Alle Artikel in: Leben

Lambrusco – unser neuer Sommerwein

Nein, Ladies, nicht gleich das Gesicht verziehen oder sich schmerzvoll an den Kopf fassen – Lambrusco ist nicht mehr diese süße Rotwein-Limo, die wir zu unserer Studentenzeit in den 1970er Jahren – gerne aus 2-Literflaschen, weil günstig – getrunken haben. Sehr zu unserem Leidwesen am nächsten Morgen! Tempi passati. In New York, meine Damen, ist der perlende Rote längst zum modischen Szenegetränk avanciert und auch hierzulande setzt sich langsam die Erkenntnis durch, dass Lambrusco besser ist als sein Ruf. Haben wir an der Cote d’Azur das Rosé-Glas kaum abgestellt, so habe ich gelernt, dass ein eisgekühlter, ebenfalls roséfarbener, Lambrusco dem französischen Rosé durchaus Stand halten kann. Prickelnd, leicht und duftig, ist er für mich der ideale Sommerwein – vom Aperitif bis zum Dessert. Kaum ein anderer Wein ist so vielseitig. Lambrusco ist übrigens ein Oberbegriff für verschiedene Spielarten einer Rebsorten-Familie. Sie reichen von zart rosa bis tief violett, von feinperlig trocken bis vollmundig, kräftig oder sogar mit einer gewissen Restsüße. Die beiden Weine der Azienda Agricola Pezzuoli (s.u.) stehen für die Bandbreite dieses Weins: der …

Summer-Weekend an der Cote d´Azur

Wir fühlen uns fast ein bisschen wie Filmstars, meine Damen, wenn wir im Hafen vom Monte Carlo – mit einem Gläschen eisgekühltem Rosé in der Hand- an Bord sitzen, liegen oder dümpeln und über uns, auf dem mächtigen Felsen wo Monte Carlos Fürstenschloss thront, allerlei Tierlaute aus dem Park ertönen… von Pfauen, Affen, exotischen Vögeln? Vielleicht schauen eben Prinzessin Caroline oder Fürstin Charlene auch in die schöne Bucht, in der die elegantesten Yachten der Cote d´Azur liegen? Die Damen segeln für ein verlängertes Wochenende von Nizza nach Monaco, Cannes und St. Tropez und genießen Summerfeeling wie in den 1960iger Jahren. Leinwandgrößen wie Brigitte Bardot und Curd Jürgens, die dort zwischen Filmfestspielen, Autorennen und Sonnenstränden weilten, begründeten den legendären Ruf der französischen Riviera mit ihrem – in der Tat – azurblauen Wasser. Trotz des mondänen Drumherums und der immensen Preise (kein Vergleich mit Urlaubsorten in Italien und Spanien) genießen wir den Zauber dieser Mittelmeerküste. Wer war nicht alles vor uns hier und begeistert von dieser Film-Kulisse: Künstler wie Pablo Picasso und Literaten – seien es die …

Wein trifft Whiskey

Diese Begegnung, meine Damen, findet einen Sommer lang im lauschigen Innenhof der Frankenwein-Bar „Lump, Stein & Küchenmeister“ mitten in München statt. Seit dem 30. April hat der wilde „Wolf,“ die hippe Bar aus dem Glockenbachviertel hier ihr Sommercamp aufgeschlagen und die Jungs an den Shakern stimmen sich bei coolen Vinyl-Sounds schon auf lange Sommernächte ein. Die Liegestühle stehen auch schon bereit, es fehlt nur noch die Sonne, um sich dort zu einem Sundowner oder einem After-Work-Cocktail zu treffen. Uns hat aber auch bei schlechtem Wetter ein „Green Lantern“ mit Wermut aus fränkischem Silvaner geschmeckt. „Extrem floral, Holundernoten… Rosenduft, Jasmin, Kolanussnote… Karamellnoten. Spannend für solo und Cocktail.“ Lobt das Fachmagazin „Vinum“ diesen Aperitif von Peter Vogel aus Estenfeld in der Nähe von Würzburg. Köstlich auch ein klassischer „Negroni“ als „Sbagliato“ wie es im Fachjargon heißt, zubereitet mit Sekt, in diesem Fall mit handgerütteltem Winzersekt aus Würzburg. Im fränkischen Weingarten (und bei jedem Wetter in der Bar) lohnt es sich, den auch einmal pur zu genießen. In dem historischen Innenhof – immerhin befindet man sich hier auf dem Boden der alten …

Mozarts Modewelten

Was trug Wolfgang Amadeus Mozart am liebsten? Einen roten Rock – ist doch klar! Schließlich ist der auf jeder Mozartkugel zu sehen. Aber, meine Damen, lassen Sie sich überraschen von der Vielfältigkeit der Mode zur Mozart-Zeit und welchen Stellenwert sie für den Komponisten hatte. Zu entdecken ist das derzeit in einer kleinen, aber sehr feinen, Ausstellung im Textil- und Industriemuseum in Augsburg, dem TIM. Eine europäische Familie Augsburg und Mozart, werden Sie sich fragen, wie geht das zusammen? Mozart und Salzburg, Mozart und Wien – aber Mozart und Augsburg? Tja, auch die Schwabenmetropole schmückt sich mit dem Begriff Mozartstadt und das nicht zu Unrecht. Schließlich ist der Vater von Wolfgang Amadeus, Leopold, ein gebürtiger Augsburger und die geliebte Cousine des Komponisten, das Bäsle, berühmt durch den Briefwechsel mit Mozart, stammt ebenfalls aus Augsburg. Leopold Mozart, dessen 300ster Geburtstag in diesem Jahr der Anlass für diese Ausstellung ist, war nicht nur Musiker und Komponist, sondern auch Impresario seiner begabten Kinder, Nannerl und Wolfgang. Mit ihnen reiste er durch ganz Europa und sorgte dafür, dass die Familie …

Internationaler Frauentag – Festa della Donna

„Rebellische Frauen – Women in Battle“! Das waren Rosa Luxemburg, Emmeline Pankhurst, Sojourner Truth, Margaret Sanger und Malala Yousafzai und viele weitere starke, engagierte und kämpferische Frauen. Ihr Appell: Frauen aller Länder vereinigt Euch!. Sie haben nicht nur seit über 150 Jahren für das Wahlrecht und für Gleichberechtigung gekämpft, sondern auch für das Recht, über den eigenen Körper zu bestimmen. Für das Recht, zu leben wie, und zu lieben, wen sie wollen, für wirtschaftliche Unabhängigkeit, für Bildung und freie Berufswahl. Marta Breen, in ihrer Heimat Norwegen eine der profiliertesten Feministinnen und Jenny Jordahl, preisgekrönte Illustratorin erzählen in dem – gerade bei Elisabeth Sandmann erschienenen Buch „Rebellische Frauen – Women in Battle“ engagiert und pointiert die Geschichte all dieser furchtlosen Frauen und erlauben mit befreiendem Humor und erfrischenden Illustrationen einen neuen Blick auf die Kämpferinnen für Frauenrechte. Erste Damen-Empfehlung zum Internationalen Frauentag: unbedingt lesen und bei unserer Lieblings-Optikerin Brillen Schneider in der Theresienstraße ist derzeit (siehe Bilder) eine kleine Ausstellung zum Buch zu sehen! Festa della Donna In Berlin ist der 8. März zwar in diesem …

La Cuisine de Paris – Ein kulinarischer Streifzug durch die schönste Stadt der Welt

Der Frühling liegt in der Luft, Mesdames. Mich packt dann immer die Sehnsucht nach der Ferne und wenn ich sie nicht mit einer Reise stillen kann, dann wenigstens mit einem Kochbuch. Paris, die Boulevards, die Quartiers, die Bistros und Cafés, die Seine, die im Sonnenlicht glitzert… meine Damen, wir laden Sie ein zu einem kulinarischen Streifzug durch Paris. Die aparte Clothilde Dusoulier führt uns zu ihren Lieblingscafès und Bistros, lädt uns in ihre Lieblingsbäckereien ein, nimmt uns mit zu ihrem Lieblingsmetzger, in ihren Käseladen, auf Märkte, in Chacuterien, Fromagerien und Chocolaterien… und, sie verrät uns viele originelle Rezepte. Très bon! Erster Favorit Die „Russische Avocado“ – dieses Rezept habe ich als erstes ausprobiert. Die mit Humus gefüllten Avocadohälften ähneln tatsächlich einem russischen Ei. Humus aus Kichererbsen und Sesampaste ist schnell zubereitet, mit Kurkumapulver erhält er hier eine schöne gelbe Farbe, aber nicht nur das, sondern auch einen besonders feinen Geschmack. Mit Chiliflocken oder Fäden bestreut, ist die russische Avocado nicht nur optisch, eine wunderbare schnelle Vorspeise – mit Salatbouquet reicht sie sogar als Mittagessen. „Ein …

„Little Greene“ – Frisches Grün für die Wand

Es grünt so grün … nein, leider grünt es zur Zeit gar nicht und je länger die Tage so grau und farblos sind, umso mehr sehne ich mich nach Farbe. Am liebsten würde ich sofort meine ganze Wohnung streichen und – Tapetenwechsel schadet nie – herrlich groß gemusterte Tapeten an die Wand kleben. Zugegeben, liebe Ladies, diese Lust ist auch inspiriert von einem Laden in der Westenriederstraße in München den ich vor kurzem entdeckt habe: „Little Greene“, klein, aber fein und very bristish. Wenn Sie ein Faible für Farben haben, dann ist dieser Showroom das Paradies. Ich bin begeistert von der immensen Auswahl und den feinen Abstufungen der Farbtöne – von pastell bis pastos. Es grünt so grün… einfach nur bei der Farbe Grün, zählt die Farbpalette 31 Grüntöne – von grün-weiß über grau-grün bis hin zu zarten Schilftönen, Aquamarin in verschiedenen Abstufungen, hell, dunkel, kräftig… einfach alle Schattierungen, die man sich vorstellen kann, Farbtöne von denen Sie nicht einmal wussten, dass sie existieren. Wer hier nicht sein Lieblingsgrün findet… Allerdings fällt bei dieser Auswahl …

A Beautiful New Year!

Hauptsache schön, meine Damen. So wollen wir das neue Jahr beginnen. Aber, was heißt das schon „schön“? Gestylt, botoxoptimiert, fitnessgestählt oder einfach nur gepflegt und gut ausgeschlafen? Um Himmels Willen, wir haben nichts gegen Bewegung und auch nicht gegen ab und zu eine kleine Glättungsspritze – das soll jede und jeder (den Herren tut das u.U. auch gut) für sich entscheiden. Die Frage ist nur, was ist schön, wer ist schön, was empfinden wir als schön, wer diktiert die Mode, wer beeinflusst uns? – darüber lässt sich vortrefflich diskutieren. Die Philosophin und Autorin Rebekka Reinhard hat bei einem Salonabend im Münchner „Heart Club“, einer Veranstaltung von „Streetphilosophy“, kürzlich sehr anregend die verschiedenen Facetten der Schönheit beleuchtet – von Platon bis Porno. Ihr Buch mit dem einfachen Titel „Schön“ empfehlen die Damen zum Einstieg in dieses schöne neue Jahr, um nicht nur an der Oberfläche zu bleiben. Jetzt würde gleich ein Zitat aus dem Buch von Oscar Wilde passen: Aber wir wollen ja nicht an der Oberfläche bleiben, deshalb zitieren wir auch noch David Hume: Mit …

Christmas-Bummel durch Tokio

So viele gut gekleidete und außergewöhnlich gestylte Menschen wie in Tokio, liebe Damen, habe ich außer in Rom und Mailand noch nie in den Straßen einer Metropole gesehen. Man sieht keine konformen Looks, sondern unglaublich individualistisch gekleidete Menschen, Männer im feinem Dreiteiler mit Zebraschuhen, Frauen mit tollen Hüten, knallroten Lippen, ausgefallenen Kombinationen an Hosen, Kleidern und meist Schuhen mit Absätzen. Jeder bemüht sich, stylish zu sein. Eine Freude zu schauen – und sich inspirieren zu lassen! Und selten sieht man auch eine so chice Edel-Einkaufsmeile wie die Ginza, die weltbekannte Straße des globalen Shopping-Vergnügens. Ich finde, sie läuft der Fifth Avenue in New York glatt den Rang ab! Spannend ist einfach die Mischung aus Trends und Tradition: Elegante Kaufhäuser und Boutiquen mit exklusiven Weltmarken reihen sich in ausgefallener Architektur und phantastischen Schaufenstern aneinander und laden auf jeden Fall zum Window-Shopping ein! Ein Boulevard der Superlative! Besondere Architektur-Highlights sind: Das Bulgari-Haus mit seiner gigantischen Schlange, Cartier – allein schon wegen der Schaufenster! Der Uniqlo-Flagship-Store, Bottega Veneta, Louis Vuitton, Hermès in einem Glaspalast und Dior in einer …

Der Mond und die Feuer – „La luna e i faló“

Ein Roman und ein Wein! Ladies, wenn die Abende länger und die Nächte kühler werden, was gibt es da Schöneres, als sich in eine warme Decke zu kuscheln, ein gutes Buch und ein gutes Glas Rotwein zur Hand zur nehmen und einfach die Zeit zu vergessen? Der Wein funkelt dunkelrot im Glas und zieht uns hinein in die Geschichte, in den Roman, nach dem er benannt ist: „La luna e i faló“. „Reife ist alles“ dieses Motto hat der piemontesische Romancier Cesare Pavese seinem Roman „La luna e i faló“ voran gestellt – einem Klassiker der italienischen Literatur, der genau da spielt, wo auch der Wein her kommt: nämlich in den Hügeln des Piemont, in einem Tal der Langhe, südlich von Turin. Zwölf Monate reift dieser Barbera im Holzfass bevor er in Flaschen abgefüllt und noch einmal ein paar Monate gelagert wird. Dann, meine Damen, ist er genau richtig, um uns in Lese-Stimmung zu versetzen. Wie die Landschaft und die Geschichte, die Cesare Pavese beschreibt, ist auch der Wein kein lieblicher Schmeichler. „La luna e …