langen Künstlerlebens immer wieder geändert, hat immer wieder experimentiert ohne sich selbst untreu …

Schlaraffenland

Ladies, wir möchten Sie heute zu einer Ausstellung von zwei Münchner Künstlerinnen einladen, die gerade in der Münchner Galerie Artoxin eröffnet wurde. Sybille Rath und Alix Stadtbäumer ließen sich von Pieter Bruegels Bild „Schlaraffenland“ inspirieren. Das Original in der Alten Pinakothek in München ist übrigens auch immer wieder sehenswert. „Eine Gegend heißt Schlaraffenland, den faulen Leuten wohlbekannt; die liegt drei Meilen hinter Weihnachten Ein Mensch, der dahinein will trachten, muss sich des großen Dings vermessen und durch einen Berg von Hirsebrei essen“ …man nennt es auch das Land, wo Milch und Honig oder Wein statt Wasser fließe und einem die gebratenen Tauben ins Maul fliegen. Wir kennen es aus dem Gedicht von Hans Sachs und aus unserem Gebrüder-Grimm-Märchenbuch. Utopia Das Schlaraffenland ist eine Utopie. Ein Ort, an dem uns alles zufliegt, wo wir so faul sein können,wie wir wollen. Aber schon bei Pieter Bruegel war das Schlaraffenland mehr als ein Sehnsuchtsort. Sein Gemälde war eine Warnung vor Gefräßigkeit und Trägheit, vor diesen Todsünden. Heute könnte man sagen, vor unserer Konsumgier und unserem Überfluß. Das Thema, …

Kirchner und die Frauen – eine Ausstellung im Kirchnerhaus in Aschaffenburg

Die Herbstnebel wallen über den Main und hüllen die Renaissancefassade des Aschaffenburger Schlosses ein. Das berühmte Pompejanum hat geschlossen – tja, meine Damen, dann begibt Frau sich eben auf die Suche nach Attraktionen in geschützten Räumen. Die Entdeckung dieses Herbstes: Das Kirchnerhaus Er war der „womenizer“ unter den Expressionisten. Für Ernst Ludwig Kirchner waren die Frauen ein unerschöpflicher Inspirationsquell – schreibt sein Biograph, Gerd Presler. Tänzerinnen, Varieté-Künstlerinnen, Weggefährtinnen, Modelle, Geliebte oder elegante Damen auf der Straße – er stellte sie in allen Situationen dar. Unverkennbar sein markanter Strich und die kräftigen Farben, aber auch seine genial dahin geworfenen Zeichnungen. Begonnen hat der große Ernst Ludwig Kirchner als kleiner Junge in Aschaffenburg, ja, in Aschaffenburg. Es war für mich eine große Überraschung zu erfahren, dass der weltberühmte Maler an der damals bayerisch-preußischen Grenze geboren wurde. Sein Geburtshaus stand genau gegenüber des Bahnhofs und der kleine Ernst Ludwig zeichnete schon mit 3 Jahren die Eisenbahnen, die er aus dem Fenster seines Kinderzimmers beobachtete. Das Haus – auch heute noch in der Bahnhofsgegend, zwischen Dönerladen- und Spielcasino, ist …

Joaquin Sorolla: Spaniens Meister des Lichts

Über diese Ausstellung spricht ganz München! Und sie ist wirklich beeindruckend: Joaquin Sorolla in der Kunsthalle München. Nach dem Besuch der Retrospektive, meine Damen, ist man ganz berührt: Diese Farben, dieses Licht! Wundervolle spanische Landschaften und einzigartige, intensive Darstellungen von Menschen. Der Zauber von Momenten, meisterhaft eingefangen. Joaquin Sorralla (1863-1923) war schon zu Lebzeiten hochgeachtet, seine sonnendurchfluteten Bilder haben Claude Monet beeindruckt, seine Darstellung des Meeres, funkelnd und schimmernd, die Wiedergabe des Lichts, die Strandszenen, die badenden Kinder und Fischer haben ihn zum bedeutendsten spanischen Maler der Jahrhundertwende gemacht. 120 Werke aus allen Schaffensphasen von Joaquin Soralla zu sehen bis 3. Juli 2016 in der Hypo Kunsthalle in München. Wir empfehlen, sich per Audioguide durch die wunderbare Ausstellung begleiten zu lassen. Ein Genuss!