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Fine dining: Weinbauers Metzgerei in Schwabing

Weinbauers Metzgerei, Ladies, ist die richtige Adresse, wenn uns mal die Lust auf Fleisch packt, auf gutes Fleisch. Hätte der liebe Gott gewollt, dass wir alle Vegetarierinnen werden, dann hätte er uns doch wohl einen Kuhmagen mitgegeben. Da dies nicht der Fall ist, scheint es doch auch gottgewollt, dass wir uns ab und zu ein gutes Stück Fleisch gönnen. Nicht jeden Tag und auch nicht um jeden Preis. Wobei „um jeden Preis“ in diesem Fall bedeutet, nicht zu jedem Billigpreis. Denn egal ob Huhn, Rind oder Schwein, billig ist nur, was aus der Massentierhaltung kommt und die müssen wir nicht unterstützten. Wenn schon ein Burger, dann ein guter Burger und wenn schon ein Steak, dann ein gutes Steak von einem Tier, das artgerecht gehalten wurde. Trotz des Medienhypes „vegan“ oder gerade deswegen sprießen die Fleischtempel aller Schattierungen. Von der Lust am Grillen ganz zu schweigen. Ich war in einem dieser Tempel, in der „Metzgerei“ – wie der Name schon ahnen lässt – ein Steakhouse der Extraklasse in Schwabing.

Rinderhälften hängen in den Reifeschränken, dicke T-Bone und Ribeye-Steaks liegen in den Vitrinen, daneben kleine, aber feine Filets von verschiedenen Rinderrassen. Das Besondere an der Metzgerei ist, dass alle Tiere aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz stammen, kein Überseeimport kommt hier auf den 30.000 Euro teuren Grill. Wer will, kann am Tisch nach der Karte bestellen, aber natürlich ist es viel reizvoller, sich in der Vitrine genau das Stück auszusuchen, das man dann auf den Teller bekommt. Die supernetten Kellner beraten einen gerne, denn die Auswahl ist wirklich groß: Galloway, Charolais oder bayerisches Gelbfleckvieh, vier Wochen oder länger gereift, sogenanntes Dry Age Filet, das durch den Reifeprozess trockener und geschmacksintensiver wird. Je mehr das Fleisch mit feinen Fettsträhnen durchzogen ist, um so intensiver ist es im Geschmack. Aber es wird garantiert nicht zu Hüftgold, wenn wir die fetten Pommes dazu weg lassen. Zu zweit oder zu mehreren ist es ein Erlebnis, sich ein 1,5 Kilo schweres Steak am Knochen auf den Grill legen zu lassen. Ich war aber auch mit meinem Filet vom Galloway-Rind sehr zufrieden, das äußerst zart und mager, aber trotzdem sehr intensiv im Geschmack war. Der ausgeprägte Fleischgeschmack bekommt das gewisse Etwas durch das feine Raucharoma des Holzkohlengrills. Dazu ganz puristisch Salz, etwas scharfe Guacamole und wunderbaren frischen Blattspinat – eine Delikatesse, die man sich ruhigen Gewissens ab und zu gönnen kann.

Denn wo die Tiere herkommen und wie sie aufgewachsen sind, das erfährt man hier und als Vorspeisen gibt es durchaus auch Fleischloses auf der Karte. Wobei die Fleischeslust natürlich überwiegt. Zur Beruhigung unseres Öko-Gewissens sei noch gesagt, dass man in der Küche versucht so viel wie möglich von den Tieren zu verwenden. Der neueste Gag der jungen, sympathischen Küchencrew: die Beinknochen der Rinder auskochen und als Unterlage zum Servieren verwenden. Wer keine Angst vor Fleisch hat, wird sich hier „sauwohl“ fühlen.

Weinbauers Metzgerei
Siegfriedstraße 14
80803 München

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