chic & schön, unterwegs
Schreibe einen Kommentar

Himmlische Düfte und Elixiere

Meine neue Duftkerze ist in hauchzartes Seidenpapier eingewickelt und riecht so betörend wie es der Name verspricht: “Angeli di Firenze“. Der Duft der Engel von Florenz kann gar nicht anders als himmlisch sein. Zudem er doch auch noch aus der ältesten Klosterapotheke der Welt stammt: Der „Officina Profumo-Farmaceutica di Santa Maria Novella“ in Florenz.

Angeblich haben sich hier, in der Via della Scala, gleich ums Eck der berühmten Kirche Santa Maria Novella schon Dante und Leonardo da Vinci mit Duftwässern und Riechsalzen eingedeckt.
Tatsache ist, dass diese Klosterapotheke kurz nach 1221 von Dominikanermönchen eröffnet wurde. Die Tinkturen, Salben und Elixire der Mönche waren so erfolgreich, dass sie ihre Produkte 200 Jahre später auch außerhalb der Klostermauern angeboten haben und zu offiziellen Hoflieferanten aufgestiegen sind. Ihr Ruf reichte damals schon weit über die Landesgrenzen hinaus – bis nach Russland, Indien und China. Heute ist die Apotheke eine Beauty-Manufaktur mit klösterlichen Wurzeln und ihr Ruf reicht mindestens so weit wie damals.

Ehrfurchtsvoll und fast flüsternd bewegen sich die Besucherinnen und Besucher in den antiken Verkaufsräumen. Viele kommen aus Asien und ich frage mich, woher sie die Adresse wissen. Unter hohen Decken mit Kronleuchtern schnuppern sie an Parfums, und Seifen, sind, wie ich, beeindruckt von den schweren Vorhängen, den antiken Wandbemalungen und den Vitrinen mit kostbaren Gefäßen. Ich fühle mich mehr in einem Museum denn einem Verkaufsraum.Die eleganten Damen hinter den Tischen reichen Duftproben und erläutern wie die inzwischen vielen hundert Produkte hergestellt werden und wirken. Die Auswahl ist riesig: sie reicht von Zahnpasta mit Iris-Pulver über Minz-Mundwasser, Rosenwasser, Reispuder mit Rosenduft als Peeling bis hin zu Pflegeserien für Sie und Ihn, ja sogar für Mädchen und Jungen – nicht zu vergessen Liköre, Tees, Duftsäckchen- und Kerzen. Stolz betonen die Damen, dass all dies nicht nur „made in Italy“, nein, „made in Firenze“ ist. Eigentlich war ich persönlich nur auf der Suche nach dem Original des heute auch in Supermärkten erhältlichen Likörs Alkermes, der Desserts wie „Zuppa Inglese“ den typischen Geschmack und vor allem die rote Farbe gibt. Dass ich dabei so weit in die Geschichte abtauche und gleich ein ganzes Himmelreich entdecke, war mit zuvor nicht bewusst.

Schön, dass es nach so vielen Eindrücken auch einen Ruhepol in dem Duftimperium gibt: Ich lasse mich in der Tisaneria, in den ehemaligen Laboratorien, nieder und genieße den meditativen Blick in den alten Klostergarten. Dort wurden früher von den Mönchen Heilpflanzen für all die Düfte, Salben, Seifen und Essenzen angebaut, heute ist die Produktion ausgelagert. Die Produkte werden natürlich nach modernstem Standard gefertigt, aber immer noch nach alten Rezepte und auf rein pflanzlicher Basis. Das versicherte mir auch Melanie dal Canton. Eine Überraschung, die ich nach meiner Rückkehr erfahren habe – sie hat gerade in München eine Depandance der Klosterapotheke von Santa Maria Novella eröffnet. In Berlin bietet sie die Produkte aus Florenz schon länger an und sogar Behandlungen damit, aber am
Münchner Promenadeplatz gibt es seit ca. einem Monat tatsächlich eine richtige Niederlassung, sodass ich mir in Zukunft den Weg nach Florenz sparen könnte.

Der Nachschub für meine Duftkerze ist auf jeden Fall gesichert und natürlich gibt es dort auch das berühmte „Aqua di Santa Maria Novella“, meine Damen, dieser Duft betörte schon Caterina von Medici, die ihn für ihre Hochzeit 1533 bei den Dominkanermönchen in Florenz kreieren ließ – also, unbedingt mal reinschnuppern – in Berlin, Florenz oder München.

– Werbung wegen Markennennung –

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.