Autor: Lore

Wein trifft Whiskey

Diese Begegnung, meine Damen, findet einen Sommer lang im lauschigen Innenhof der Frankenwein-Bar „Lump, Stein & Küchenmeister“ mitten in München statt. Seit dem 30. April hat der wilde „Wolf,“ die hippe Bar aus dem Glockenbachviertel hier ihr Sommercamp aufgeschlagen und die Jungs an den Shakern stimmen sich bei coolen Vinyl-Sounds schon auf lange Sommernächte ein. Die Liegestühle stehen auch schon bereit, es fehlt nur noch die Sonne, um sich dort zu einem Sundowner oder einem After-Work-Cocktail zu treffen. Uns hat aber auch bei schlechtem Wetter ein „Green Lantern“ mit Wermut aus fränkischem Silvaner geschmeckt. „Extrem floral, Holundernoten… Rosenduft, Jasmin, Kolanussnote… Karamellnoten. Spannend für solo und Cocktail.“ Lobt das Fachmagazin „Vinum“ diesen Aperitif von Peter Vogel aus Estenfeld in der Nähe von Würzburg. Köstlich auch ein klassischer „Negroni“ als „Sbagliato“ wie es im Fachjargon heißt, zubereitet mit Sekt, in diesem Fall mit handgerütteltem Winzersekt aus Würzburg. Im fränkischen Weingarten (und bei jedem Wetter in der Bar) lohnt es sich, den auch einmal pur zu genießen. In dem historischen Innenhof – immerhin befindet man sich hier auf dem Boden der alten …

Himmlische Düfte und Elixiere

Meine neue Duftkerze ist in hauchzartes Seidenpapier eingewickelt und riecht so betörend wie es der Name verspricht: “Angeli di Firenze“. Der Duft der Engel von Florenz kann gar nicht anders als himmlisch sein. Zudem er doch auch noch aus der ältesten Klosterapotheke der Welt stammt: Der „Officina Profumo-Farmaceutica di Santa Maria Novella“ in Florenz. Angeblich haben sich hier, in der Via della Scala, gleich ums Eck der berühmten Kirche Santa Maria Novella schon Dante und Leonardo da Vinci mit Duftwässern und Riechsalzen eingedeckt. Tatsache ist, dass diese Klosterapotheke kurz nach 1221 von Dominikanermönchen eröffnet wurde. Die Tinkturen, Salben und Elixire der Mönche waren so erfolgreich, dass sie ihre Produkte 200 Jahre später auch außerhalb der Klostermauern angeboten haben und zu offiziellen Hoflieferanten aufgestiegen sind. Ihr Ruf reichte damals schon weit über die Landesgrenzen hinaus – bis nach Russland, Indien und China. Heute ist die Apotheke eine Beauty-Manufaktur mit klösterlichen Wurzeln und ihr Ruf reicht mindestens so weit wie damals. Ehrfurchtsvoll und fast flüsternd bewegen sich die Besucherinnen und Besucher in den antiken Verkaufsräumen. Viele kommen …

Mozarts Modewelten

Was trug Wolfgang Amadeus Mozart am liebsten? Einen roten Rock – ist doch klar! Schließlich ist der auf jeder Mozartkugel zu sehen. Aber, meine Damen, lassen Sie sich überraschen von der Vielfältigkeit der Mode zur Mozart-Zeit und welchen Stellenwert sie für den Komponisten hatte. Zu entdecken ist das derzeit in einer kleinen, aber sehr feinen, Ausstellung im Textil- und Industriemuseum in Augsburg, dem TIM. Eine europäische Familie Augsburg und Mozart, werden Sie sich fragen, wie geht das zusammen? Mozart und Salzburg, Mozart und Wien – aber Mozart und Augsburg? Tja, auch die Schwabenmetropole schmückt sich mit dem Begriff Mozartstadt und das nicht zu Unrecht. Schließlich ist der Vater von Wolfgang Amadeus, Leopold, ein gebürtiger Augsburger und die geliebte Cousine des Komponisten, das Bäsle, berühmt durch den Briefwechsel mit Mozart, stammt ebenfalls aus Augsburg. Leopold Mozart, dessen 300ster Geburtstag in diesem Jahr der Anlass für diese Ausstellung ist, war nicht nur Musiker und Komponist, sondern auch Impresario seiner begabten Kinder, Nannerl und Wolfgang. Mit ihnen reiste er durch ganz Europa und sorgte dafür, dass die Familie …

Terrazas de los Andes

Was gibt es Angenehmeres, als einen Tag – sei es ein Urlaubstag, oder nach der Arbeit – bei einem guten Glas Wein ausklingen zu lassen – am besten in lauer Abendluft auf einer Terrasse? Wir eröffnen deshalb die Terrassen-Saison 2019 mit der französischen Önologin Anais Maillet und zwei Spitzenweinen aus dem Weingut „Terrazas de los Andes“. Die junge Weinmacherin ist extra nach München gereist, um die Weine des argentinischen Traditions-Weingutes vorzustellen. Junges Talent, alte Reben Ja, meine Damen, während wir den Frühling genießen werden auf der anderen Seite der Erdkugel bereits Trauben geerntet. Wenn wir uns auf der Terrasse ein Glas des dunkelroten Malbec einschenken, kommt im argentinischen Weingut schon wieder der nächste Jahrgang ins Fass. Ich fand es faszinierend, eine junge Weinmacherin zu treffen, die sich in der doch immer noch männerdominierten Weinwelt durchsetzt. Zu diesem Beruf gehört ein feiner Gaumen aber auch viel technisches Wissen. Anais ist Weinbauingenieurin und als sie ihre Karriere im Bordeaux begann, war sie noch die einzige weibliche Önologin. Inzwischen, sagt sie, studieren immer mehr junge Frauen Weinbau und …

Schmuck München

Schmuck, meine Damen, ist Ausdruck von Individualität. Wir sprechen hier nicht von glänzenden Kaufhausringen oder Swarowski-Klunkern – die mögen auch ihre Berechtigung haben – sondern wir sprechen von Autorenschmuck, von handgefertigten Unikaten, die, wenn wir so ein Stück besitzen, nur uns gehören, uns ganz alleine. Seit 60 Jahren liebe Ladies, findet anlässlich der Internationalen Handwerksmesse auch die renommierte Sonderschau „Schmuck“ statt – in diesem Jahr mit 65 Teilnehmer/innen aus 21 Ländern. Schmuckbegeisterte, Sammler/innen und Galerist/innen aus aller Welt reisen an, um sich diese Ausstellung nicht entgehen zu lassen. Und natürlich auch, um auf Entdeckungsreise zu gehen, denn mit unzähligen Ausstellungen in Galerien und Museen ist München in diesen Wochen das Zentrum der Internationalen Schmuckwelt. Kostbares, Witziges, Innovatives, Ausgefallenes – Schmuck bekommt hier eine ganz neue Dimension. Nicht, dass wir jedes Stück tragen oder besitzen wollten – nein, die Schmuckstücke sind oft nur Ideen, Andeutungen, die Erinnerungen wach rufen, die handwerkliche Prozesse zeigen, die uns staunen lassen. Anschauen sollte man sie auf jeden Fall und unbedingt. Glanzlichter Das ist der Titel der Ausstellung des Hamburger Schmuckkünstlers …

La Cuisine de Paris – Ein kulinarischer Streifzug durch die schönste Stadt der Welt

Der Frühling liegt in der Luft, Mesdames. Mich packt dann immer die Sehnsucht nach der Ferne und wenn ich sie nicht mit einer Reise stillen kann, dann wenigstens mit einem Kochbuch. Paris, die Boulevards, die Quartiers, die Bistros und Cafés, die Seine, die im Sonnenlicht glitzert… meine Damen, wir laden Sie ein zu einem kulinarischen Streifzug durch Paris. Die aparte Clothilde Dusoulier führt uns zu ihren Lieblingscafès und Bistros, lädt uns in ihre Lieblingsbäckereien ein, nimmt uns mit zu ihrem Lieblingsmetzger, in ihren Käseladen, auf Märkte, in Chacuterien, Fromagerien und Chocolaterien… und, sie verrät uns viele originelle Rezepte. Très bon! Erster Favorit Die „Russische Avocado“ – dieses Rezept habe ich als erstes ausprobiert. Die mit Humus gefüllten Avocadohälften ähneln tatsächlich einem russischen Ei. Humus aus Kichererbsen und Sesampaste ist schnell zubereitet, mit Kurkumapulver erhält er hier eine schöne gelbe Farbe, aber nicht nur das, sondern auch einen besonders feinen Geschmack. Mit Chiliflocken oder Fäden bestreut, ist die russische Avocado nicht nur optisch, eine wunderbare schnelle Vorspeise – mit Salatbouquet reicht sie sogar als Mittagessen. „Ein …

Memo – Eine Duftreise

Ladies, lassen Sie sich verführen von den Düften des Pariser Labels Memo. Memo – Memory, nichts ruft so schnell und intensiv Erinnerungen hervor wie Düfte. Die ausgefallenen Parfums in edlen Flacons sind inspiriert von 22 Orten in vier Kontinenten. Es hat wohl jede von uns ihren Lieblingsduft, aber, liebe Ladies, ist es nicht schön, für jede Stimmung, Gelegenheit oder Tageszeit das richtige Parfum zu haben? Und einfach mal mutig zu sein – wenn uns danach ist, dürfen wir auch mal zwei Düfte übereinander legen. Oder auf jede Seite einen anderen sprühen. Je nach dem, auf welcher Seite unser Begleiter dann geht, wird er denken, es mit einer Anderen zu tun zu haben. Gute Parfums kann man jedenfalls nie genug haben. „Die Reise ist das Ziel“ Ich habe mich auf eine Duftreise begeben und in ferne Länder entführen lassen, zu exotischen Orten und ihren Düften. Ich habe den Ledersattel der Nomaden in dem Duft „Irish Leather“ erschnuppert und mich in „Marfa“ im fernen Texas verliebt, das nach Mandarine, Orangenblüte, Tuberose, Ylang-Ylang und Sandelholz duftet. Die Düfte …

„Little Greene“ – Frisches Grün für die Wand

Es grünt so grün … nein, leider grünt es zur Zeit gar nicht und je länger die Tage so grau und farblos sind, umso mehr sehne ich mich nach Farbe. Am liebsten würde ich sofort meine ganze Wohnung streichen und – Tapetenwechsel schadet nie – herrlich groß gemusterte Tapeten an die Wand kleben. Zugegeben, liebe Ladies, diese Lust ist auch inspiriert von einem Laden in der Westenriederstraße in München den ich vor kurzem entdeckt habe: „Little Greene“, klein, aber fein und very bristish. Wenn Sie ein Faible für Farben haben, dann ist dieser Showroom das Paradies. Ich bin begeistert von der immensen Auswahl und den feinen Abstufungen der Farbtöne – von pastell bis pastos. Es grünt so grün… einfach nur bei der Farbe Grün, zählt die Farbpalette 31 Grüntöne – von grün-weiß über grau-grün bis hin zu zarten Schilftönen, Aquamarin in verschiedenen Abstufungen, hell, dunkel, kräftig… einfach alle Schattierungen, die man sich vorstellen kann, Farbtöne von denen Sie nicht einmal wussten, dass sie existieren. Wer hier nicht sein Lieblingsgrün findet… Allerdings fällt bei dieser Auswahl …

Xifleta – die blaue Katze aus Barcelona

Ladies, die blaue Katze auf der schwarzen Flasche schaut uns tief in die Augen. Xifleta, scheint sie zu sagen, diesen spanischen Vermouth musst Du probieren! Von einer Wand in den Barrios von Barcelona ist sie auf die Flasche gesprungen und erinnert „an die Katze von Raval“ des berühmten spanischen Künstlers Botero. Aber auch an die Graffitis in den Vierteln der Hafenstadt in denen täglich die „hora del Vermut“ zelebriert wird: Enspannt genießen, ob mittags oder abends nach der Arbeit, ein Gläschen mit Freunden – ein paar kleine Tapas dazu – das ist die „hora del Xifleta“ Die Macherinnen Xifleta, liebe Ladies, ist nicht irgendein Vermouth, nein, dieser würzige, nach mediterranen Kräutern schmeckende Aperitif ist eine Kreation von zwei Münchnerinnen, die den bayerischen Biergarten genauso schätzen wie die Vermuterias von Barcelona. Irgendwann hatten sie die „Schnapsidee“, einen eigenen Vermouth zu kreieren und damit noch mehr südliches Flair nach München zu bringen. Und auch etwas Abwechslung in die doch sehr italophile, von dem leuchtend orangen Getränk dominierte, Aperitif-Landschaft zu bringen. Den Martini hat James Bond zur Genüge …

Weltempfänger – Eine Entdeckung im Münchner Lenbachhaus

Es sind dieses Mal keine 200, aber immerhin drei interessante Frauen, die wir in der Ausstellung „Weltempfänger“ im Münchner Lenbachhaus entdeckt haben. Drei Künstlerinnen, die lange vor Kandinsky & Co abstrakte Bilder gemalt haben: Die Engländerin Georgiana Houghton, die Schwedin Hilma af Klingt und die Schweizerin Emma Kunz. Ergänzend zu den drei Künstlerinnen stellt die Ausstellung auch noch drei Fotografen vor, die ab den 1940er Jahren abstrakte Experimentalfilme produzierten – auch interessant, aber wir konzentrieren uns hier auf die Malerei, ein unentdecktes Kapitel der Moderne. Völlig unabhängig von einander haben die drei Künstlerinnen ihre eigene, abstrakte Bildsprache entwickelt. Gemeinsam ist ihnen allerdings, dass ihre Werke auf spirituellen Erfahrungen basieren. Georgina Houghton zum Beispiel studierte an der königlichen Kunstakademie und war im viktorianischen London ein bekanntes Trancemedium. Sie begann ganz traditionell als Porträt- und Landschaftsmalerin, gab sie aber für die „Spirit Art“ auf. Die Bilder, die in Séancen und spiritistischen Sitzungen entstanden, waren völlig aus der Zeit gefallen und mit dem damaligen Kunstverständnis nicht zu erklären. Ihre Farbigkeit, das dichte Gewebe von Wellen und Spiralen, wie …