Kultur, unterwegs
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Zu Gast in den Palästen der Maharadschas

Was für eine märchenhafte Reise, meine Damen oder Maharanis… Wir waren über zehn Tage lang auf einer ungewöhnlichen Tour in Rajasthan unterwegs, im Norden Indiens und unsere Reise sollte von einem Maharadscha-Palast zum anderen führen. Allerdings nicht nur, um Paläste, Monumente und Forts in ihrer goldenen Pracht und Schönheit zu besichtigen und zu bewundern, sondern auch, um dort zu nächtigen, wo früher die Herrscher mit ihren Familien, ihren Dienern und Untertanen gelebt haben. Eine Fahrt, über 2000 km lang in einem kleinen Bus, durch ein beeindruckendes Land, aber auch durch eine versunkene Welt.
Seit 1947, also seit genau 70 Jahren, ist Indien unabhängig und damit das größte demokratische Land der Welt.
Einige der ehemaligen Herrscher haben seitdem ihre prunkvollen Paläste in exklusive Hotels verwandelt, jedes anders, jedes einzigartig, jedes mehr oder weniger luxuriös, aber ganz besonders.

Namasté – auf den Spuren der Maharadschas und Maharanis

Wir verlassen die smogverhangene Stadt Delhi. Unser Weg führt vorbei an den allgegenwärtigen Plastiktüten-Müllbergen, den heiligen Kühen, den Inderinnen in ihren leuchtenden Saris, durch den Lärm ratternder Tuk-Tuks und hupender Lkws. Nach mehrstündiger Fahrt landen wir verstaubt und staunend in Alsisar:
Wir übernachten im „Hotel Alsisar Mahal“, einem Traumpalast mit verwinkelten Treppenhäusern und romantischen Innenhöfen. Diener mit Turban schleppen das Gepäck in unsere Gemächer. Allein die Rezeption ist ein mächtiger Empfangssaal mit Fauteuils, goldverziertem Interieur und beeindruckenden Maharadscha-Porträts. Jedes Zimmer ist anders: Mit Himmelbett oder riesigen Einzelbetten, einem Bad, so groß wie ein Ballsaal, mit bemalten Fliesen und mächtigen Holzschränken.
Hat dort die Lieblingstochter des Maharadschas gewohnt? Nach Tee und indischen Köstlichkeiten, würden wir am liebsten bleiben, am Pool, eine eisgekühlte Lassi trinken, dösen, lesen und träumen.
Aber, wir wollen ja weiterreisen und der Weg ist – laut Herrn von Goethe – schließlich das Ziel.

„Hotel Gajnern Palace“

Unser zweites Ziel: Bikaner, etwa 250 km weiter, nordwestlich.
Unser Hotel ist ein terracottafarbener, verwunschener Palast, Pfauen schreiten majestätisch über den Rasen, eine grüne Oase hatte der Maharadscha sich und seinem Hofstaat anlegen lassen. Zur Rezeption gelangt man über eine beeindruckende Treppe. Wir speisen mit Silberbesteck von seinem Porzellan im eleganten Speisesaal. Die Zimmer hier sind klein und gemütlich, vielleicht war das einst der Dienertrakt oder die Kinder der dritten Maharani waren hier untergebracht? Für die – um diese Jahreszeit – noch kühle Nacht liegt schon eine Wärmflasche unter der Bettdecke, wie gemütlich!

Hotel Fort Khimsar

Luxus abseits der Hauptstraßen. Unser Bus ruckelt weiter in die historische Stadt Nagaur, etwa 135 km nördlich der Stadt Jodhpur. Nagaur ist bis heute noch nicht vom Massentourismus entdeckt worden, die Zitadelle der Rajputen-Mogule, ein aus Sand gefertigtes Fort, ist ein touristischer Geheimtipp.
Die Damen nächtigen stilgerecht im „Hotel Fort Khimasar“. In dem auch noch der Maharadscha mit Familie in einem Nebengebäude wohnt: Ein elegantes, gewaltiges Anwesen, Diener mit roten Turbanen stehen am Eingangstor, hinter der Glasscheiben kann man auch gleich die Oldtimer-Sammlung des Maharadschas bewundern: Cadillac, Bentley,  Mercedes…
Unsere Zimmerschlüssel hängen an Glöckchen und so erschaffen die Gäste auf dem Weg durch das gewaltige Anwesen eine ganz eigene Klingelmelodie.
Das Restaurant, ein Gewölbe von Kerzenlicht illuminiert, der Frühstücksraum in einem Glaspavillon mit Blick in die Ferne… einfach schön!

 Palastgefühle zwischen alt und neu

Weiter geht es über die legendäre Stadt Jaipur nach Bharatpur, einen angelegenen Ort, in dem wir im „Hotel Laxmi Vilas Palace“ wunderbare Gegensätze erleben: Im luxuriösen Neubau des Palastes werden die großen Busgruppen untergebracht, der ursprüngliche Palast, in den wir geleitet werden, hat verzauberte Höfe mit Kerzenlicht und einer herrlich altmodischen Bar. Jedes Zimmer ist wieder ein individuelles Gemach, zu dem gewaltige Holztüren führen, kleine Damen müssen sich ordentlich dagegenstemmen, um sie aufzubekommen…

Taj Mahal…

Ja, liebe Damen, der Höhepunkt einer Mahardscha-Tour ist nun mal das Taj Mahal, das schönste Denkmal, das je aus Liebe erbaut wurde, ein architektonisches Wunder, ein „Liebesgedicht in Marmor“, das Monument einer großen Liebe…
Eine faszinierende Reise in eine versunkene Welt!

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