Alle Artikel in: Kultur

Kulturtrip – zwei Ausstellungen in Zürich und München

Spieglein, Spieglein… an der Wand… Bevor die böse Stiefmutter im Märchen in den Spiegel geschaut hat, haben die Menschen ihr Konterfei auf der glatten Wasseroberfläche enteckt und sind vielleicht darüber erschrocken. Aber spätestens seit der Erfindung des Spiegelglases sind wir doch alle darauf erpicht, uns darin zu sehen, zu beobachten, zu kontrollieren. Wie sehe ich aus, wie geht es mir? – der Spiegel gibt uns täglich Auskunft darüber. Mal ehrlich, meine Damen, was wären wir ohne Spiegel? Mit diesem schillernden, aber auch magischen Objekt befasst sich zur Zeit eine Ausstellung im Museum Rietberg in Zürich Spiegel – der Mensch im Widerschein Die Ausstellung zeigt die lange Kulturgeschichte des Spiegels. Denn, ob im alten Ägypten, bei den Maya in Mexiko, in Japan oder in Venedig – Spiegel wurden in vielen Zivilisationen rund um den Globus hergestellt und es wurde ihnen unterschiedliche Bedeutung und Wirkung zugeschrieben. Es geht um den Spiegel als Medium der Selbsterkenntnis, um Eitelkeit, Weisheit, Schönheit, Mystik und Magie und natürlich um das Spiegelmedium unserer Zeit – das Selfie. In dieser Ausstellung, meine Damen …

Kino-Tipp: „Tea with the Dames“

Liebe kinobegeisterte Damen, bitte schauen Sie sich unbedingt noch diesen entzückenden Film an, solange er noch in den Kinos läuft: „Tea with the Dames“ – „Tee mit den Damen“ Die britischen Schauspiel-Ikonen Maggie Smith, Judi Dench, Eileen Atkins und Joan Plowright laden auf einen gemütlichen Plausch zum Tee ein. Und dabei sind die vier Schauspiel-Legenden nicht nur Ladies, sondern alle von der Queen im Laufe der letzten Jahrzehnte aufgrund ihrer herausragenden schauspielerischen Leistung in den Ritterstand erhoben worden, also zur „Dame“. Und diese vier „Dames“ haben in der Tat eine Menge zu erzählen: Immerhin haben sie zusammengerechnet etwa 250 Jahre Schauspiel-Erfahrung: Die vier Ikonen haben sowohl die Theater als auch die Film-Welt geprägt, von „James Bond“ über „Downton Abbey“ bis zu „Harry Potter“. Und: Sie kommen regelmäßig zusammen, um sich über den neusten Klatsch, ihr Leben, Erinnerungen und Erfahrungen auszutauschen. Wir nehmen in diesem Film regelrecht Teil an der gemütlichen Teegesellschaft der vier Damen und können ihren amüsanten Anekdoten über die Allüren von Schauspielkollegen, Ex-Ehemännern und ihren Lebensweisheit zuhören. Hinreißend auch der charmante und manchmal …

Schmuck München

Schmuck, meine Damen, ist Ausdruck von Individualität. Wir sprechen hier nicht von glänzenden Kaufhausringen oder Swarowski-Klunkern – die mögen auch ihre Berechtigung haben – sondern wir sprechen von Autorenschmuck, von handgefertigten Unikaten, die, wenn wir so ein Stück besitzen, nur uns gehören, uns ganz alleine. Seit 60 Jahren liebe Ladies, findet anlässlich der Internationalen Handwerksmesse auch die renommierte Sonderschau „Schmuck“ statt – in diesem Jahr mit 65 Teilnehmer/innen aus 21 Ländern. Schmuckbegeisterte, Sammler/innen und Galerist/innen aus aller Welt reisen an, um sich diese Ausstellung nicht entgehen zu lassen. Und natürlich auch, um auf Entdeckungsreise zu gehen, denn mit unzähligen Ausstellungen in Galerien und Museen ist München in diesen Wochen das Zentrum der Internationalen Schmuckwelt. Kostbares, Witziges, Innovatives, Ausgefallenes – Schmuck bekommt hier eine ganz neue Dimension. Nicht, dass wir jedes Stück tragen oder besitzen wollten – nein, die Schmuckstücke sind oft nur Ideen, Andeutungen, die Erinnerungen wach rufen, die handwerkliche Prozesse zeigen, die uns staunen lassen. Anschauen sollte man sie auf jeden Fall und unbedingt. Glanzlichter Das ist der Titel der Ausstellung des Hamburger Schmuckkünstlers …

Internationaler Frauentag – Festa della Donna

„Rebellische Frauen – Women in Battle“! Das waren Rosa Luxemburg, Emmeline Pankhurst, Sojourner Truth, Margaret Sanger und Malala Yousafzai und viele weitere starke, engagierte und kämpferische Frauen. Ihr Appell: Frauen aller Länder vereinigt Euch!. Sie haben nicht nur seit über 150 Jahren für das Wahlrecht und für Gleichberechtigung gekämpft, sondern auch für das Recht, über den eigenen Körper zu bestimmen. Für das Recht, zu leben wie, und zu lieben, wen sie wollen, für wirtschaftliche Unabhängigkeit, für Bildung und freie Berufswahl. Marta Breen, in ihrer Heimat Norwegen eine der profiliertesten Feministinnen und Jenny Jordahl, preisgekrönte Illustratorin erzählen in dem – gerade bei Elisabeth Sandmann erschienenen Buch „Rebellische Frauen – Women in Battle“ engagiert und pointiert die Geschichte all dieser furchtlosen Frauen und erlauben mit befreiendem Humor und erfrischenden Illustrationen einen neuen Blick auf die Kämpferinnen für Frauenrechte. Erste Damen-Empfehlung zum Internationalen Frauentag: unbedingt lesen und bei unserer Lieblings-Optikerin Brillen Schneider in der Theresienstraße ist derzeit (siehe Bilder) eine kleine Ausstellung zum Buch zu sehen! Festa della Donna In Berlin ist der 8. März zwar in diesem …

A Beautiful New Year!

Hauptsache schön, meine Damen. So wollen wir das neue Jahr beginnen. Aber, was heißt das schon „schön“? Gestylt, botoxoptimiert, fitnessgestählt oder einfach nur gepflegt und gut ausgeschlafen? Um Himmels Willen, wir haben nichts gegen Bewegung und auch nicht gegen ab und zu eine kleine Glättungsspritze – das soll jede und jeder (den Herren tut das u.U. auch gut) für sich entscheiden. Die Frage ist nur, was ist schön, wer ist schön, was empfinden wir als schön, wer diktiert die Mode, wer beeinflusst uns? – darüber lässt sich vortrefflich diskutieren. Die Philosophin und Autorin Rebekka Reinhard hat bei einem Salonabend im Münchner „Heart Club“, einer Veranstaltung von „Streetphilosophy“, kürzlich sehr anregend die verschiedenen Facetten der Schönheit beleuchtet – von Platon bis Porno. Ihr Buch mit dem einfachen Titel „Schön“ empfehlen die Damen zum Einstieg in dieses schöne neue Jahr, um nicht nur an der Oberfläche zu bleiben. Jetzt würde gleich ein Zitat aus dem Buch von Oscar Wilde passen: Aber wir wollen ja nicht an der Oberfläche bleiben, deshalb zitieren wir auch noch David Hume: Mit …

Weltempfänger – Eine Entdeckung im Münchner Lenbachhaus

Es sind dieses Mal keine 200, aber immerhin drei interessante Frauen, die wir in der Ausstellung „Weltempfänger“ im Münchner Lenbachhaus entdeckt haben. Drei Künstlerinnen, die lange vor Kandinsky & Co abstrakte Bilder gemalt haben: Die Engländerin Georgiana Houghton, die Schwedin Hilma af Klingt und die Schweizerin Emma Kunz. Ergänzend zu den drei Künstlerinnen stellt die Ausstellung auch noch drei Fotografen vor, die ab den 1940er Jahren abstrakte Experimentalfilme produzierten – auch interessant, aber wir konzentrieren uns hier auf die Malerei, ein unentdecktes Kapitel der Moderne. Völlig unabhängig von einander haben die drei Künstlerinnen ihre eigene, abstrakte Bildsprache entwickelt. Gemeinsam ist ihnen allerdings, dass ihre Werke auf spirituellen Erfahrungen basieren. Georgina Houghton zum Beispiel studierte an der königlichen Kunstakademie und war im viktorianischen London ein bekanntes Trancemedium. Sie begann ganz traditionell als Porträt- und Landschaftsmalerin, gab sie aber für die „Spirit Art“ auf. Die Bilder, die in Séancen und spiritistischen Sitzungen entstanden, waren völlig aus der Zeit gefallen und mit dem damaligen Kunstverständnis nicht zu erklären. Ihre Farbigkeit, das dichte Gewebe von Wellen und Spiralen, wie …

200 Frauen

Halbzeit bei der Ausstellung „200 Frauen“ in der Alten Staatsbank in München. Eine Ausstellung, meine Damen, die berührt, bewegt, unter die Haut geht und uns Frauen, das Gefühl gibt, weltweit mit starken, klugen, liebevollen, warmherzigen, traurigen, stolzen, mutigen, fröhlichen, wunderbaren Frauen verbunden (und vereint) zu sein. Was bewegt Frauen auf der ganzen Welt und: was hat sie beeinflusst? Frauen bewegen – be moved „200 Frauen“ ist eine einzigartige Präsentation überlebensgroßer Portraits von Frauen, die auch in dem ebenso bewegenden Buch „200 Frauen“ (Elisabeth Sandmann Verlag) abgebildet sind. Es sind Frauen aus der ganzen Welt und aus allen Kulturkreisen. Frauen wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Bitterarme, wohlhabende, unbekannte, prominente, ungebildete und gebildete. Frauen aller Altersstufen, aller Hautfarben, aller Religionen – porträtiert von dem Fotografen-Team des international renommierten Fotografen Kieran E. Scott, weltweit. Und all diesen Frauen wurden die fünf immer gleiche Fragen gestellt: was ist ihnen wichtig? Was macht Sie glücklich? Worin besteht Ihr tiefstes Leid? Wie würden Sie die Welt verändern, wenn sie könnten? Welches Wort beschreibt Sie am besten? Die Antworten sind berührend …

Museen – nicht nur für eine Nacht

Zum 20. Mal, meine Damen, findet am kommenden Wochenende (dem 20. Oktober) die Lange Nacht der Münchner Museen statt. 90 Museen, Sammlungen und Ausstellungshäuser nehmen daran teil, die Lange Nacht der Museen ist immer ein Inspirationsquelle und ich habe auf meinen Touren schon viel entdeckt. Noch verwöhnt uns ja die Oktobersonne, aber die nebligen, kühlen Novembertage kommen – und dann, liebe Ladies, ist ein Nachmittag mit einer guten Freundin, in einer interessanten Ausstellung oder einem Museum und anschließend eine heißen Schokolade in einem kuscheligen Café – doch etwas, auf das wir uns freuen können. Deshalb sind diese Tipps für mehr als nur für eine Lange Nacht gedacht Smoke & Mirrors Ist der Titel einer kleinen, aber feinen Ausstellung im Münchner Stadtmuseum (bis 20. Januar 2019) mit Arbeiten der russischstämmigen, in München lebenden, Modefotografin Elizaveta Porodina. Sie ist erst 27 Jahre alt und schon ein Star in der internationalen Modebranche. Für namhafte Modelabels inszenierte sie Werbekampagnen und ihre Fotografien erschienen in der Vogue, in Harper’s Bazaar und anderen Hochglanz-Magazinen. Was mich begeistert, ist die unglaubliche Vielfalt …

Lesestoff für Herbsttage

Endlich, endlich ist wieder ein Jane Gardam Roman in deutscher Übersetzung erschienen! Wer wie ich, liebe lesende Damen, im vorletzten Jahr geradezu süchtig die „Old Filth“-Trilogie der englischen Schriftstellerin Jane Gardam verschlungen hat, ist froh, endlich wieder ein Buch dieser großartigen Autorin in Händen zu halten. Allen Ladies seien alle Bücher dieser einzigartigen Lady empfohlen! Späte Entdeckung Jane Gardam wurde anlässlich ihres 90. Geburstags in diesem Juli in den Feuilletons hymnisch gefeiert, bis 2016 war sie in Deutschland kaum bekannt, wurde aber mit dem Erscheinen der drei Bücher „Ein untadeliger Mann“, „Eine treue Frau“ und „Letzte Freunde“ als literarische Entdeckung gefeiert. Zu Recht finden wir Damen! Die Lebensgeschichten der drei Protagonisten, miteinander dicht verwoben, jedoch aus der jeweiligen Perspektive erzählt sind drei sprachliche Meisterwerke. Sie sind wundervoll erzählt, hinreißend geschrieben und brillant übersetzt (von Isabel Bogdan). Jedes für sich zu lesen, in willkürlicher Reihenfolge – jeder Band ein großer Lesegenuss. Weit weg von Verona Jane Gardam wurde 1928 in Yorkshire geboren und lebt heute in Kent. Nun hat sie gewissermaßen ihren Debütroman in der deutschen …

Die Ufa – Geschichte einer Marke

Geht es Ihnen auch so, meine Damen? Wir nehmen uns vor, in eine Ausstellung zu gehen und schaffen es dann immer erst kurz vor Ende. Deshalb ein bisschen spät, aber noch nicht zu spät: ein Last-Minute-Tipp – nicht nur für Cineastinnen und Cineasten: Die Ufa – Geschichte einer Marke! 100 Jahre Filmgeschichte Für uns Kintopp-Freundinnen ein großes Vergnügen, da wir in alten Zeiten schwelgen können. Die Ausstellung in der Münchner Galerie der Bayerischen Versicherungskammer ist eine Zeitreise. Eine Zeitreise zu Dreharbeiten und Filmen mit Stars wie Pola Negri, Willy Fritsch und Curd Jürgens. In monumentalen Aufnahmen und mit vielen Filmausschnitten werden 100 Jahre deutsche Filmgeschichte lebendig. Aber die Ausstellung zeigt auch die Veränderungen und Entwicklungen von über 100 Jahren deutschen Filmschaffens. Als die Bilder sprechen lernten Die Ufa wurde 1917 als Universum Film AG gegründet, mit dem Ziel, der Kriegspropaganda des Deutschen Reichs größere Wirksamkeit zu verschaffen. Ein Jahr später war Deutschland auf dem Weg zur Demokratie, die Ufa blieb bestehen und wurde durch Monumentalfilme wie Ernst Lubitschs Madame Dubarry und späteren Großproduktionen wie Fritz Langs Metropolis international zur anerkanntesten …