Kultur
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Zum Schmökern, meine Damen…

…empfehle ich heute ein Buch, das mich interessiert hat, weil erstens Bestellerautor William Boyd ohnehin meist Romane schreibt, die ideale Urlaubs- oder Wochenendlektüre sind: Spannend und umfangreich und weil mich zweitens, wenn ich ehrlich bin, das elegante Cover so angesprochen hat! Ganz  im Stile von meine-damen.de: „Die Fotografin“. Erschienen im Februar im Berlin Verlag. Und das ist wirklich ein feiner Schmöker. Erst einmal glaubt man, sich tatsächlich in die Biographie der Fotografin Amory Clay zu vertiefen, die sich in der eleganten Londoner Welt einen Namen macht, in den wilden Berliner Jahren erotische Fotos knipst und Kriegsfotografin ist.

Schwarzweiß-Bilder im Buch scheinen das zu belegen, aber dabei verwendet William Boyd wieder einmal den Kunstgriff, eine fiktive Figur so zum Leben zu erwecken, dass man meint, man würde auf den Spuren der realen Person wandeln. So flirrt man mit Amory durch das  London der Twenties, erlebt mit ihr das anzügliche Nachtleben Berlins, sieht New York der dreißiger Jahre, Paris in der Besatzungszeit und den Vietnamkrieg. Sie ist Gesellschaftsfotografin, Kriegsberichterstatterin und – wie sollte es anders sein – eine Frau, die alle Höhen und Tiefen der Liebe erlebt. Wir erfahren durch Amorys Augen und ihre wechselnden Objektive und Amouren ein Stück Zeitgeschichte.Teilweise etwas zu viel von allem sind die vielen Leben der Amory Clay: Immer mitten im Kriegsgeschehen, immer bei den wichtigen Menschen, immer die Extreme… aber zu viel will ich ja nicht verraten, denn „Die Fotografin“ ist auf jeden Fall eine empfehlenswerte Lektüre.

William Boyd hat aus vermeintlichen Fakten, Fotos und Fiktion ein Spiegelbild des 20. Jahrhunderts gewoben. Aus dem Blickwinkel einer faszinierenden Frau: Diese Frau ist „Die Fotografin“!

Noch ein Buch für ein Wochenende daheim

Ganz anders meine zweite Buchempfehlung: „Du hättest es wissen können“ – von der mir bis dato nicht bekannten Autorin Jean Hanff Korelitz (Ullstein Verlag).

Erst einmal hat mich das Prädikat „The New York Times Bestseller“ abgeschreckt, weil ich aus Prinzip keine Bestseller lese und dann schon gar keine aus den USA, da sie mir meist zu profan oder vorhersehbar sind. Aber:  Das Buch habe ich in einem Rutsch am vergangenen Wochenende durchgelesen. Es hat mich regelrecht in einen Sog aus „suspense“ gezogen,  war spannend bis fast zum Schluss (der dann ein bisschen zu viel Hollywood war, aber bis dahin über 450 Seiten geboten hat, die zum Weiterlesen verführt haben).

Die Story: Grace, ist Psychotherapeutin in Manhattan und hat einen Ratgeber veröffentlicht, eben mit dem Titel. „Du hättest es wissen können“. In dem analysiert die Ehe-Therapeutin, dass man eigentlich zu Beginn einer Beziehung erkennen sollte, dass, wenn man den falschen Partner wählt, dieser immer der falsche Partner bleiben wird. Und wie in einem Hitchcock-Krimi erfährt die Leserin, ahnt und spürt es (und liest es auch im Klappentext), dass Grace in genau diese Falle geraten ist. Als die Mutter eines Mitschülers ihres Sohnes ermordet wird und ihr „perfekter“ Ehemann verschwindet, muss sich Grace mit uns fragen, ob sie es hätte wissen können. Ein lesenwertes Buch (kein Krimi, das Genre liegt mir ohnehin nicht) für ein Wochenende auf dem Sofa mit Tee oder einem Glas Rotwein.

Gemütliches Schmökern, meine Damen!

1 Kommentare

  1. Karin sagt

    Vielen Dank für die interessante Literaturempfehlung. Vor allem das zweite Buch hat es mir angetan. Ich liebe Geschichten, die in Manhattan spielen. Das nächste verregnete Wochenende ist damit gerettet.

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