Autor: Lore

Déjà vu – Lange Bärte, lange Kleider

Wenn die Männer Bärte tragen, fallen die Rocksäume der Kleider.Nach den Hipstern, die damit begonnen haben, sieht man doch heute kaum mehr ein rasiertes Männergesicht. Tja, meine Damen, wenn wir uns die Stoppel- und Rauschebärte anschauen müssen, dann müssen die Herren der Schöpfung eben auch damit leben, dass wir lange Röcke tragen. Alles Geschmacksache oder auch das natürliche Auf und Ab der Mode. Die Rocklänge unserer Tage hat sogar schon der französische Philosoph Roland Barthes voraus gesagt „Natürlich stellt die Geschichte (…) eine Kraft dar, die ihre Freiheit bewahrt und einige Überraschungen bereitet; aber normalerweise, wenn der Rhythmus der Mode weiterhin regelmäßig bleibt sollten die Röcke von jetzt an nach und nach über die saisonbedingten Variationen hinweg wieder länger werden. Im Jahre 2020 oder 2025, können wir sagen, müssten die Röcke von neuem sehr lang sein.“Roland Barthes: Die Körnung der Stimme. Interviews 1962-1980. Frankfurt/M. 2002, S. 70. – 2013 Dirk Hohnsträter Das Kleid bleibt im Trend Gerade, fanden in München wieder die Modetage statt – Einkäufer*innen waren in den Orderzentren unterwegs, um die Kleider einzukaufen, …

Die Flaneurin – Via dell’Oca in Rom

Rom hat viele berühmte Straßen: die Via Appia, über die schon römische Kaiser schritten, die Via Veneto, in der sich das mondäne Leben der 1950ger und 60ger Jahren abspielte oder die Via di Condotti in der Asiatinnen vor den eleganten Boutiquen der Nobelmarken Schlange stehen. Wer nicht so viel Geld hat, schiebt sich mit der Masse der Touristen durch die Via del Corso in der sämtliche internationale Ketten vertreten sind. Aber wir, meine Damen, biegen schnell direkt neben der Bar Rosati an der belebten Piazza del Popolo in die kleine Via dell’Oca ein – und genießen erst einmal die Ruhe! Vielleicht schaut es zunächst ein wenig nach „Rückseite“aus, aber, lassen Sie sich nicht täuschen, wenn sich die Augen an den Schatten gewöhnt haben, erschließt sich erst der Charme dieser kleinen Straße, die viele Jahre die Straße der Künstler und Poeten war. Jugendstil und Literatur Was für eine Überraschung, als ich, von der anderen Seite des Tiber, aus dem Prati-Viertel kommend, zum ersten Mal vor der Jugendstilfassade des Hotel Locarno stand. In den polierten Türen mit den …

Café Shakerato

Amaro, forte, dolce… köstlicher Eiskaffee ohne Sahnehäubchen, darf im Bikini mit Sonnenhut getrunken werden und ist die zeitgemäße, schlanke Version des milchigen Getränks aus deutschen Eisdielen und Omakaffees. Dieser kühle Drink kickt nicht nur am Strand. In den Cafés von Florenz und Rom ersetzt er den Espresso nach dem Essen. Den, meine Damen, bekommen Sie übrigens automatisch, wenn Sie einen Café bestellen. Im schicken langstieligen Glas serviert, machen Sie mit einem café shakerato immer bella figura. Und nichts ist einfacher herzustellen, als diese kühle Köstlickeit: Eiswürfel in einen Skaker geben, etwas Zucker (je nach Geschmack) zugeben, kräftig schütteln, damit die Crema entsteht und durch ein Sieb in ein Cocktailglas abgießen. Finito!    

Magische Momente in den Swarovski Kristallwelten

Meine Damen, halten Sie die Luft an: über Ihnen, in schwindelnder Höhe, balanciert ein Seiltänzer im glitzernden Kostüm, das mit Swarovski-Kristallen übersät ist. Seelenruhig setzt Freddy Nock Fuß vor Fuß und schreitet in 25 Meter Höhe über die Kristallwolke im Garten der Kristallwelten. Dieser Garten bekommt in den Sommermonaten Juli und August einen zusätzlichen Zauber durch die Akrobaten des Circus Roncalli. Der Schweizer Hochseilkünstler und Stuntman Freddy Nock wird vier mal am Tag über der Swarovski-Kristallwolke schweben, aber auch am Boden kleinen Besucherinnen und Besuchern erste Schritt auf dem Seil zeigen. Clown und Schlangenfrau Der legendäre Circus Roncalli streut seinen Zauber über die ohnehin schon funkelnde Welt von Swarovski – betonte Circus-Direktor Bernhard Paul bei der Vorstellung dieses außergewöhnlichen Sommerprogramms. Seine jüngste Tochter, Lilli Paul, windet sich als Schlangenfrau vor der strahlenden Bergkulisse und versetzt die Zuschauer*innen mit Ihrer Biegsamkeit in Erstaunen. Einige Meter weiter taucht man noch tiefer ein in die Zirkuswelt. Vor einem prächtig restaurierten alten Zirkuswagen zeigt Clown Devlin seine Tricks und die Artistin Geraldine Philadelphia schwingt sechs Hula Hoop Reifen gleichzeitig …

Mit dem Kochbuch durch Afrika

Ja, meine Damen, wir nehmen heute ein Kochbuch zur Hand und begeben uns damit auf eine Entdeckungsreise. Auf eine Reise, die uns von Ägypten bis Kapstadt führt und uns mit vielen, kulinarischen Traditionen dieses Kontinents bekannt macht. Ein authentisches Afrika Kochbuch Ich glaube, Afrika-Fans greifen schon alleine wegen des Covers zu diesem Buch, denn mit seinem farbenfrohen Muster sticht es aus der Masse der anderen Kochbücher heraus. Dass es authentische Gerichte sind, die in diesem Kochbuch vorgestellt werden, dafür bürgt die Autorin Denorah Sitol. Sie ist nicht nur selbst Köchin und Ernährungswissenschaftlerin, sondern war auch jahrelang food-editor bei der renommiertesten Frauenzeitschrift Afrikas, dem „True Love Magazin“. Eine großartige Frau, der die kulinarische Vielfalt Afrikas sehr am Herzen liegt. Für das Kochbuch hat sie Küchenchefs von Hotels und Luxus-Lodges besucht, aber auch von vielen Hausfrauen alte Familien- und Lieblingsrezepte bekommen. Küche vieler Kulturen Die Reise beginnt in Südafrika bei den Kapmalaien und führt über Zulu, Botswana, Simbabwe, Mosambik, Senegal, Sambia, Malawi, Sansibar , Kenia und einige andere Staaten bis nach Marokko, Äthiopien und Ägypten. Zu jedem …

Lambrusco – unser neuer Sommerwein

Nein, Ladies, nicht gleich das Gesicht verziehen oder sich schmerzvoll an den Kopf fassen – Lambrusco ist nicht mehr diese süße Rotwein-Limo, die wir zu unserer Studentenzeit in den 1970er Jahren – gerne aus 2-Literflaschen, weil günstig – getrunken haben. Sehr zu unserem Leidwesen am nächsten Morgen! Tempi passati. In New York, meine Damen, ist der perlende Rote längst zum modischen Szenegetränk avanciert und auch hierzulande setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass Lambrusco besser ist als sein Ruf. Haben wir an der Cote d’Azur das Rosé-Glas kaum abgestellt, so habe ich gelernt, dass ein eisgekühlter, ebenfalls roséfarbener, Lambrusco dem französischen Rosé durchaus Stand halten kann. Prickelnd, leicht und duftig, ist er für mich der ideale Sommerwein – vom Aperitif bis zum Dessert. Kaum ein anderer Wein ist so vielseitig. Lambrusco ist übrigens ein Oberbegriff für verschiedene Spielarten einer Rebsorten-Familie. Sie reichen von zart rosa bis tief violett, von feinperlig trocken bis vollmundig, kräftig oder sogar mit einer gewissen Restsüße. Die beiden Weine der Azienda Agricola Pezzuoli (s.u.) stehen für die Bandbreite dieses Weins: der …

Kulturtrip – zwei Ausstellungen in Zürich und München

Spieglein, Spieglein… an der Wand… Bevor die böse Stiefmutter im Märchen in den Spiegel geschaut hat, haben die Menschen ihr Konterfei auf der glatten Wasseroberfläche enteckt und sind vielleicht darüber erschrocken. Aber spätestens seit der Erfindung des Spiegelglases sind wir doch alle darauf erpicht, uns darin zu sehen, zu beobachten, zu kontrollieren. Wie sehe ich aus, wie geht es mir? – der Spiegel gibt uns täglich Auskunft darüber. Mal ehrlich, meine Damen, was wären wir ohne Spiegel? Mit diesem schillernden, aber auch magischen Objekt befasst sich zur Zeit eine Ausstellung im Museum Rietberg in Zürich Spiegel – der Mensch im Widerschein Die Ausstellung zeigt die lange Kulturgeschichte des Spiegels. Denn, ob im alten Ägypten, bei den Maya in Mexiko, in Japan oder in Venedig – Spiegel wurden in vielen Zivilisationen rund um den Globus hergestellt und es wurde ihnen unterschiedliche Bedeutung und Wirkung zugeschrieben. Es geht um den Spiegel als Medium der Selbsterkenntnis, um Eitelkeit, Weisheit, Schönheit, Mystik und Magie und natürlich um das Spiegelmedium unserer Zeit – das Selfie. In dieser Ausstellung, meine Damen …

Wein trifft Whiskey

Diese Begegnung, meine Damen, findet einen Sommer lang im lauschigen Innenhof der Frankenwein-Bar „Lump, Stein & Küchenmeister“ mitten in München statt. Seit dem 30. April hat der wilde „Wolf,“ die hippe Bar aus dem Glockenbachviertel hier ihr Sommercamp aufgeschlagen und die Jungs an den Shakern stimmen sich bei coolen Vinyl-Sounds schon auf lange Sommernächte ein. Die Liegestühle stehen auch schon bereit, es fehlt nur noch die Sonne, um sich dort zu einem Sundowner oder einem After-Work-Cocktail zu treffen. Uns hat aber auch bei schlechtem Wetter ein „Green Lantern“ mit Wermut aus fränkischem Silvaner geschmeckt. „Extrem floral, Holundernoten… Rosenduft, Jasmin, Kolanussnote… Karamellnoten. Spannend für solo und Cocktail.“ Lobt das Fachmagazin „Vinum“ diesen Aperitif von Peter Vogel aus Estenfeld in der Nähe von Würzburg. Köstlich auch ein klassischer „Negroni“ als „Sbagliato“ wie es im Fachjargon heißt, zubereitet mit Sekt, in diesem Fall mit handgerütteltem Winzersekt aus Würzburg. Im fränkischen Weingarten (und bei jedem Wetter in der Bar) lohnt es sich, den auch einmal pur zu genießen. In dem historischen Innenhof – immerhin befindet man sich hier auf dem Boden der alten …

Himmlische Düfte und Elixiere

Meine neue Duftkerze ist in hauchzartes Seidenpapier eingewickelt und riecht so betörend wie es der Name verspricht: “Angeli di Firenze“. Der Duft der Engel von Florenz kann gar nicht anders als himmlisch sein. Zudem er doch auch noch aus der ältesten Klosterapotheke der Welt stammt: Der „Officina Profumo-Farmaceutica di Santa Maria Novella“ in Florenz. Angeblich haben sich hier, in der Via della Scala, gleich ums Eck der berühmten Kirche Santa Maria Novella schon Dante und Leonardo da Vinci mit Duftwässern und Riechsalzen eingedeckt. Tatsache ist, dass diese Klosterapotheke kurz nach 1221 von Dominikanermönchen eröffnet wurde. Die Tinkturen, Salben und Elixire der Mönche waren so erfolgreich, dass sie ihre Produkte 200 Jahre später auch außerhalb der Klostermauern angeboten haben und zu offiziellen Hoflieferanten aufgestiegen sind. Ihr Ruf reichte damals schon weit über die Landesgrenzen hinaus – bis nach Russland, Indien und China. Heute ist die Apotheke eine Beauty-Manufaktur mit klösterlichen Wurzeln und ihr Ruf reicht mindestens so weit wie damals. Ehrfurchtsvoll und fast flüsternd bewegen sich die Besucherinnen und Besucher in den antiken Verkaufsräumen. Viele kommen …

Mozarts Modewelten

Was trug Wolfgang Amadeus Mozart am liebsten? Einen roten Rock – ist doch klar! Schließlich ist der auf jeder Mozartkugel zu sehen. Aber, meine Damen, lassen Sie sich überraschen von der Vielfältigkeit der Mode zur Mozart-Zeit und welchen Stellenwert sie für den Komponisten hatte. Zu entdecken ist das derzeit in einer kleinen, aber sehr feinen, Ausstellung im Textil- und Industriemuseum in Augsburg, dem TIM. Eine europäische Familie Augsburg und Mozart, werden Sie sich fragen, wie geht das zusammen? Mozart und Salzburg, Mozart und Wien – aber Mozart und Augsburg? Tja, auch die Schwabenmetropole schmückt sich mit dem Begriff Mozartstadt und das nicht zu Unrecht. Schließlich ist der Vater von Wolfgang Amadeus, Leopold, ein gebürtiger Augsburger und die geliebte Cousine des Komponisten, das Bäsle, berühmt durch den Briefwechsel mit Mozart, stammt ebenfalls aus Augsburg. Leopold Mozart, dessen 300ster Geburtstag in diesem Jahr der Anlass für diese Ausstellung ist, war nicht nur Musiker und Komponist, sondern auch Impresario seiner begabten Kinder, Nannerl und Wolfgang. Mit ihnen reiste er durch ganz Europa und sorgte dafür, dass die Familie …